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11
Hype it!
Release: PC: 27.11.2007
Status: Released
Plattformen: PC
Publisher: Lighthouse Interactive
Entwickler: Zoetrope Interactive
Genre: Adventure
Off. Seite: lighthouse-interactive.com
Fansite: keine Angabe

Schwere Adventure-Kost zur Weihnachtszeit

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Hype it!
Clark Field, ein wohlhabender Bürger von Wellsmoth, hat ein paar skurrile Hobbies - unter anderem afrikanische Totenmasken sammeln und Friedhofsgeräusche aufnehmen. Warum interessiert euch das? Nun, Clark Field ist tot, vermutlich ermordet, und als Polizei Detective Howard E. Loreid ist es eure Aufgabe, herauszufinden wieso. Einziger Tatverdächtiger ist der Privatdetektiv Loath Nolder und der ist auf mysteriöse Art und Weise verschwunden. Euch bleibt also nichts anderes übrig, als euch gewissenhaft mit dem Fall vertraut zu machen, wobei euch unheimliche Vorkommnisse schwer mitnehmen, so dass ihr immer mehr den Sinn für die Realität verliert und schließlich in der Klapsmühle landet.

Euer trautes Heim ist nicht gerade gemütlich.

Bereits in den ersten Szenen wird klar, dass sich das Adventure nicht an Freunde der seichten Nachmittagsunterhaltung wendet. Mit düsteren, menschenleeren Kulissen, mysteriösen Ereignissen und schaurigen Melodien will man euch das Fürchten lehren. Und das gelingt sogar - zumindest eine Zeit lang. So befindet ihr euch anfangs ganz allein in einem schmalen und nur spärlich beleuchteten Flur und tastet euch von einer verschlossenen Tür zur nächsten. Als ihr endlich am Ende angelangt seid und ein sonnendurchflutetes Zimmer betreten könnt, bilden die sphärischen Klänge den erhabenen Kontrast zu den gerade eben noch bedrohlichen, einzelnen Klaviertönen; nur um kurz darauf von eurem Herzschlag und eurer schweren Atmung abgelöst zu werden, als ihr die Leiche am Boden entdeckt. Zum Glück war das Ganze nur ein Traum - oder ein Omen? Jedenfalls holt euch das schrille Klingeln des Handys jäh in die Realität zurück und ihr erwacht in eurem kleinen und nicht gerade gemütlich eingerichteten Zuhause.
Gespielt wird aus der Ich-Perspektive, wobei es sehr schön gerenderte und realistisch wirkende Hintergründe zu sehen gibt, in denen das Spiel von Licht und Schatten gut zur Geltung kommt. Die bedrückenden Locations sind allesamt erstklassig in Szene gesetzt. Ob ihr nun das alte Herrenhaus des verstorbenen Mr. Clark untersucht oder auf dem Friedhof und in zahllosen verwinkelten Katakomben umherstreift - Beklommenheit und unheilvolle Vorahnungen sind eure ständigen Begleiter. Leider kann die Grafikpracht immer nur abschnittsweise genossen werden, denn frei bewegen könnt ihr euch nicht. Mit einem Klick auf einen interessanten Bildschirmbereich wird das Bild hineingezoomt, damit ihr kein Detail verpasst. Ein Klick auf den unteren Bildschirmrand bringt euch wieder zurück. Es ist allerdings gerade anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, bis zu vier Mal auf den Rand klicken zu müssen, um wieder in die Normalansicht zu gelangen, nur weil man z.B. eine Schatulle in einer Kommode eines Schrankfaches gefunden und geöffnet hat. Die Steuerung hat auch an anderen Stellen ihre Tücken. So ist etwa das Inventar mit einer Gedankenfunktion ausgestattet, die ihr benutzt, um gesammelte Informationen zu verknüpfen und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Die einzelnen Gedanken könnt ihr bequem in die Kombinationsfelder ziehen, aber Herausnehmen geht nur per Doppelklick. Das ist ziemlich konfus und nervt.

Hell wird es in Darkness Within so gut wie nie.

Mehr als die kleinen Mängel in der Steuerung trüben die unzähligen Texte den Gesamteindruck. Den Großteil der Spielzeit verbringt ihr damit, Notizen, Zeitungen, Tagebücher und Aufzeichnungen aller Art zu lesen, um wichtige Passagen unterstreichen zu können, die dann als Hinweise in eurem Gedankeninventar erscheinen. Das erinnert sehr stark an längst vergessene Textadventure-Zeiten. Zum Problem wird das Ganze unter anderem dadurch, dass nicht alle Hinweise sofort unterstrichen werden können, sondern ihr vorher weitere Entdeckungen machen müsst. Die ellenlangen Ausführungen mehrfach zu lesen, ist nicht wirklich unterhaltsam. In Verbindung mit dem immer gleichen Hintergrundklangbild aus entweder Knirsch- und Poltergeräuschen, Sturmgeheul oder den Tönen eines einsamen Pianos ist das einfach nur ermüdend. Nach 90 Minuten Spielzeit konnte ich kaum noch die Augen offen halten und habe mich gefühlt, als hätte ich die ganze Nacht durchgefeiert.

Zu spärlich gestreut sind die Momente, in denen euer tristes Umherwandern und Abklappern der Schauplätze durch nervenaufreibende und schaurig-schöne Einlagen erhellt wird. Die meiste Zeit passiert einfach gar nichts. Ihr trefft auf keine Menschenseele (von einigen geisterhaften Gestallten im späteren Spielverlauf mal abgesehen) und auch Animationen sind rar. Ein paar bewegte Zahnräder hier, eine lodernde Fackel dort und ein paar schwirrende Insekten, das war's - ansonsten gibt es Standbilder, wohin das Auge blickt. Hier helfen auch die kurzen Rendersequenzen beim Schauplatzwechsel nichts.Warum man dann noch so geizig mit der eigentlich passenden Sprachausgabe umgeht, ist für mich ein Rätsel.Apropos Rätsel - die haben es ganz schön in sich und werden gegen Ende des Spiels immer obskurer. Zeichen- und Textkombinationsrätsel sind einfach nicht jedermanns Sache. Zum Glück wurde eine gute Hilfsfunktion eingebaut, die euch in der einfachsten von drei Schwierigkeitsstufen wertvolle Tipps liefert.Die Story gibt Lovecraft-Fans keinen Grund zur Klage. Immer tiefer versinkt ihr in einem Strudel aus Traum und Realität. Dass das Ende - das natürlich nicht verraten wird - mehr Fragen als Antworten aufwirft, war fast schon zu erwarten. Dennoch war es für mich ein wenig unbefriedigend, nach all der Mühe mit praktisch leeren Händen dazustehen.
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