Denis Brown Ich war schon immer eine "Marionette", aber mit Super Mario Galaxy wurden sogar meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Ähnlich wie bei "New Super Mario Bros" auf dem Nintendo DS spürt man die Liebe zum Detail in jedem Pixel, daher ist dieses Jump and Run ein Pflichtspiel für alle Wii-Besitzer. Genreliebhaber, die keine Wii besitzen, kommen nun um den Kauf der Konsole nicht mehr herum!
Unglaublich, aber wahr: Shigeru Miyamoto hat sich wieder einmal selbst übertroffen und liefert das abwechslungsreichste und optisch umwerfendste Mario aller Zeiten ab. Super Mario Galaxy stellt das Jump and Run-Genre buchstäblich auf den Kopf und wird Spieldesignern für die kommenden Jahre schlaflose Nächte bereiten!
Endlich ein neues Mario. Wurde ja auch langsam Zeit, schließlich sind bereits fünf Jahre seit "Super Mario Sunshine" vergangen, das als schwarzes Schaf der Serie gilt und in Sachen Spielbarkeit bei weitem nicht mit seinem Vorgänger "Super Mario 64" mithalten konnte. Mit "Super Mario Galaxy" für Nintendos Wii beweist Altmeister Shigeru Miyamoto jedoch, dass er sein Handwerk nicht verlernt hat. Ihr dürft also wieder nach Herzenslust rennen und springen - und das sogar ohne lästige Zusatzfeatures wie Wasserstrahler und nervige Kletter-Marathons. Von einer Rückkehr zu den Wurzeln der Serie kann man allerdings nicht sprechen, auch wenn ein paar deutliche Parallelen zu Mario 64 sowie Super Mario Bros 3 zu erkennen sind. Diesmal verschlägt es den Polygonklempner in den Weltraum, und das wirkt sich deutlich auf die Spielmechanik aus.
Diese Welt bekommt ihr schon relativ früh zu Gesicht.
Die Story ist wie gewohnt so hanebüchen wie simpel: Erneut entführt der fiese Riesenschildkröterich "Bowser" Prinzessin Toadstool mitsamt ihrem Schloss. Allerdings verschleppt er sie diesmal ins Zentrum des Universums, da er dort die so genannten Powersterne ihrer Kraft beraubt, um ein eigenes Universum zu erschaffen. So spektakulär dies auch visualisiert wird, es bleibt derselbe Schmus wie schon seit Jahrzehnten. Und warum Bowser auf die Anwesenheit der Pilzprinzessin besteht, wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben. Wahrscheinlich nur, damit es einen Grund für Mario gibt, sich in die Angelegenheiten des Koopa-Königs einzumischen.
Da Mario allerdings kein Raumschiff hat, ist er auf die Hilfe einer neuen Hauptfigur angewiesen, die Rosalina genannt wird. Sie ist die Wächterin der Sternwarte, einem großen Raumschiff, das ohne Treibstoff im Raum schwebt, da Bowser die Powersterne stibitzt hat. Somit liegt es an Mario, die Himmelskörper zurückzugewinnen, die Sternwarte wieder flott zu machen und der Prinzessin nachzueilen. Ein herrlich käsiger Schwachsinn, den Nintendo uns da auftischt. Aber war die Story bei einem Mario Jump and Run je wichtig? Nein! Daher ist auch der Rest der Geschichte absolut nebensächlich. Wer Mario wegen der Story spielt, hat sowieso einen an der Waffel, und sollte statt des Videospieleklempners lieber einen Seelenklempner aufsuchen.
Um der Bienenkönigin zu helfen, müsst ihr an ihr herumbrabbeln.
Also auf ins Spielgeschehen, das uns gleich zu Anfang mit einer Hand voll Neuerungen überrascht. Zum einen finden wir erstmals so etwas wie ein Tutorial, das uns mit der Steuerung vertraut macht. Zum anderen müssen sich selbst erfahrene Marionetten an eine völlig neue Herangehensweise gewöhnen. Statt einer ausführlich gestalteten 3D-Umgebung erwartet euch nämlich eine Reise zwischen unzähligen Himmelskörpern in Form von kleinen Planeten, Asteroiden, und anderen frei im Raum schwebenden Gebilden, die allesamt ihr eigenes Gravitationsfeld besitzen. Das bedeutet für Mario, dass er sämtliche Plattformen, Sphären und Felsbrocken frei umrunden kann, ohne auf einer Seite herunterzufallen - es sei denn, es befindet sich ein schwarzes Loch in der Nähe. In letzterem Fall bedeutet ein falsch eingeschätzter Sprung den sicheren Tod.
Doch das ist nicht die einzige Kniffligkeit, mit der sich der berühmte Italiener herumschlagen muss. Neben bekannten und neuen Gegnern, Fallen sowie einer Anzahl riesiger Obermotze, die auszuschalten sind, gilt es der Schwerkraft auch hin und wieder ein Schnippchen zu schlagen. Weiterhin müsst ihr gefräßige Sternwesen mit Sternteilen füttern, auf dass sie neue Wege freigeben, und Splitter von Warp-Portalen zusammensuchen, ohne die sich Mario nicht von einem Himmelskörper zum anderen bewegen kann.