Rick Goodman ist ein alter Hase im Strategie-Genre. Er hat schon Spiele wie Age of Empires und Empire Earth entwickelt. Nun veröffentlicht er seine neueste Arbeit: Empires – Die Neuzeit. Der inoffizielle Nachfolger zu Empire Earth will vor allem durch spannendere Missionen, übersichtlichere Epochen und Einheiten den Vorgänger übertreffen.
Historisch nicht ganz korrektMan begleitet Richard Löwenherz in der Ersten der drei Kampagnen. Als Verräter beschuldigt muss man sich das Vertrauen des Königs zurück erkämpfen und das englische Königshaus vor einer Meuterei in den eigenen Reihen schützen.
In der zweiten Kampagne geht es mit Korea an der Seite von Admiral Yi in den Krieg gegen Japan. Allerdings ist man in der deutlich schlechteren Ausgangsposition: Militärische Einrichtungen sind beschädigt oder zerstört und die Waffen der Krieger sind veraltet.
Die dritte und letzte Kampagne spielt im Zweiten Weltkrieg. Man landet mit US-General Patton in Nord-Afrika und muss im Kampf gegen Wüstenfuchs Rommel bestehen und eine deutsche Atombombe verhindern. Historisch zwar nicht ganz korrekt, aber dafür sind die Missionen sehr fesselnd und spannend.
Führe dein Volk zum SiegIn Empires heißt es wie in vergleichbaren Titeln, z.B. Age of Empires 2 oder Empire Earth, erst einmal Rohstoffe zu sammeln und den Sprung in die nächste Epoche zu schaffen bevor es der Gegner tut. Gegenüber Empire Earth haben sich die verschiedenen Epochen allerdings auf fünf dezimiert: Angefangen im Mittelalter, über Schiesspulver und Imperiales Zeitalter zum Ersten und schließlich zum Zweiten Weltkrieg. Das tut dem Spiel allerdings nur gut, denn mit den vielen Zeitabschnitten war der Vorgänger einfach zu überladen.
Man hat die Wahl zwischen neun Völkern, allerdings ist es zeitabhängig welches man spielt. Wenn man im Mittelalter beginnt, stehen nur die Völker Frankreich, England, Korea und China zur Auswahl. Beim Sprung zum Ersten Weltkrieg fallen diese allerdings weg und man muss eines der Völker wählen, die am Krieg beteiligt

waren: Republik Frankreich, Vereintes Königreich, USA, Russland oder Deutschland. Jedes Volk hat eigene Spezialeinheiten, die besondere Fähigkeiten aufweisen. China hat beispielsweise einen Kriegselefanten, der mit einem starken Hieb gegnerische Einheiten zurückwirft und so mehr Schaden anrichtet. Für solche Attacken braucht jede Einheit jedoch eine bestimmte Anzahl an Kraftpunkten, die sich, wie beispielsweise das Mana in WarCraft 3, automatisch aufladen. Der Hieb des Elefanten kostet 75 der 100 Kraftpunkte. Ein Vulkanausbruch des Tao- Zauberers verbraucht hingegen die vollen 200 Kraftpunkte seines Beschwörers.
Sturmangriff!
Zu den Spezialeinheiten gesellen sich bei jedem Volk "normale" Einheiten wie Soldaten, berittene Kämpfer, die später durch Panzer ersetzt
werden, Flugzeuge, Schiffe und so weiter. Diese unterscheiden sich vor allem durch ihr aussehen, aber auch die Kampfstärke ist unterschiedlich. So wie der Aufbau der verschiedenen Völker. Die Chinesen starten mit zwei beräderten Stadtzentren, allerdings ohne Arbeiter. Die Engländer starten mit nur einem Arbeiter, dieser muss aber nur den Grundstein für das Gebäude legen, danach zieht es sich von alleine hoch und baut selbstständig Ressourcen ab.
Eines der wohl wichtigsten Gebäude ist die Universität, hier entwickelt man so genannte Geheimprojekte wie z.B. Kaiserliche Gnade, Sturmangriff oder Die Stimme Amerikas. Durch diese heilt man sofort alle eigenen Einheiten auf dem Schlachtfeld, oder lässt gegnerische Soldaten zu einem überlaufen. Ein weiteres wichtiges Gebäude ist die Waffenkammer, hier kann man gegen Geld militärische Entwicklung wie "Führungsqualität" und "Versorgungsdepot" in Auftrag geben. Diese können auf einer beliebigen Einheit angewendet werden, deren Hitpoints oder Angriffskraft erhöhen. Die insgesamt sechs Verbesserungen sind bei allen Völkern gleich. Trotz der unterschiedlichen Bauweise, der verschiedenen Einheiten und Technologien lässt sich keine Überlegenheit eines Volkes ausmachen. Hier haben die Entwickler rund um Rick Goodman ordentliche Arbeit geleistet und das Balancing sehr gut hinbekommen.
Wunderschöne Gewässer
Die Grafik von Empires reicht zwar nicht an ein C&C Generäle heran, braucht sich aber keines Falls zu verstecken. Die Animationen der Einheiten sind sehr gut gelungen, auch die Gebäude und Vehikel sind sehr detailliert und vor allem die Wassereffekte schlagen jeden Genrekollegen. Allerdings wirkt alles sehr bunt und unrealistisch. Hier wollte man wohl einen Zwischenweg zu WarCraft und Generäle schaffen, ob das gefällt ist Geschmackssache.
Die Musikstücke des Spieles sind gut gelungen, auch die Geräusche der Vehikel hören sich glaubwürdig an. Die normalen Einheiten im Spiel klingen zwar nicht herausragend aber dennoch gut. Leider kann man das von der Synchronisation der Helden und wichtigen Personen im Spiel nicht behaupten. Diese sind teilweise ziemlich nervtötend und unglaubwürdig.
Der Multiplayer-Modus von Empires gewinnt sicherlich keinen Award für besondere Innovation, macht aber trotzdem sehr viel spaß. Auf Zufallskarten kämpft man gegen bis zu acht Gegnern - computergesteuert oder menschlich. Hier kann man zwischen zwei verschiedenen Varianten wählen: Nationenaufbau, man startet nur mit wenigen Ressourcen und muss erst einmal die Wirtschaft ankurbeln bevor man sich in hitzige Gefechte stürzt. Oder Action, hier hat man von Beginn an viele Ressourcen und kommt sehr schnell zu den ersten Schlachten.