„Anno 1602“ der Vorgänger von „Anno 1503 – Aufbruch in eine neue Welt“ begeisterte wie kaum ein anderes Strategie-Spiel Computerspieler auf der ganzen Welt. Von der Spieltiefe gefesselt, verbrachten damals viele mehrere Monate damit Inseln zu entdecken, Siedlungen aufzubauen, mit Kulturen zu Handeln und Steuern einzutreiben. Nicht anders zu erwarten...
...fieberten die Fans dem Release-Termin von „Anno 1503 – Aufbruch in eine neue Welt“ Mitte Oktober entgegen. Trotz der Lobeshymnen im Vorfeld waren sich jedoch viele nicht sicher, ob das erfolgreichste PC-Spiel Deutschlands mit „Anno 1503 – Aufbruch in eine neue Welt“ einen würdigen Nachfolger erhalten würde. Dennoch stürmten im Oktober Horden von PC-Spielern die Läden, um das Meisterwerk, an dem Max Design über 3 Jahre gearbeitet hat, zu erstehen. Nicht anders zu erwarten verkaufte sich das Spiel bereits am Erstverkaufstag rekordverdächtige 115000 mal. Ob das Spiel wirklich das hält, was es im Vorfeld versprochen hat, erfahrt in unserem Review.
Die Vorfreude Von Vorfreude erfüllt öffnet man das Spiel sofort am Release-Tag und wird daraufhin positiv überrascht, denn die DvD Papphülle-Hülle bietet genügend Platz, um mit 2 randvollen CDs, einem 80 seitigen Handbuch und einem Wende-Poster mit Anno 1503 Produktionsketten gefüllt zu werden. Erwartungsvoll lege ich die Installations CD in das Laufwerk und beginne damit das Spiel zu installieren. Ich hörte bereits, dass nicht wenige schon beim Starten des Spiels Probleme hatten, da der Kopierschutz auf der zweiten CD, die zum Spiel benötigt wird, von einigen CD- und DvD-Laufwerken nicht ordnungsgemäß ausgelesen werden konnte, doch bei mir lief alles glatt. Der erste Patch der Anfang November von Sunflowers bereitgestellt wurde, behob letztendlich auch Probleme, die von einer weißen Übersichtskarte bis zum Komplett-Absturz des Spiels reichten.
Der Anfang Die Spieler, bei denen das Spiel ohne Probleme startete, wurden durch ein imposantes Intro begrüßt. Das Intro verdeutlichte dem Spieler die Geschichte des Spieles. Nach dem Intro wird man durch ein eher mageres Menü begrüßt. Es ist zu empfehlen die drei Tutorials des Spieles durchzuspielen, denn „Anno 1503“ unterscheidet sich in vielen Merkmalen von seinem Vorgänger. Im ersten Teil des Tutorials werden die Grundzüge des Siedelns und des erfolgreichen Siedlungs-Aufbaus erklärt. Der zweite Teil beschäftigt sich mit den Themen Handeln, der Diplomatie mit den anderen Völkern, sowie mit den Computer-Gegnern. Das dritte und bereits letzte wendet sich dem
Kampfsystem zu; in diesem werden die Eigenschaften der verschiedenen Truppen-Typen erklärt. So kann man Truppen auf eine Mauer zur Bewachung schicken oder Bogenschützen einsetzen, um hinter den Mauern gelegene Häuser unter Beschuss zu setzen. Neu ist auch, dass man feindliche Gebäude einnehmen kann, um dort einen neuen Handelsstandpunkt aufzubauen. Leider sind diese Mini-Tutorials nicht für Einsteiger in die Anno Welt gedacht, da diese nur einen kurzen Einblick besonders in Bezug auf die Neuerungen bieten. Der Spieler ist aber keineswegs allein gelassen beim Siedeln und Entdecken, denn das Hilfe-Menü bietet zu fast jeder Frage auch eine Antwort. Denn so erlangt man die Erkenntnis, dass zum Beispiel ein Brunnen nicht für die Bevölkerung zum Waschen, sondern für die Bauern zum Erhöhen der Fruchtbarkeit der Felder gedacht ist.
Einstieg ins Spiel Hat man nun das Tutorial abgeschlossen ist man in der Lage alleine in die Anno Welt einzusteigen, dabei bleibt jedem selbst überlassen, ob er lieber ein Endlos-Spiel oder die Kampagne startet. Die Kampagne besteht aus 12 Szenarien, die die Geschichte immer weitererzählen. Wer bei Anno 1602 gerne auf „schnell“ gespielt hat, dem sei gesagt, dass der Nachfolger keineswegs dazu geeignet ist, in diesem Tempo gespielt zu werden. Dadurch wird es wohl dem ein oder anderem so ergehen , dass man mehr als nur einmal die Kampagne von vorne starten muss, denn besonders am Anfang sieht man nicht gleich, dass zum Beispiel hinter dem errichteten Kontor hügelige Flächen liegen, auf denen man keine optimalen Häuserblöcke aufbauen kann. So wird dem Spieler bereits am Anfang des Spiels alles abverlanget, auch wenn das Budget in den Anfängen noch sehr gut bestückt ist. Hat man sich ein wenig in das Spiel eingearbeitet, dann warten auch schon die ersten Aufgaben: Man muss zum Beispiel eine bestimmte Menge an Pionieren oder Siedlern erreichen, eine Ware herstellen können, eine Prinzessin aus der Wildnis retten oder Soldaten zur Unterstützung an eine andere Insel bringen. Eine durchaus positive Neuerung ist, dass es möglich ist Waren aus einem Szenario in das nächste mitzunehmen, das liegt daran, dass diese untereinander verknüpft sind. Die Geschichte wird hauptsächlich durch liebevoll gestaltete Videos erzählt so erfährt man zum Beispiel wie ein holdes Fräulein auf eine einsame Insel gelangen konnte. Hat man es endlich nach Stunden, Tagen, Wochen oder sogar Monaten geschafft die Kampagne in verschieden Schwierigkeitsstufen durchzuspielen, dann ist noch immer kein Ende in Sicht, denn das Spiel bietet noch 10 weitere Einzel-Szenarien, die den Spieler weitere Tage und Wochen an den Bildschirm fesseln.
Schwerer Anfang für Einsteiger Im Gegensatz zum Vorgänger beinhaltet „Anno 1503“ keine Schwierigkeitsstufe, die für „Neusiedelnde“ erstellt worden ist. Daher ergeht es vielen Neulinge so, dass sie viele Kampagnen immer wieder neu starten müssen, da sie sich versiedelt haben oder im Schuldenturm gelandet sind. Man sollte das Spielen daher auch als Lernprozess ansehen, denn je länger man spielt, desto mehr weiß man über das Spiel und die Tücken.
Anfängern sei daher empfohlen, dass Spiel mit einigen Versuchen im Endlos-Spiel zu beginnen, da dieses keine Ziele voraussetzt, die den Spieler unter Druck setzen. Wie schon beim Vorgänger macht es auch beim Nachfolger „Anno 1503“ besonders viel Spaß diese Spiel-Form zu spielen. So bietet diese Form auch die Möglichkeit eine Insel von der Karibik bis in die nördlichsten Gebiete zu besiedeln und diese nach seinen Wünschen zu planen und zu entscheiden, wo der beste Platz für ein bestimmtes Gebäude ist, damit dieses zum Beispiel auch jeden Bürgen optimal versorgen kann. Man sollte auch nicht vergessen, zu planen welche Bedarfsgüter für die Bürger am wichtigsten sind und angebaut werden müssen, so fordern die treuen Untertanen schon früh die bekannten Güter wie Alkohol, Tabak und Gewürze. Als wichtiges neues Gut kommt das Salz dazu, welches in einem dazugehörigen Bergwerk abgebaut werden kann. Außer diesen vier Gütern, stehen dem Spieler insgesamt 46 verschiedene Güter dem Spieler zur Verfügung.