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Hype it!
Release: PC: 03.11.2006
Status: Released
Plattformen: PC
Publisher: Atari
Entwickler: Obsidian Entertainment
Genre: Rollenspiel
Off. Seite: keine Angabe
Fansite: keine Angabe

D&D-Rollenspielhit oder lauwarmes Déjà-vu?

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Hype it!
Im Jahre 2002 stellte die Spieleschmiede Bioware das mit Hochspannung erwartete und schon als inoffizieller Baldur's Gate 2-Nachfolger gehandelte Rollenspiel Neverwinter Nights fertig. Die Erwartungshaltung der Anhänger war riesig; leider konnte der Titel trotz der für damalige Verhältnisse hübschen Grafik und dem gewohnt tiefgründigen Dungeons & Dragons-Regelwerk nicht vollends überzeugen. Vor allem die miesen Synchronsprecher und das Fehlen einer echten Heldenparty stießen vielen eingefleischten Fans sauer auf. Stand der Name Bioware bis dato für erzählerisch sowie inhaltlich brillante Rollenspielkost, machte spätestens die Reise in die von einer Seuche geplagte Stadt klar, dass auch die Kanadier nicht unfehlbar sind.
Heuer, über vier Jahre später, erscheint der Nachfolger - entwickelt von der Firma Obsidian Entertainment. "Das ist doch das Studio, das mit Knights of the Old Republic 2 knapp an den hoch gesteckten Erwartungen vorbeischrammte.", stellen Genrekenner sofort fest. Korrekt, es scheint, als obliege Obsidian die etwas undankbare Aufgabe, ausschließlich Sequels zu Bioware-Titeln entwickeln zu dürfen. Und da stellen sich sogleich einige wichtige Fragen: Kann der Entwickler endlich sein volles Potenzial entfalten, an den Glanz alter Tage anknüpfen, die etwas in Vergessenheit geratenen Forgotten Realms wiederbeleben und den Spieler mit Neverwinter Nights 2 an den Bildschirm fesseln?

Die Landschaften sehen nicht unbedingt hässlich aus. Sie wirken bloß ziemlich steril, weil es kaum etwas zu entdecken gibt.

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Der Einstieg beginnt stilecht mit der für D&D-Spiele gewohnt ausufernden Charaktererstellung. Entsprechend der Version 3.5 des beliebten Regelwerks stehen acht Rassen, zwölf Klassen sowie etliche Attribute, Talente und Fertigkeiten bereit, um den Recken bis ins kleinste Detail zu gestalten. Als neues Volk sind unter anderem die so genannten Berührten wählbar. Aber auch die geschickten Elfen oder strunzdummen, aber dafür starken Halborks sind mit von der Partie. Danach geht's an die Wahl des Berufs: Der wuchtige Barbar, der mit seiner mächtigen Axt alles kurz und klein haut oder doch lieber der hinterlistige Schurke, der - mit Dolchen bewaffnet - im Schatten voranschleicht und Handelspartnern die letzten Moneten aus der
Tasche zieht? Oder wie wär's mit einem stolzen Paladin, der sich die Vernichtung des Bösen auf die Fahnen geschrieben hat? Vielleicht lohnt sich auch ein Hexenmeister, der den fiesen Widersachern Sprüche mit klangvollen Namen wie "Melfs Säurepfeil" um die Ohren feuert, im Nahkampf aber bereits nach einem kräftigen Schwertstreich aus den Latschen kippt.
Die Wahl der Rasse schließt zwar einige Klassen von Vornherein aus, Anfänger könnten sich angesichts der schieren Masse an Möglichkeiten dennoch leicht überfordert fühlen. Wer sich partout nicht zurechtfindet, kann auch auf Empfehlungen des Programms zurückgreifen oder gänzlich vorgefertigte Helden verwenden. Nachdem der Hauptcharakter durch die Wahl einiger Fertigkeiten und Talente spezialisiert und mit einem Namen versehen wurde, kann sogar das Aussehen mittels einiger vorgegebener Frisuren, Haar- und Hautfarben frei nach Gusto angepasst werden. Nach spätestens einer halben Stunde sollten aber selbst die hartgesottensten Experten ihren individuellen Weltenretter fertiggestellt haben. Das Abenteuer kann beginnen.

Die Gemeinde Westhafen: Ein überschauliches, abgelegenes Dorf am Rande des Sumpfes. Hier ist die Welt noch in Ordnung, die Menschen treiben Viehzucht, die Felder liefern die nötigen Erträge. Zugleich stellt dieser Ort den Startpunkt des Spiels dar, an dem angehenden Heroen im Rahmen eines Tutorials die grundlegenden Gameplay-Mechanismen näher gebracht werden. Überall herrscht Ausgelassenheit und gute Laune - in Anbetracht des jährlich stattfindenden Erntefestes. Voller Tatendrang stürzen sich frisch gebackene Nachwuchsabenteurer in die ersten Miniquests, um neben dem begehrten Erntepokal auch erste Erkenntnisse über das Kampfsystem, die Zauberei und das äußerst nützliche Diebeshandwerk zu gewinnen.
Anhand einer Prügelei mit den berüchtigten Dorfschlägern geht das Verhalten in Kampfsituationen in Fleisch und Blut über. Ein gedoptes Schwein muss als Übungsobjekt zum Wirken von Zaubersprüchen herhalten, eine Vorführung für Kinder demonstriert die Auswirkungen einiger elementarer Zauber. Am Schießstand steht der Fernkampf auf dem Programm und einem zausigen alten Magier sollen drei versteckte Federn gebracht werden, um die Diebesprüfung erfolgreich abzuschließen. Nach einem Stufenanstieg kann sogar die Verteilung von Talent- und Fertigkeitenpunkten geübt werden. All das dürfte erprobten D&D-Kennern nicht mehr als ein Lächeln abverlangen, Anfängern wird der Einstieg dadurch aber enorm erleichtert.

Arbeitsteilung: Während sich die Nahkämpfer mit Klingen auf den Fiesling stürzen, leistet die Hexenmeisterin im Hintergrund feurige Unterstützung.

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Als die Stimmung bei der Krönung des neuen Erntechampions den Höhepunkt erreicht, wird dem freudigen Treiben ein jähes Ende gesetzt. Unheimliche Klingenwesen und Grauzwerge fallen unter der Führung eines Magus ins beschauliche Örtchen ein und vermiesen allen Anwesenden so richtig die Laune. Eine Angriffswelle nach der anderen macht sich über den mutigen Recken her, der sich mit seinen just erworbenen Kampffähigkeiten seiner Haut erwehrt und die örtliche Miliz zu mobilisieren versucht. Nach einigen Minuten ist der Spuk vorüber, Westhafen liegt in Schutt und Asche, die Leichen gefallener Streiter säumen die Straßen der einst so idyllischen Ortschaft. Aus einer Unterhaltung mit seinem Ziehvater erfährt der gebeutelte Heros, dass die Fieslinge hinter einem mysteriösen Splitter her sind.

In der ersten richtigen Hauptquest des Spiels soll das Schmuckstück aus einem nahe gelegenen, von ekeligen Käfern verseuchten Sumpf geborgen werden. Nachdem der Held mit vollen Taschen zurückkehrt, gilt es, die Kräfte des Kleinods zu erforschen. Zu diesem Zweck schickt ihn sein einstiger Vormund nach Niewinter, ins Gasthaus seines Onkels, der als erste Anlaufstelle dienen soll. Diese vermeintlich harmlose Mission ist zugleich der Auftakt einer langen Reise. Was es mit dem Splitter auf sich hat, warum ihn die Furcht erregenden Klingenwesen unbedingt in die gierigen Hände bekommen wollen und wer hinter der ganzen Sache steckt, offenbart sich in den nächsten Stunden.
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