Seit dem Jahr 2001 wird Breed nun schon entwickelt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass lediglich neun Leute und ein freier Mitarbeiter an dem Spiel arbeiten. Trotzdem braucht sich die Spieleschmiede Brat-Designs nicht vor der Konkurrenz verstecken, im Gegenteil.
ReingelegtDunkle Tage brechen für die Menschheit im Jahre 2600 an. Die Technik ermöglicht es den Menschen weite Galaxien zu erforschen und andere Planeten zu bewohnen. Viele Menschen haben die Erde verlassen, um in weit entfernten Kolonien zu leben. Diese Kolonien sind allerdings nur leicht bewacht und so eventuellen Aggressoren schutzlos ausgeliefert. Im Jahre 2602 machte sich die Alienrasse Breed diesen Fehler zu nutzen und greift die Kolonien im Besalius-Doppelsternsystem an. Da die Gegner ohne Strategie und Taktik angreifen, konnten sich die Bewohner anfänglich gegen die stümperhaften Breed verteidigen. Trotzdem mussten alle Streitkräfte der Erde, die USC, ausrücken, um den Kolonisten zu helfen. Zwar konnte die USC die Breed vernichten, aber nur ein Schlachtkreuzer, die „USC Darwin“, war noch so intakt, dass sie zur Erde zurückfliegen konnte. Der kriegsgesättigten Crew wurde jedoch nicht der Empfang geboten, den sie erwarteten. Denn die Breed hatten während der Abwesenheit der Streitmacht die Erde überrannt und die Bevölkerung versklavt. Nur einige Rebellen leisten noch Wiederstand gegen die Breed, die sich als intelligenter herausstellten, als sie eingeschätzt wurden. Sie erhöhten den Wasserspiegel, damit sich die Atmosphäre so verändert, dass sie für die Eindringlinge bewohnbar ist. Die Befreiung der Erde obliegt nun einzig und allein dem Spieler, der nur einen Vorteil hat: den Überraschungseffekt.
Die Grafik beruht auf der Mercury Engine, die von Brat-Designs eigens für das Spiel entwickelt wurde. Die Engine macht es möglich sehr große Landschaften detailliert darzustellen. Selbst am Horizont kann man die Umgebung, ohne nervige Nebeleffekte, erkennen. Auch die Wassereffekte sind sehr gut gelungen. In dem flüssigen Nass spiegeln sich Umgebung, Himmel und Fahrzeuge sehr realistisch. Breed verfügt über Echtzeitschatten. Diese tragen dazu bei, eine grafisch realistische Umgebung zu schaffen, in der Objekte realistische Silhouetten auf den Boden werfen. Das innovativste Feature der Engine ist der flüssige Übergang zwischen Weltraum und Atmosphäre. Ladezeiten gibt es daher nur zwischen den Missionen. Bei den Feuereffekten haben die Entwickler jedoch noch großen Nachholbedarf. Die Explosionen bestehen lediglich aus einer 2D Bitmap Textur was heute schon lange nicht mehr aktuell ist.
Außerdem ist das Farbschema der Breed viel zu bunt geraten. Genauso gut könnten sich die Fußsoldaten eine Zielscheibe auf den Torso malen.
Friss Plasma GunnyBreed bietet 18 spannende Missionen, in denen nach Herzenslust geballert werden darf. Jedoch steht auch taktisches Vorgehen auf dem Tagesplan. Dabei kann der Spieler in jeden Charakter seines Squads schlüpfen. Die Steuerung der restlichen Einheiten übernimmt derweil der Computer. Breed bietet viele unterschiedliche Charakterklassen. Neben der normalen Fußeinheit, dem Grunt, gibt es noch Mechaniker, Scharfschützen und Medic´s. Letztere heilen zum Beispiel auf dem Schlachtfeld verletzte Soldaten und sind somit fast unverzichtbar. Auf

den Spieler wartet auch eine große Anzahl an Waffen. Der USC steht als Standartwaffe die Cobra Assaultrifle in drei verschiedenen Ausführungen zu Verfügung. Natürlich gibt’s auch futuristische Shotguns, schwere MGs, Flammenwerfer und einen protzigen Raktenwerfer mit denen man den Breed kräftig einheizen kann. Doch diese schießen mit jeder Menge Plasmaguns zurück. Die K.I. der Blechkameraden lässt jedoch zu wünschen übrig, es nervt, dass die Squadmitglieder Klippen herunter laufen ohne wieder hoch zu kommen. Eines können die
Teamkameraden auf jeden Fall und das ist ballern. Wenn man Glück hat gehen die K.I.-Kämpfer aber auch in Deckung.
In Breed laufen sich die Grunts nicht nur die Füße wund, im Gegenteil: Insgesamt können 22 Fahrzeuge benutzt werden, um sein Missionsziel möglichst schnell zu erreichen. Der Buggy eignet sich perfekt, um schnell zu einem anderen Ort zu gelangen. Ein großer Nachteil des kleinen und wendigen Vehicles ist seine leichte Panzerung. Falls sich doch mal ein Breed in den Weg des Spielers stellt muss der Gegner erst mal Bekanntschaft mit der fest montierten Minigun machen. Falls gleich mehrere Einheiten bewegt werden müssen greift man kurzerhand zum Amored Personal Carrier, der gleich aus drei Rohren Blei spuckt. Wenn es mal richtig zur Sache geht steht auch noch ein Tank zu Verfügung, der einer fahrenden Festung gleicht. Mit gelenkten und ungelenkten Raketen werden die feindlichen Blechbüchsen in ihre Einzelteile zerlegt. Außerdem schafft das Plasmageschütz und eine Minigun Platz auf dem Schlachtfeld und falls das immer noch nicht reicht können noch zwei weitere Geschütze von Teamkameraden besetzt werden. Auch in der Luft geht es heiß her. Ein kleiner wendiger Fighter kümmert sich mit der Minigun und massig Raketen um alles, was in der Luft schwirrt und wenn es für die Kollegen auf der Erde mal kritisch wird, kann der Fighter kurzerhand einige Bomben abwerfen, um die gegnerischen Reihen zu lichten. Was der Tank am Boden ist, stellt das Dropship in der Luft dar. Es ist üppig mit Miniguns, Raketen und anderen Mordwerkzeugen ausgerüstet, um feindliche Einheiten wortwörtlich auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Das Aufgabengebiet des Dropships beschränkt sich aber nicht nur auf das Vernichten feindlicher Einheiten, es wird primär zum Transport von Einheiten und Fahrzeugen genutzt. Da es größer und schwerer ist als der Fighter steuert es sich auch dementsprechend träger.
Auf Anraten der Community haben die Entwickler, die hin und her Bewegung des Bildausschnittes bei dem Laufen (Bob View) entfernt. Da der Bob View in einer frühen Betaversion dem Spiel einiges an Schnelligkeit nahm. Die Steuerung der Fahr- und Flugzeuge ist nicht zu 100% realistisch, was alles andere als ein Minuspunkt ist da man meistens genug mit dem Schießen beschäftigt ist.
Beam me up ScottyDie Synchronstimmen sind mehr schlecht als Recht, die künstlich verzerrten Stimmen wirken einfach zu billig. CDV hat aber schon für Abhilfe gesorgt und neue Synchronsprecher verpflichtet. Die peppige Hintergrundmusik ist stimmig und nicht zu aufdringlich.
Im Multiplayer warten vier verschiedene Modis auf den Spieler. Im
Deathmatch bekämpfen sich alle gegenseitig. Im Teamdeathmatch wird nur auf die gegnerische Partei geschossen. Falls man im King of the Hill Modus überleben will, sollte sich der Spieler einem der zahlreichen Fahrzeuge bemächtigen damit man seine Stellung mit geballter Feuerkraft verteidigen kann. Im Assault Modus muss die Basis des Gegners erobert werden. Dort kann sich der Spieler ebenfalls verschiedenster Fahrzeuge bemächtigen, um an sein Ziel zu kommen. Den 32 Spielern, die sich gleichzeitig auf Internet- oder Lanservern tummeln, steht ein Jetpack zur Verfügung. Ein kleiner Nachteil ist, dass man während der Benutzung nicht auf Feinde schießen kann, dazu muss man schon sanft zu Boden gleiten.
Ersteindruck:
Breed hat definitiv das Potenzial ein Top Game zu werden. Bleibt zu hoffen, dass die zahlreichen Verschiebungen seitens der Entwickler auch genutzt wurden. Breed muss seine Akzente klar im Multiplayer setzen. Das soll nicht heißen, dass der Singleplayermodus langweilig wird, sondern er wird nichts revolutionär Neues bieten. Eine der größten Schwachpunkte von Breed ist die K.I., die den Spielspaß deutlich hemmt. Trotzdem kann Ich es kaum erwarten das Breed erscheint.