Wer wollte nicht einmal für einen Tag ein Gott sein? Peter Molyneux und seine Spieleschmiede Lionhead erfüllten diesen Traum, als sie Black & White auf den Markt brachten. Das Spiel strotzte nur so von Neuerungen, welche es so noch nie in einem Computerspiel vereint gab.
Man konnte als Gott völlig frei über ein Volk herrschen, wobei einem stets die freie Wahl zwischen guten und bösen Taten offen stand. Dies wirkte sich zum einen auf den Tempel und das Volk, zum anderen aber auch auf die Kreatur aus, welche im frühen Laufe des Spiels wählbar war. Dies war der andere große neue Aspektpunkt -
Die Kreaturen.Iim Prinzip ein Tamagotchi in der XXL-Ausführung, welches es zu erziehen galt. Man musste dem Schützling beibringen wo er sein Fressen herbekommt, was er isst und wie er sich zu den Dorfbewohnern verhalten soll. Sogar virtuelle Tatoos konnte man ihm verpassen, welche das Tier dann im späteren Online-Spiel identifizierten. Doch nachdem der erste Teil abgeschlossen war sahen Molyneux und sein Team,viele Fehler, die sie gemacht hatten und welche es in einem Nachfolger auszubügeln gilt. Also begannen sie sogleich nach der Veröffentlichung und einer kurzen Entwicklungspause mit der Entwicklung von Black and White 2.
Gut oder Böse ?Im ersten Teil ging es hauptsächlich um das friedliche bzw. Lösen von diversen Aufgaben, welche entweder die Story vorantrieben oder Nebenquests darstellten. Im zweiten Teil kehrt man in die Welt, auf der man sich im ersten Teil ausgetobt hatte, zurück. Doch mit Schrecken wird einem vor Augen geführt, dass die einst so friedlebenden Völker im Krieg miteinander stehen. Und wieder wird der Spieler vor die Wahl gestellt – treibt er die Schlachten an oder versucht er sie zu schlichten? Dies bedeutet natürlich eine Änderung, was das
Gameplay anbelangt. Es wird viel dynamischer ablaufen, zudem wird es im zweiten Teil endlich möglich sein, Basen, ja sogar ganze Städte, aufzubauen.
Auf hoher SeeDoch was benötigt man seit jeher zur Kriegsführung mit Schild, Schwert oder Lanze? –Eisenerz. Dieses unerlässliche Material wird es allerdings nicht in Hülle und Fülle geben. Und hier springt ein weiteres neues Feature von Black and White 2 ein: Die Übersiedlung auf andere Inseln. So soll es auch natürliche Gegner bei der

Überbrückung des kühlen Nasses geben. Dies führt natürlich auch zu spektakulären Seeschlachten sofern sich zwei, ,jeweils von einem anderen Dorf stammenden, Kriegsschiffe über den Weg laufen sollten. Dort zischen dann Kanonenkugeln durch die Luft, das Kielwasser spritzt meterhoch und große Rauchschwaden legen sich über den Kampfort. Gibt es keine Gegner auf hoher See sollen Stürme und Flutwellen die Schiffe während einer langen Überfahrt zum Kentern bringen.
Die KriegsführungWas die Kriegsführung auf Land betrifft, so wird man seine Mannen nur indirekt über
sogenannte „Disciple Leader“, zu deutsch Anführer der Jünger, befehligen können. Diesen kann Kampfverhalten, Taktik oder Formation mitgeteilt werden, welche sie umgehend der tobenden Schar entgegenbrüllen und diese somit steuert. Es wird sogar möglich sein mehrere Trupps zu großen Gruppen aneinander zu „binden“. Eine tolle Neuerung ist sicherlich auch, dass man seinen Kreaturen das Befehligen seiner Armeen beibringen kann, welche diese dann per Handzeichen oder Gesten über das Schlachtfeld bewegen. Diese werden in Black and White 2 ebenfalls einem Rollenwechsel unterzogen. Im zweiten Teil sind die Tiere mehr auf Kriegsführung ausgerichtet, sie sollen sogar Rüstungen verwenden können.
Auch im Design-Bereich der Kreaturen hat sich einiges getan. Bei einer Black and White 2-Präsentation auf der diesjährigen Games Convention konnte man zum Beispiel lebensechte Animationen und im Wind physisch korrekt wehende Haare betrachten. Sogar eine Funktion, welche Teile der Kreatur aus dem ersten Teil teilweise in den zweiten Teil überträgt, soll ins Spiel implementiert werden. Auch die im ersten Teil erlernten Fähigkeiten sollen erhalten bleiben.
Im Vorgänger konnte man seine Kreatur gegen eine von 16 Neuen eintauschen. Im
Sequel gibt es neben insgesamt fünf wählbaren Tieren noch zusätzlich einen Wolf die Tauschmöglichkeit entfällt gänzlich.
Epische KämpfeDie Schlachten an sich sind packend in Szene gesetzt und erinnern an Szenen aus der Herr der Ringe. Was den Aspekt Gut & Böse betrifft, nun dieser soll in Black and White 2 weiter konkretisiert werden. Im ersten Teil musste man beispielweise auf böse Zauber zurückgreifen um sich zu verteidigen und wurde so mehr und mehr zu einem bösen Gott. Das Spiel wird im zweiten Teil intelligenter agieren und merken, ob aus purer Bosheit oder einfach nur aus Verzweiflung gehandelt wird. Was die Grafik betrifft, so stockt das
Sequel mächtig auf. Dies zeigen die Screenshots in unserer Galerie deutlich. Wunderschön anzusehende Kreaturen und toll konstruierte Städte. Dazu das altbewährte Steuerungssystem der Gottes-Hand, mit der man sich bequem über den Boden ziehen und mit der Umwelt interagieren kann.
Ersteindruck:
Die Lionhead Studios haben mit Black and White 2 einen wirklich mehr als würdigen Nachfolger in Arbeit, der den ersten Teil um tolle neue Funktionen erweitert. Leider wurde die Anzahl der zu wählenden Kreaturen von 16 auf fünf heruntergesetzt. Dies wird jedoch wohl durch Modder sicherlich wieder reingeholt. Aktuelle Screenshots machen definitiv Lust auf mehr. Hoffen wir also, dass Peter Molyneux das Spiel rechtzeitig veröffentlicht, damit die Spieler im wahrsten Sinne des Wortes erneut Gott spielen können.