Marco "Gnoos" Neubert Mit Spore könnte Maxis noch mehr Spieler abgreifen als mit Sims. Solch ein allumfassendes Aufbauspiel zieht nicht nur Simulation-Freunde an, sondern lockt auch genrefremde Spieler hinter dem Ofen hervor.
Will Wright will wieder mal Videospielgeschichte schreiben. Nachdem sich der Kopf von Maxis mit Sims bereits unsterblich machte, will er die Spielerschaft nun mit Spore beglücken.
Einmal ans Ufer geschwemmt, begebt ihr euch auf Entdeckungstour. Meist liegt nicht weit vom ersten Schritt entfernt ein Skelett in der Gegend, das euch nach kurzem Erkunden mit einem neuen Körperteil belohnt. Erstmals überhaupt könnt ihr nun charakterliche Eigenschaften entwickeln. Fleisch- oder Pflanzenfresser? Lieb und gesellig oder gewaltbereit und aggressiv? Schnell lernt ihr neue Wesen auf dem Planeten kennen und macht je nachdem freundliche oder weniger freundliche Begegnungen. Um mit einer anderen Rasse eine Art Freundschaft einzugehen, könnt ihr für euer Gegenüber singen, tanzen und andere lustige Gesten machen - zunächst habt ihr allerdings nur das Singen in petto. Auch für Angriffe steht euch anfangs nur eine Bissattacke zur Verfügung. Erst durch den Lernprozess in der Evolutionsleiste stehen euch mit der Zeit mehr und mehr Moves zur Verfügung. Bei all dem Entdecken, Vernichten und Knuddeln solltet ihr aber auch am Nest eures Volkes für Unterhaltung und vor allem Nachwuchs sorgen. Liegt ein Ei drin, könnt ihr euch nicht nur auf Nachkommen freuen, sondern auch das Aussehen eurer Rasse ändern. Genau wie sich der Mensch im Verlauf von Jahrhunderten entwickelte, kann sich auch euer Volk mit der Zeit wandeln. Versucht Neues. Gebt euren Lieblingen ein paar Ohren, einen kleinen Schnabel oder einen Dornenschwanz.
Die Kreatur von Welt reist natürlich auch im eigens designten Gefährt.
Erreicht ihr die Stamm-Evolutionsstufe, müsst ihr euch nicht mehr nur um ein Wesen kümmern, sondern gleich ein ganzes Dörfchen auf Trab halten. Freundschaften und Interaktionen mit anderen Planeten-Bewohnern sind zwar weiterhin wichtig, doch um sich weiter zu entwickeln, braucht euer Volk eine angemessene Stadt. Drückt ihnen Werkzeuge in die Hand und lasst sie voneinander lernen. Für Unterhaltung sorgen die kleinen Racker schon selbst. Machen sie zum Beispiel zwischen Weiterentwickeln und Bauen eine kleine Pause, versucht sich das ein oder andere Tierchen schon mal als Gesangstalent. Besonders lustig: die anderen Bewohner stehen nicht nur regungslos da, sondern halten Schilder mit Noten hoch.
Sind die Grundrisse der Stadt gelegt, geht es in die gleichnamige,
vorletzte Evolutionsstufe. Hier könnt ihr Einzelheiten am Zuhause eurer Rasse verfeinern. Erforscht Technologien, verbessert die Infrastruktur und stellt erstmals Fahrzeuge her. Nachdem die prachtvolle Stadt ausgebaut ist, solltet ihr euch den Planeten angeln. Da ein Ausrotten aller anderen Rassen eher einem Harakiri-Kommando gleichkäme, ist es sinnvoll, sich mit anderen Kreaturen zu vereinen. So erspart ihr euch nämlich nicht nur den Stress der Raufereien, sondern könnt gleichzeitig von den lieben Nachbarn einiges lernen.
Die ersten Hütten stehen und ganz so dumm scheinen die Einwohner auch nicht mehr zu sein - Evolution sei dank.
Keine Technologien mehr zu erforschen? Den kompletten Planeten schon zig Mal abgelaufen? Ein Fünkchen Langeweile kommt auf? Dann nichts wie rüber in die Weltall-Evolutionsstufe. Mit den eigens kreierten Raumschiffen düst ihr Richtung Sonnensystem, um andere Sterne zu erkunden. Die Galaxie bietet dabei so unglaublich viele Planeten, dass selbst Mario vor Neid den Schraubschlüssel fallen lassen würde. Aufgeteilt sind die Welten in T-Zonen. Entdeckt ihr einen möglichen neuen Lebensraum mit einer T-0-Einstufung, könnt ihr getrost zur Landung ansetzen: Hier lebt nichts, hier wächst nichts. Ganz anders dagegen sieht ein T-3-Planet aus. Hier sind weitläufige Grünflächen vor lauter Bevölkerung rar. Zudem könnt ihr euch einer freundlichen Willkommens-Partie nicht sicher sein. Aggressive Völker, die ihren Planeten für sich beanspruchen, blasen hier und da zum Angriff. Angehende Feldherren sollten sich hier gut überlegen, ob sie in die Offensive gehen oder doch lieber einen anderen Planeten aufspüren.
Irgendwann wird selbst der größte Planet zu klein. Also ab ins UFO und volle Kraft voraus.
Wie schon bei den Sims habt ihr auch in Spore kein wirkliches Ziel. Die Welteroberung ist so gut wie unmöglich, einen richtigen Story-Strang mit dramatischem Ende sucht ihr vergebens. Spore reift zu einem Stundenfresser heran, der sich durch neue Inhalte der Spieler fortwährend weiterentwickeln wird.
Ersteindruck:
So viel Kreativität, Spielwitz und Entscheidungsfreiheit habe ich noch nie gesehen. Spore ist mehr als das lustige Definieren einer neuen Rasse. Es ist mehr als ein stumpfes Aufbauspiel für ein neues Volk. Spore legt mit seinen fünf Schritten der Evolution neue Grundsteine und bietet erstmals die Möglichkeit, die Ideen der Spieler wirklich in ihrer eigenen Rassen widerzuspiegeln. Die Völker werden sich nicht nur im Aussehen unterscheiden, sondern auch in ihren Bewegungen, ihrer Architektur und ihrem Verhalten. Spore erschafft ein einmaliges Universum, das es so noch nie gegeben hat. Es wirft die Freiheiten von Little Big Planet und Black&White in einen Topf und garniert den köstlichen Mix mit frischen Ideen. Ich freu mich auf den Release!
einen planeten kannst du schon erobern und
besiedeln...aber das ganze universum ist schlichweg
unmöglich, weil es soooooo viele planeten, kreaturen,
rassen, baustellen gibt ,)
14.02.2008 - 15:21 Uhr Gnoos
besiedeln...aber das ganze universum ist schlichweg
unmöglich, weil es soooooo viele planeten, kreaturen,
rassen, baustellen gibt ,)
14.02.2008 - 14:19 Uhr Ghaleon
verwechselt; "Genewars" meinte ich. ^^
(Von Creatures könnte es auch mal eine Will Wright
Neuauflage geben)
14.02.2008 - 14:12 Uhr Ghaleon
Bullfrog :-)
Aber wie ist es bei diesem Spiel mit der
Langzeitmotivation... und wieso kann man keine
kompletten Welten erobern =?