Echtzeit-Strategie meets Rollenspiel, so könnte man SpellForce – The Order of Dawn wohl am Besten beschreiben. Denn Entwickler Phenomic will die beiden Genres nach guten Anleihen wie in WarCraft 3 oder misslungenen Versuchen à la Knightshift endlich konsequent vereinen und damit ein völlig neuen Genre-Mix erschaffen.
Die Welt in der SpellForce spielt, trägt den Namen Eo. Sie wurde von einigen Zauberern in über 20 nicht zusammenhängende Areale geteilt. Jetzt kann man die einzelnen Teile nur noch über magische Portale erreichen. Die Aufgabe des Spielers besteht darin, die Gebiete wieder zu vereinen. Jede Region erzählt ihre eigene Geschichte und beinhaltet jeweils neue Mission und Gegner, die es zu bewältigen gilt. Man hat jederzeit die Möglichkeit zwischen den Gebieten hin und her zu reisen, auch wenn man eines bereits abgeschlossen hat. Doch kann es passieren, dass sich an von Gegnern befreiten Orten neue Halunken eingenistet haben.
Oder man trifft auf eines der sechs Völker: Elfen, Menschen, Zwerge, Orks, Dunkelelfen und Trolle. Wobei die ersten drei die gute und die letzten drei die böse Seite im Spiel verkörpern.
In WarCraft noch eine gute Erweiterung, wird der
Rollenspiel-Part in SpellForce nun richtig ausgebaut. So stellt man sich beim Start der Singleplayer-Kampagne einen individuellen Charakter, den Avatar, zusammen. Man kann Geschlecht, Klasse und Aussehen bestimmen. Außerdem hat man die Möglichkeit einen von sieben Talent-Typen zu wählen, der wiederum bis zu vier Spezialisierungen hat. Bei der Elementar-Magie muss man sich dann beispielsweise für Eis-, Erde- oder Feuermagie entscheiden. Zudem kommen noch sieben Grundfertigkeiten wie Stärke, Beweglichkeit oder Intelligenz.

Neben dem Avatar kann man bis zu fünf weitere Helden besitzen, die zwar nicht die gleiche Stärke des Protagonisten erreichen, aber trotzdem eine sehr hilfreiche Erweiterung der Armee darstellen. Wenn man beispielsweise einen Nahkämpfer als Avatar hat, stellt sich ein Zauberer mit Heilkünsten als äußert nützlich heraus. Zu ihrer Partie gesellen sich die üblichen "normalen" Einheiten: Arbeiter erstellen Gebäude und sammeln Ressourcen, Schwertkämpfer bilden die erste Angriffsreihe und Bogenschützen schießen aus der zweiten Reihe auf die gegnerische Armee. Dazu kommen verschiedene rassenspezifische Einheiten, wie
Kleriker, Druidin oder Hexenmeister. Um bei einer großen Armee nicht den Überblick zu verlieren, werden alle Helden und in Gruppen eingeteilte Einheiten am oberen Bildschirmrand angezeigt, sodass man sie sehr komfortabel in die Schlacht führen kann.
Bisher war es üblich in einem Strategiespiel mit der linken Maustaste die eigene Einheit anzuwählen und mit der rechten auf eine gegnerische zu klicken und damit den Befehl zum Angriff zu erteilen. Dieses funktioniert in SpellForce genauso, allerdings haben sich die Entwickler auch etwas Neues einfallen lassen, dass das Steuern stark erleichtert, das Ganze nennt sich Klick and Fight: man klickt auf die Einheit des Gegenspielers. Nun erscheint am oberen Bildschirmrand unter den Portraits ihrer Armee und ihrer Helden die Angriffsmöglichkeiten die sie zu bieten haben. Jetzt hat man die Option einen direkten Angriffsbefehl zu erteilen oder einen ihrer Zauber in die feindlichen Reihen zu schleudern. Das Gleiche funktioniert auch bei den eigenen Einheiten, allerdings nicht mit einem Angriff, sondern beispielsweise mit einem Heilzauber.
Die Grafik von SpellForce stellt alles bisher da gewesene in den Schatten. Selbst Command & Conquer Generäle muss sich angesichts dieser Grafikpracht geschlagen geben. Solch detaillierte Welten und Einheiten hat man bis jetzt noch nicht gesehen. Auch die Zaubersprüche sehen sehr gut aus und stehen denen aus WarCraft 3 in nichts nach. Allerdings hat das auch seinen Preis: um das Spiel in höchsten Auflösungen spielen zu können, sollte es schon ein PC mit 1,8 GHz, 512 MB und einer GeForce 4 Ti sein. Aber vielleicht ändert sich diesbezüglich noch etwas bis zum Release.
Ersteindruck:
SpellForce – The Order of Dawn hat mir schon jetzt sehr viel Spaß gemacht. Die ersten Missionen, die ich spielen konnte waren sehr abwechslungsreich und spannend. Dazu kommt die Möglichkeit meinen eigenen Avatar zu erstellen und mit einer Partie aus bis zu sechs Charakteren in die Schlacht zu ziehen. Außerdem haben es mir die tolle Grafik und die komfortable Steuerung sehr angetan. WarCraft 3 sollte sich warm anziehen, denn mit SpellForce steht uns Ende November ein potenzieller Spitzenreiter ins Haus.