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9
Hype it!
Release: PC: 3. Quartal 2007
Status: keine Angabe
Plattformen: PC
Publisher: keine Angabe
Entwickler: Frogwares
Genre: Adventure
Off. Seite: sherlockholmes-spiel.de
Fansite: keine Angabe

Der Schnüffler und der Dieb

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Hype it!
In seinem neuesten Auftritt wird der britische Gentleman mit der markanten Pfeife und der angeborenen Spürnase all seinen Sachverstand brauchen, denn sein Gegenspieler ist niemand Geringerer als Arsène Lupin. Die vom französischen Autor Maurice Leblanc erschaffene Romanfigur genießt in Frankreich und Kanada Kultstatus und ist auch über diese Grenzen hinaus äußerst populär. Als Kunstkenner, Schöngeist und nicht zuletzt auch Meisterdieb sowie Verwandlungskünstler mit einer Abneigung zur Gewalt, verkörpert der Franzose den perfekten Widersacher für Sir Arthur Conan Doyles' Londoner Detektiv. Mit der ihm eigenen, an Arroganz grenzenden Selbstsicherheit fordert Lupin Holmes mittels Brief zu einem intellektuellen Wettstreit heraus. Er werde das britische Empire vor den Augen der Welt blamieren, indem er fünf wertvolle Objekte stiehlt. Die Sachen befinden sich natürlich nicht irgendwo, sondern in prestigeträchtigen Orten wie der Nationalgalerie, dem Britischen Museum, dem Tower of London und dem Buckingham Palast. Holmes und sein treuer Gefährte Watson nehmen die Herausforderung selbstverständlich an.

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Der Einstieg ins Spiel ist gelungen. Melodische Geigen- und Klavierklänge, die die Atmosphäre der Viktorianischen Zeit gut rüberbringen, laden dazu ein, sich entspannt zurückzulehnen, um sich ganz der entfaltenden Story hinzugeben. Die Geschichte ist auch mit Abstand das Beste an Sherlock Holmes IV. Spannend und fesselnd ermuntert sie den Spieler, immer noch einen Schritt zu wagen. Dabei wird je nach Situation nicht nur Holmes, sondern auch Watson oder Inspektor Lestrade gesteuert.
Die Ansicht ist sicherlich Geschmackssache. Wie schon im Vorgänger erfolgt das Spielgeschehen aus der First-Person-Perspektive. Während manche darin eine Todsünde sehen, freuen sich andere über das Gefühl, wahrhaftig ein Teil der Geschichte zu sein. Die Steuerung ist kinderleicht und für jeden, der schon mal einen 3D-Shooter gespielt hat, ohne Probleme verständlich. Befindet man sich nahe genug vor einem interessanten Objekt oder Charakter, erscheint ein Interaktionssymbol, das man dann mit der linken Maustaste aktivieren kann. Stundenlanges Absuchen des Bildschirmes nach einzelnen Pixeln entfällt also. Insgesamt bemüht sich Sherlock Holmes IV merklich darum, den Spieler nicht unnötig zu frustrieren und bietet die Möglichkeit, bereits besuchte Orte mit einem einfachen Klick auf die Karte zu erreichen und somit unnötige
Laufwege zu vermeiden. Ebenso sinnvoll ist die Möglichkeit, alle Gespräche noch einmal durchlesen zu können - nur für den Fall, dass man den entscheidenden Hinweis verpasst hat. Auf die gleiche Weise kann man sich auch vergewissern, was es denn momentan eigentlich zu tun gilt.

Bedauerlicherweise bietet das Spiel nur sehr wenige Interaktionsmöglichkeiten: Man hat mitunter das Gefühl, eher einen interaktiven Film als ein reinrassiges Adventure zu spielen. So beschränken sich z.B. die Dialoge auf die Vorgabe eines Stichwortes, das jeweils eine kleine Dialogsequenz zwischen Spieler und NPC startet. Der Gesprächsverlauf selbst kann nicht beeinflusst werden.

Neben der mangelnden Interaktion stellt die strenge Linearität das größte Manko des Spiels dar. Wer wirklich mal etwas übersieht oder ein bestimmtes Puzzle partout nicht lösen kann, der hat keine Möglichkeit, sich zunächst mit etwas anderem zu beschäftigen und steckt unweigerlich fest. Hat man dazu noch den Anspruch, ohne Komplettlösung ans Ziel zu kommen, bleiben Frustmomente zwangsläufig nicht aus. Das ist umso ärgerlicher, da der Fluss der Story merklich unterbrochen wird. Die Rätsel an sich reichen von simplen "Finde das Buch"-Aufgaben, die den Spieler wie einen Dienstboten von Punkt A nach Punkt B laufen lassen, bis hin zu verworrenen Assoziationsrätseln, wo dem Gesprächspartner per Tastatur ein passendes Stichwort gegeben werden muss. Auch wenn die Puzzles sicherlich kein Highlight darstellen, so sind sie die meiste Zeit zumindest logisch und nachvollziehbar.

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Grafisch ist das Spiel nicht auf der Höhe der Zeit. Die Räume wirken oft steril und die Texturen sind einfallslos. Spiegel geben weder Raum noch Spieler wieder, sondern zeigen nur einen hellen unförmigen Pixelbrei, während Türen, die nicht zum Öffnen bestimmt sind, einfach als Textur auf die Wand geklatscht werden. Einzig die Bilder in der Nationalgalerie können überzeugen und verleihen dem eher tristen Gebäude einen edlen Touch. Die Figuren bewegen zwar beim Sprechen den Mund, die meiste Zeit sogar synchron, wirken aber generell sehr steif. Insgesamt hat sich in Sachen Grafik seit dem letzten Teil nicht viel getan.

Die Musik, die anfangs noch stimmig die nötige Atmosphäre rübergebracht hat, wiederholt sich viel zu schnell und wird mit der Zeit einfach eintönig. Die in der Preview-Version leider nur englische Sprachausgabe bewegt sich hingegen durchweg auf hohem Niveau und vor allem Dr. Watson versprüht britischen Charme. Wessen Englisch ein wenig eingerostet ist, der kann sich mit den guten deutschen Untertiteln behelfen. Leider sind diese in Weiß nicht immer deutlich lesbar. Generell ist "Sherlock Holmes jagt Arsène Lupine" eher textlastig und sollte von Lesemuffeln gemieden werden. Zum Glück wird die finale Version vollständig lokalisiert. Sollte die deutsche Sprachausgabe an das englische Original heranreichen, dann steht dem Spielspaß kaum noch etwas im Weg.

Zählt man aber noch ein paar kleine vermeidbare Schwächen hinzu (kaum erkennbare Briefschrift, keine Scrollbalken bei den Dialogmitschriften und vor allem die Notwendigkeit nach einer Veränderung der Grafikoptionen jedes Mal neu starten zu müssen) dann wird deutlich, dass Frogwares vermutlich keinen neuen Meilenstein im Adventurebereich abliefern wird.

Ersteindruck:

Alles in allem hat man bei "Sherlock Holmes jagt Arsène Lupine" das Gefühl, dass ein Buch oder auch ein Film die bessere Verwertung der guten Story gewesen wäre. Fans des Vorgängers wird es nicht stören. Falls die kleinen Mankos der Preview-Version zum Release noch behoben werden, sollten auch alle anderen Sherlock Holmes IV im Auge behalten.
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