Nachdem wir uns bereits die letzten Monate nach Assassin’s Creed sehnten, konnten wir heute endlich das erste Mal Hand anlegen.
Mit großen Worten wurde Assassins Creed nun schon mehrfach der Presse vorgestellt. Auf den UbiDays in Paris konnte man gar einen ersten InGame-Trailer genießen. Nun macht UbiSoft den nächsten Schritt und lässt die Presse ran an die Controller. An einer
Playstation 3 wurde das ersehnte Stealth-Action-Spiel mit all seinen Raffinessen etwas genauer vorgestellt. Der Einstieg ins Spiel ist fulminant. Weit über den Dächern der Stadt Jerusalem thront Assassin Altair auf einem schmalen Holzbalken. Vom Weitblick über die Stadt gefesselt, weilt man auf jenem Steg, um den prächtigen Ausblick zu genießen. Im Vergleich zum letzten Jahr zeigt sich das Areal 15 mal größer und schöner denn je.
Die Architektur lässt selbst Kunst-Muffel ins Staunen geraten und weiß auf Anhieb zu gefallen. Doch man will Taten sprechen lassen und nicht nur auf den sensationellen grafischen Part setzen. Und genau deswegen stürzt man sich beim Sprung vom Balken nicht nur in einen Heuhaufen, sondern auch mitten rein ins Geschehen. Es hängt zwar hier und da noch ein bisschen Stroh am edlen Gewand, doch soll das nicht weiter stören, wenn man durch die Menschenmassen Jerusalems zieht.

Die Grafik ist - auch aus dieser Entfernung - ein Augenweide.

Das Besondere am Spiel, so erklärte man immer wieder während der Präsentation, sei die grandiose
KI. Vermummte Frauen, die ihrem Alltag nachgehen, Wachen, die auf jede noch so kleine Ungereimtheit achten und Priester, die stundenlang beten. Doch damit ist es noch längst nicht getan, denn das haben bereits andere Spiele in ähnlicher Form gezeigt. Nein, das wirklich Einzigartige ist die Intelligenz der Bewohner. Sprintet man beispielsweise durch die Gassen der heiligen Stadt und rempelt eine Frau an, kommt diese aus dem Gleichgewicht, lässt ihren Topf fallen und reagiert prompt mit ein paar netten Worten. Vorsicht ist also nicht nur bei den Missionen geboten, denn erlaubt man sich zu viel des Guten, schreiten die Wachen ein, die quer über die Stadt verteilt sind und auch vor einem Angriff nicht zurückschrecken. Besonders gefährlich wird es, wenn man nicht nur

eine Wache vor sich hat, sondern gleich ein ganzes Rudel. Hier muss man sich entscheiden: Schnell auf den Dächern der Stadt das Weite suchen oder alles auf eine Karte setzen und sich gegen die aufgebrachte Meute zur Wehr setzen?
Da die Kämpfe im Vergleich zu Dark Messiah einen guten Zacken schwerer sind, sollte man sich verdrücken und die Künste Altairs gebrauchen. Der Assassin ist nämlich nicht nur gut zu Fuß, sondern kann auch weit springen und sich an fast jeder Mauer entlang hangeln. Natürlich bedarf es auch einiger Übungsläufe, bis man all die Kniffe raus hat. Doch wenn man sich einmal eingefunden hat, gibt es keine Grenzen mehr. Jede noch so hohe Mauer kann auf irgendeine Art und Weise bezwungen, jede noch so große Schlucht zwischen den schicken Bauten überwunden werden. Der Protagonist erinnert dabei an einen Parcours-Sportler, den man als Spiderman des Mittelalters beschreiben könnte.
Sollte man sich entgegen der menschlichen Logik für den Kampf gegen zehn oder mehr Wächter entscheiden, switcht man durch Druck auf L1 in den Kampfmodus. Hier kann man sich nicht nur mit Daggern und dem Schwert zur Wehr setzen, sondern die Gegner auch mit allerlei Tricks und speziellen Griffen beseitigen. Gerade die Konterattacken können im Kampf überzeugen und bieten völlig neue Möglichkeiten. Setzt der Angreifer beispielsweise zum Schlag an, kann man im richtigen Moment blocken und zurückschlagen. Hier wechselt manchmal sogar die Kameraperspektive und zeigt die tollen Moves des Assassins aus nähchster Nähe. Doch nicht nur im Nahkampf kann sich Altair beweisen, auch das Werfen von Daggern klappt prima. Meist reicht schon ein Wurf aus, um den Feind ins Gras beißen zu lassen.

Um durch die Menschenmassen zu kommen, muss Altair die Umgebung zu seinem Vorteil nutzen.

Passend zur sehr guten grafischen Umsetzung trägt auch der Sound maßgeblich zur unbeschreiblichen Atmosphäre bei. Die ruhigen und leisen Gespräche in den engen Gassen der Stadt ergeben im Zusammenspiel mit den hektischen und lauten Schreien, beispielsweise während einer Verfolgungsjagd, ein stimmiges Gesamtbild. Abgerundet wird der Audiopart durch die passende Hintergrund-Musik, die sich perfekt ins Ambiente eingliedert und in den actionreichen Szenen für allerhand Adrenalin im Blut sorgt.
Ersteindruck:
Wow, ich bin begeistert. Die Actioneinlagen, das Schleichen, das Springen, Kraxeln, Ziehen, Stumpen – Assassin’s Creed schafft es, die Schleicheinlagen von Splinter Cell mit der lebendigen Welt eines Siedlers und den erweiterten Kämpfen eines Dark Messiah zu vereinen Nebenbei schickt es sich an, in Sachen Atmosphäre neue Maßstäbe zu setzen. Hier führt man nicht einfach nur einen Auftrag aus oder läuft just for fun durch die Gegend. Nein, hier fühlt man sich wie in einer Welt voller Gefahren. Man vertieft sich in die Geschichte von Altair und überlegt, wie man die nächste Hürde am besten überwinden kann. Toll sind dabei vor allem die verschiedenen Lösungswege. Ob brachiale Gewalt oder übertriebene Vorsicht. Man ist selbst Herr der Lage und kann nach Belieben handeln. Wenn die Story ähnlich fesseln sollte wie bereits jetzt die Atmosphäre und auch die anderen Schauplätze so liebevoll detailreich gestaltet werden, könnte Assassin’s Creed nicht nur ganz oben auf UbiSofts Portfolio-Thron sitzen, sondern auch zum Titel des Jahres heranreifen.
20.07.2007 - 17:53 Uhr gammla
Release: X360: 09.11.2007
PS3: 09.11.2007
-------> PC: 09.11.2007
laut pc games ist ne pc version in arbeit.. ob die nun
wirklich zeitgleich mit der konsolenversion
veröffentlicht wird? wer weiß...
14.07.2007 - 13:09 Uhr hoffentlich