Wer an Ascaron denkt, dem fallen Spiele wie die Fußballmagerreihe Anstoss ein, vielleicht auch das Actionspiel Devastation. Doch diesmal gehen die Gütersloher Entwickler einen anderen Weg: Ihr erstes Rollenspiel Sacred will es mit der großen Konkurrenz von Blizzard aufnehmen.
Wie in fast jedem
Rollenspiel üblich beginnt man in Sacred mit der Charakterauswahl. Zur Auswahl stehen der Gladiator, der Magier, der Dunkelelf, die Waldelfin, die Seraphin und die Vampir Lady. Der Gladiator ist ein Waffenexperte der auch mit größeren Waffen gut umgehen kann. Der Magier, der mit seinen Zauberkünsten eher von der Ferne angreift und Nahkampfwaffen wie Dolche nur zieht, wenn seine Magiereserven aufgebraucht sind. Der Dunkelelf ist der Martial Arts Experte der Sippe, der mit Dolch und zweihändigen Waffen am besten auskommt. Die Waldelfin ist eine Fernkämpferin deren bevorzugte Waffe der Bogen ist. Die Seraphin ist eine Kombination aus kämpfender und zaubernder Rasse. Dieser Charakter ist sozusagen ein Multitalent, das mit alles Arten von Waffen zurechtkommt.
Die Vampir Lady wiederum ist eine Kombination aus Kämpferin und Monster. Sie mutiert in der Nacht zum Vampir und kann den Gegner sogar mit Bissattacken das Blut aussaugen.
Sacred spielt in einer Welt namens Ancaria und besteht aus Sage und Schreibe 16 Storyregionen. Im Vergleich: Diablo 2 lediglich drei solcher Regionen. Jede Region unterscheidet sich durch ihre Größe und vor allem durch ihren grafischen Stil. Das heißt, dass sich in jeder Region ein anderer Baustil sowie eine veränderte Flora und Fauna auffinden lässt. Das „Kernland“ besteht aus schönen Wäldern, Wiesen sowie mittelalterlichen Burgen und Städten. Im Süden des Landes hingegen liegen Ödländer, die vor allem von Orks bewohnt werden. Nördlich finden man vor allem vereiste kaum bewohnte Landschaften.
Am Anfang der Story befindet sich der Spieler in einem Startdorf. Jenes Dorf und dessen Umland dienen zugleich als Tutorial, in welchem dem Spieler die grundliegenden Begriffe wie Steuerung erklärt werden. Verlässt man dieses Gebiet stehen dem Spieler ¾ der gesamten Welt offen. Das übrige Viertel wird durch Story Missionen freigeschaltet. In dieser scheinbar riesigen Welt warten 30 Storymissionen auf Ihre Erfüllung. Die übrigen 200 Nebenquests bieten dem Spieler unter anderem die Möglichkeit seinen Charakter zu trainieren, oder kostbare Items zu ergattern.

In so einer riesigen Welt muss es doch von Ungeheuern nur so wimmeln – und so ist es auch. Verschiedene Arten von Feinden Stellen sich einem in den Weg. Die Feinde sind in 4 Klassen eingeteilt – die menschlichen Gegner, die Gegner aus dem Tierreich, Monster, „Goblinoide“ (Orks, Trolle) und Untote. Im Spielverlauf werden sich die Fähigkeiten der Gegner wie beim Spielcharakter ändern. Anfangs sind die untoten Zombies langsam und haben nur wenig Kraft. Im späterem Spielverlauf allerdings trifft man auf gepanzerte und äußert gefährliche Kampfzombies. Außerdem kann sich das
Verhalten der Gegner bei der selben Rasse drastisch unterscheiden. Jeder Gegner kann ein anderes Angriffsmuster haben, was heißt das sich manche Monster wie wild auf einen stürzen, andere der selben Art können aber auch sofort die Flucht ergreifen.
Da es immer auch gute und freundliche Leute geben muss, bewohnen die Welt von Ancaria auch zahlreiche gutgesinnte NPC´s. Diese kann man entweder in der Wildnis treffen, wo sie dem z.B. einen Auftrag erteilen, oder aber auch in einem der zahlreichen Dörfer und Städte. Hier sind die Hauptbezugspersonen der Händler, welcher dem Spieler Waffen, Rüstungen oder andere nützliche Gegenstände verkauft, der Schmied bei dem man sich sein Kampfgerät mit besonderen Eigenschaften versehen kann, oder es sogar modifizieren kann. Dann wäre da noch der Meister, bei dem der Spieler neue Attacken und Special Moves erlernen kann. Zauberer können hier ihren Zaubervorrat aufstocken. Außerdem kann sich der Spieler – genügend Kleingeld vorausgesetzt – auch ein eigenes Pferd kaufen, mit dem er fortan durch die Welt reitet. Um zu kämpfen muss man übrigens nicht vom Hengst absteigen.
Damit die Action im Spiel nicht zu kurz kommt, hat Ascaron ein besonderes Feature eingebaut: Actionslots. Diese sind frei konfigurierbar und der Spieler kann sie mit
Waffen, Schilden und Special Moves belegen, damit er auf diese schnell Zugriff hat. Im Laufe des Spiels kann man bis zu 10 von diesen Slots Freischalten. Die Slots sind dazu noch in zwei Hälften aufgeteilt: Die Linken sind für die oben genannten Waffen und Schilde, in der rechten Hälfte lassen sich die Spezialattacken unterbringen.
Sacred benutzt eine eigens für das Spiel entwickelte Engine, welche die Spielwelt, die Charaktere und besonders die wunderschön animierten Zaubertricks sehr Detailreich darstellt. Das voraussichtliche Minimum um das Spiel zwar mit kleinen Einschränkungen zu genießen ist ein 800 MHz Prozessor mit 128 MB RAM. Für die volle Grafikpracht wird wahrscheinlich bereits eine 1 GHz CPU ausreichen.
Für alle Fans des vernetzen Spielens, hat Ascaron einen Multiplayer Modus eingebaut, in dem bis zu 16 Spieler gleichzeitig spielen können. Welche
Modi es geben wird, steht noch nicht fest, man rechnet allerdings mit einem Kooperativ Modus in dem man zusammen mit Freunden Ancaria erkunden, und die Story durchspielen kann.
Ersteindruck:
Sacred hat allemal das Zeug zum
Rollenspiel Hit. Mit der Grafik ist Diablo 2 auf jeden Fall übertroffen. Bei der riesigen Spielwelt mit Ihren vielen Regionen, und der Vielzahl von Gegner bleibt auch Dungeon Siege links liegen. Bleibt nur zu hoffen das den Entwicklern bis zum geplantem Release Ende diesen Jahres keine Fehler unterlaufen und ein guter Multiplayer Modus eingebaut wird. Denn dann ist der Genre Thron für Sacred in greifbarer Nähe.