Eine der Ersten Spielereihen überhaupt geht in die fünfte Runde. Schon über 10 Jahre wird - vorallem in Deutschland - gesiedelt. Da ist es doch klar das wir uns den Producer von Die Siedler - Das Erbe der Könige schnappen und ihn über das Spiel ausquetschen. Benedikt Grindel verriet uns so einiges über Gameplay, Grafik und seine Essgewohnheiten.
OnlineWelten: Hi, schön, dass du dir Zeit für uns genommen hast. Stelle dich unseren Lesern am besten mal kurz vor, damit wir einen kleinen Einblick über dich und deinen Beruf bekommen.
Benedikt Grindel: Ich heiße Benedikt Grindel, bin 35 Jahre alt und Producer bei Blue Byte für "Die Siedler - Das Erbe der Könige". Vor vielen Jahren habe ich Mathematik studiert und bin anschließend bei Ubi Soft angefangen. Als Ubi Soft 2001 Blue Byte übernommen hat, bin ich in die Entwicklung gegangen - und das habe ich bis heute nicht bereut.
OnlineWelten: DIE SIEDLER - Das Erbe der Könige ist inzwischen der fünfte Titel der Siedler-Reihe. Es gibt nicht viele Spielereihen, die es so weit geschafft haben. Warum wurde Siedler so erfolgreich, obwohl es eigentlich nur in Deutschland größeren Anklang fand?
Benedikt Grindel: Weil es einfach Spaß macht, Siedlungen aufzubauen, und das macht insgesamt kein Spiel so gut wie "Die Siedler". Dazu kommt meiner Einschätzung nach, dass Siedler bei seinem Erscheinen den Nerv der Zeit getroffen hat: Ein umfangreiches Spiel mit Tiefgang und - für die damalige Zeit - toller Grafik. Die Siedler 2 hat das noch weiter ausgebaut, und Die Siedler 3 und 4 hat zusätzlich die Multiplayer-Spieler angesprochen.
OnlineWelten: Ihr wollt Siedler im fünften Teil nun auch endlich im Ausland groß rausbringen. Was werdet ihr also verändern, verbessern und was wird entfallen?
Benedikt Grindel: Da ist als erstes die Grafik zu nennen: Wer zum ersten Mal einen Screenshot von "Die Siedler - Das Erbe der Könige" sieht, ist sicher sehr überrascht. Wir haben einen mutigen Schritt in Richtung Realismus gemacht, und das war gut. Zum
Gameplay: Wir werden das Spiel insbesondere einfacher zugänglich machen. Für jemand, der "Die Siedler" nicht kennt, war es schwierig, das Spiel zu verstehen. Gerade in den ersten Missionen wird die Lernkurve wesentlich angenehmer sein. Was wir deutlich verringern ist das Micro-Management. Am Anfang macht es noch Spaß, den Weg jedes einzelnen Baumes zu verfolgen, später wird das für viele Spieler nervig. Wir werden nach wie vor ein komplexes Spiel haben, aber es wird nicht mehr so kompliziert sein. Diese Änderungen haben allerdings wenig damit zu tun, dass wir auch im Ausland erfolgreich sein wollen. Es geht darum, "Die Siedler" wirklich weiterzuentwickeln und nicht nur einen Aufguss zu machen, und das gilt in Deutschland wie in anderen Ländern.
OnlineWelten: Einerseits wollt ihr "zurück zu den Wurzeln", andererseits soll Siedler moderner und erwachsener werden. Wie wollt ihr diese beiden Pole miteinander verknüpfen?
Benedikt Grindel: Zurück zu den Wurzeln heißt für uns: Der Aufbau der Siedlung wird im Mittelpunkt stehen. Ein großes, funktionierendes

Reich mit einer guten Wirtschaft garantiert den Erfolg im Spiel. Moderner und erwachsener heißt vor allem: Einfacher zugänglich und grafisch weg von den Knuddel-Figuren. Das passt für uns wunderbar zusammen.
OnlineWelten: Ubi Soft hat den neusten Siedler-Titel auf der E3 vorgestellt. Was für ein Feedback habt ihr auf der Messe bekommen?
Benedikt Grindel: Die E3 war echt spitze für uns. Die deutschen Journalisten haben aufgeatmet, dass wir nicht nur einen etwas schöneren Aufguss von "Siedler IV" machen. Der Rest der Welt hat ungläubig gefragt, ob das wirklich "Siedler" sei. Die Grafik und die Gameplay-Änderungen sind insgesamt sehr gut aufgenommen worden - wir haben sogar eine Auszeichnung bekommen.
OnlineWelten: Auf was wollt ihr euren Schwerpunkt bei Die Siedler legen? Eher auf das Kriegsgeschehen oder darf weiter in Ruhe mit einem ausgefeilten Wirtschaftspart gesiedelt werden?
Benedikt Grindel: Der Schwerpunkt wird nach wir vor im Aufbau der Siedlung liegen. Dabei wird es darauf ankommen, Ressourcen zu entdecken, abzubauen und das so effektiv wie möglich zu machen. Das geht mit Forschung und dem Bau von Veredelungsgebäuden, aber auch durch Handel oder erfolgreich erledigte Aufträge. Der Kampf wird abwechslungsreicher und taktischer werden, aber nicht der Schwerpunkt des Spiels sein.
OnlineWelten: Eine Frage, die alle Fans bewegt: Wird der berühmte "Wuselfaktor" erhalten bleiben?
Benedikt Grindel: Ganz klar: Ja! Bisher ist er vor allem durch den Transport entstanden, in Zukunft wird er durch die Animationen an den Wirtschaftsgebäuden und die Siedler, die essen gehen oder sich ausruhen wollen, entstehen. Eine wuselnde Siedlung ist ein Signal, dass ich gut spiele - weil sich alles bewegt, weil alle für mich arbeiten. Ein gutes Gefühl!
OnlineWelten: Cola oder Bier? Pizza oder Salat? Was braucht der Siedler um um die heißen Schlachten zu schlagen?
Benedikt Grindel: Also ich siedel am liebsten mit Sprite und einem Döner im Pizzateig vom Schlemmergrill. Thomas Friedmann, unser Creative Director, isst gerade einen Salat. Wir sind da flexibel. Die Siedler selber kaufen direkt beim Bauern - das sind halt so richtige kleine Ökos...
OnlineWelten: Was zeichnet das Team rund um Siedler aus und warum wurden auch die Entwickler der früheren Teile ins Team berufen?
Benedikt Grindel: Unser Team ist erfahren und trotzdem jung und begeisterungsfähig. Für die Erfahrung haben wir uns logischerweise in unserer eigenen Vergangenheit umgeschaut - und da "Die Siedler 2" einer der besten Teile der Serie war, ist die Entscheidung logisch gewesen, wen wir ins Team holen wollen.
OnlineWelten: Was bereitet dir an der Siedler-Reihe die größte Freude und welchen Titel der Reihe spielst du am liebsten?
Benedikt Grindel: Wie gesagt: "Die Siedler 2" war lange mein Lieblingstitel. Danach kommt wahrscheinlich "Die Siedler 4". Mir persönlich gefallen die reinen Aufbaumissionen und die Mulitplayer-Karten aus unserem Siedler 4-Add-On "Die Neue Welt" am besten. Zumindest bis jetzt. Die ersten Multiplayer-Spiele in "Die Siedler - Das Erbe der Könige" machen mir jetzt schon Spaß - und da fehlt noch eine ganze Menge...
OnlineWelten: Erkläre uns bitte den Zusammenhang zwischen dem Untertitel "Das Erbe der Könige" und der Story.
Benedikt Grindel: Netter Versuch :) - das kann ich noch nicht verraten. Nur soviel: In unserer Geschichte baue ich als Prinz das Königreich meines Vaters wieder auf - dazu muss ich siedeln, handeln, erforschen und kämpfen.
OnlineWelten: Der bisherige Releasetermin ist Ende 2004, geht es auch noch genauer?
Benedikt Grindel: Unterm Weihnachtsbaum wird gesiedelt - mehr kann ich dazu noch nicht sagen.
OnlineWelten: Vielen Dank für das Interview!
Benedikt Grindel: Gern geschehen!