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Jan Hegenberg im Interview![]() 0 ![]() ![]() Jan Hegenberg: Ich habe das Glück mein Hobby auch ein Stück weit zum Beruf machen zu können. Radio, Spiele, Musik, Shows. Wer meine Songs hört, kann mich vielleicht etwas besser begreifen. Da ist von jedem etwas drin. Ich bin Gamer, ich spiele Rollenspiele und natürlich mache ich mir auch Gedanken über die Probleme des Alltags. OnlineWelten: Du leistest mit deinen Songs praktisch Pionierarbeit für die Community, wie kamst du auf diese Idee, und siehst du dich selber überhaupt als Pionier? Jan Hegenberg: Nun ja, die Idee kam eher zu mir, Langeweile war der Grund für das erste Lied, Spaß für die nächsten Songs. GPF Suckt ist der erste Song aus meiner Feder und stellt einen selbstironischen Flame auf meinen eigenen Clan dar. Das fanden sehr viele Leute witzig, weil sie sich darin wieder erkannten und es so was, wie du selbst sagst, ja vorher noch nicht gab. Pionier kann man schon sagen, ich bin nun mal der erste der auf Dauer Musik für Gamer schreibt und damit auch momentan Erfolg hat. OnlineWelten: Vor einigen Jahren warst du noch ein Spieler wie so viele andere, nun bezeichnet man das als "Kult", "Phänomen" und "Robbie-Williams der Szene", stimmt das und wie fühlt man sich dabei? Jan Hegenberg: Naja, die Vergleiche stinken irgendwie, und mal ehrlich, es ist mir auch ziemlich egal, ob die Presse mich mit Robbie Williams oder Britney Spears vergleicht (Rofl). Ich mache meine Musik und viele hören sie. Das macht happy. Ob ich Kult bin? Ich werde jetzt oft mit Autogrammwünschen konfrontiert, was mir am Anfang extrem peinlich war, weil ich das nicht für gerechtfertigt hielt. Mittlerweile freue ich mich, wenn Fans persönlichen Kontakt suchen und etwas mit nach Hause nehmen möchten, was sie an meine Show erinnert. OnlineWelten: Wie würdest du die E-Sportler charakterisieren? Versuchst du die Spieler durch deine Texte zu beschreiben oder sind die Texte einfach spontan entstanden?
Jan Hegenberg: Also einen E-Sportler zu charakterisieren ist meiner Meinung nach vollkommen unmöglich. Wir sind alle verschieden, aber einander verbunden durch die Leidenschaft am Zocken. In meinen Texten versuche ich aber gewisse gemeinsame Verhaltensweisen ironisch zu verarbeiten. OnlineWelten: Was willst du mit deinem Tun, mit deinen Liedern erreichen? Jan Hegenberg: Spaß machen. Die Leute sollen auch mal wieder was zu lachen haben. Das Leben ist ernst genug. Auch ich schreibe zwar mal einen ernsten Text, aber größtenteils soll man einfach nur mit meiner Musik mal wieder abschalten und abfeiern können. OnlineWelten: Nichts ist mehr umsonst, vor allem keine Musik. Du bietest die Lieder kostenlos im Internet an, zwar hast du Sponsoren, aber willst du auch mal deine Alben in den Regalen von Media Markt, Kaufhof und Co. sehen? Jan Hegenberg: Ich glaube einfach, dass die Kauf-CD im eigentlichen Sinne tot ist. Da wird gebrannt, gesaugt und kopiert, weil die Scheiben einfach zu teuer und die Musiker weichgespült sind. Ich möchte viele Menschen mit meiner Musik erreichen - dafür ist mein Weg wohl der Beste. OnlineWelten: Immer seltener gibt es Deutsch singende Musiker, wieso hast du dich für deutsches Liedgut entschieden und nicht für Englisch? Gerade für eine so an die englische Sprache orientierte Branche wie den Videospielen, von der potenziell größeren Zuhörerschaft mal ganz zu schweigen. Jan Hegenberg: Das stimmt nicht. Wir haben vielleicht sogar so was, wie eine zweite neue deutsche Welle: Denkt mal an Wir Sind Helden, Juli, Silbermond, Sido, Xavier Naidoo - alles deutsche Erfolgsmusiker. Der Manager von Xavier Naidoo hat gesagt: Einem englischen Text kannst Du Dich entziehen. Einem deutschen nicht. Weghören oder nebenbeihören ist bei meinen Songs fast unmöglich. Da müsste man schon abschalten. OnlineWelten: Momentan hört man in deinen Liedern nur dich und eine Gitarre, planst du schon zu "expandieren", mit einer Band zu singen oder eine zu gründen? Jan Hegenberg: Ist so auf dem Album "DEMOtape" auch schon geschehen. "Holly Deluxe" ist mit vielen Instrumenten aufgenommen worden. Das macht natürlich viel Spass, aber im Großen und Ganzen werde ich wohl ewig der "Junge mit der Gitarre" bleiben. ;) OnlineWelten: Mal unter uns, Lieder wie der Telefonbuch-Song sind doch nur aus Langeweile entstanden(was ja keinesfalls schlimm ist)? Jan Hegenberg: Keineswegs aus Langeweile, der Song ist live während einer Radioshow entstanden. Viele, die ihn jetzt hören denken sich wahrscheinlich, "was für ein sinnfreies Stück Liedgut!". Und damit haben sie vollkommen recht *grins*. Der Song ist auf Wunsch von vielen Fans auf die Page gekommen. Ich persönlich hatte Spaß ihn zu improvisieren, aber er klingt halt auch so. OnlineWelten: Vielen dank dass du dir für das Interview Zeit genommen hast. Wir wünschen dir noch viel Glück mit deiner Karriere als Musiker. Jan Hegenberg: Ich habe zu danken. Quelle Artikelbild: PC Action 11/05 mit freundlicher Genehmigung von Scoopcom!
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