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Interview mit Nachwuchsregisseur Daniel P. Schenk![]() 17 ![]() ![]() Daniel P. Schenk: Das möchte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten. OnlineWelten: Wovon handelt er? Daniel P. Schenk: Der Film ist mein insgesamt drittes Filmprojekt und eine lose Fortsetzung zu meinem ersten Film "A Gamer's Day". Die Thematik knüpft also an den ersten Film an und auch der Protagonist, wieder gespielt von Alexander Roth, ist der Selbe. Allerdings ist der Produktionsrahmen wesentlich größer. Diesmal wollen wir einen Kinofilm produzieren. Das bringt natürlich völlig andere Größenverhältnisse mit sich. Inhaltlich ist unser großes Ziel ein Panorama von der eSports-Kultur zu schaffen. Wir möchten zeigen, was die Spieler zwischenmenschlich bewegt und was genau diese Kultur auszeichnet. Der Film ist eine Ansammlung von Anekdoten und witzigen Momenten. Diese werden in eine sympathische Story gefasst, genau so witzig, überdreht und frech wie schon in "A Gamer's Day". OnlineWelten: Wird es der Film auch in die großen Kinos schaffen? Daniel P. Schenk: So weit haben wir noch nicht gedacht. Die Finanzierungsphase läuft noch. Somit ist der Produktionsrahmen auch noch nicht ganz klar. Ziel ist später sagen zu können, dass der Film im Kino gelaufen ist. Wenn er in mehreren ausgewählten Kinos laufen wird, ist das schon ein großer Erfolg, sowohl für mich, als auch für die ganze Szene. Ob wir es auch in die ganz großen Kinos schaffen, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschätzen. OnlineWelten: Wie war die Resonanz zu deinen bisherigen Filmen, vor allem zu "A Gamer's Day"? Daniel P. Schenk: Zunächst einmal war es unerwartet überhaupt welche zu bekommen. Der Film ist aus eigenen Mitteln finanziert worden. In anderthalb Jahren sind 1.000 Euro aus eigener Tasche hineingeflossen, also ein absolutes Low-Budget Projekt. Wir haben nicht damit gerechnet, dass der Film so einschlägt. Mittlerweile haben wir über eine Million Downloads. Die "Dunkelziffer" über diverse Filebörsen ist noch viel höher. In der Gamingszene kennen den Film sehr viele und das war auch der Hauptgrund dafür, mich weiterhin mit dem Thema auseinander setzen zu wollen. Bereits für den darauf folgenden Film "The Cheat Report" konnten wir einen Sponsor gewinnen, was für uns größere finanzielle Mittel bedeutete. Im Nachhinein war "A Gamer's Day" sicherlich richtungsweisend und eine großartige Erfahrung. OnlineWelten: Wie sah der finanzielle Rahmen - dank des Sponsors - für "The Cheat Report" aus? Daniel P. Schenk: Der Film hatte damals ein Budget von 25.000 Euro. OnlineWelten: Über welche Größenordnungen sprechen wir bei deinem neuen Projekt? Daniel P. Schenk: Wir versuchen uns immer mehr dem professionellen Rahmen einer Filmproduktion anzunähern. Das Budget für den neuen Film steht noch nicht ganz fest. Klar ist jedoch, dass es ein Vielfaches von dem des "Cheat Report" betragen wird. Dennoch, im Vergleich zu anderen Kinofilmen ist auch unser neues Projekt ein Low-Budget Film.
OnlineWelten: Ist das niedrige Budget der Grund dafür, auf Laien als Schauspieler zurückzugreifen? Daniel P. Schenk: Nein... Ich habe meine eigene Einstellung zu Schauspielern. Sicher bin ich selbst noch ein junger Regisseur, der erst wenig Erfahrung mit professionellen Schauspielern gemacht hat, aber so, wie sich mir derzeit die deutsche Film- und Fernsehlandschaft gestaltet, habe ich gar nicht das Bedürfnis, mit Profis arbeiten zu wollen. Ich weiß nicht, woran es liegt und ich möchte auch Niemandem einen Vorwurf machen, aber irgendetwas stört mich. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Arbeit mit Schauspielern ohne professionellen Hintergrund durchaus hervorragend funktionieren kann, wenn man ihnen das Gefühl gibt, dass das, was sie machen, gut ist. Die Arbeit mit Laiendarstellern macht mir Spaß und ich fühle mich wohl dabei. Dazu kommt, dass ich von mir selbst behaupte, relativ schnell erkennen zu können, ob jemand Talent hat oder eben nicht. OnlineWelten: Du hast eine sehr genaue Vorstellung, wie die Schauspieler deiner Rollen aussehen sollen. Ist es manchmal nicht ausgesprochen schwierig einen passenden Darsteller zu finden? Daniel P. Schenk: Absolut. Heute haben wir bereits unser zweites Casting. Das erste hatten wir im April in der Nähe von Koblenz. Obwohl wir dort über 110 Leute gecastet haben, sind wir nicht wirklich mit der Darstellersuche voran gekommen. Es gibt einige Rollen, die wirklich extrem schwierig zu besetzen sind. Dennoch denke ich, dass sich die Mühe lohnt, so lange weiterzucasten bis man die passenden Darsteller für seine Rollen gefunden hat. OnlineWelten: Ob du auch selbst zockst, brauche ich wohl nicht zu fragen. Welche Spiele sind deine Favourites? Daniel P. Schenk: Na klar. Ich bin schon immer Gamer gewesen, mittlerweile jedoch mehr im Herzen als in der Hand, wenn man so will. Ich habe mir immer weniger Zeit fürs Zocken genommen und mich immer mehr auf meine eigenen Projekte konzentriert. Momentan habe ich kaum Zeit, neue Spiele zu zocken. Dafür mache ich eben die Filme darüber. Wenn ich mal spiele, dann nur abends mit Freunden, meist irgendwelche Multiplayer-Titel auf diversen Konsolen. Daniel Schenk und seine Filmcrew nutzten die Olymptronica um Gaminginteressierte als Laiendarsteller für ihr neustes Filmprojekt zu casten. ![]() Daniel P. Schenk: Nicht mehr. Vor ein paar Jahren, zu Zeiten von "A Gamer's Day", habe ich zumindest versucht als eSportler mit einem Counter-Strike Clan etwas zu erreichen. Obwohl daraus nichts geworden ist, war es eine sehr lustige und interessante Zeit, die mich und Alexander sehr zu dem Projekt "A Gamer's Day" inspiriert hat. OnlineWelten: Eine letzte Frage an dich als Regisseur: Was hältst du von Machinimas? In anderen Ländern sind die Kurzfilme deutlich bekannter als in Deutschland. Denkst du, dass es auch hierzulande zu einem regelrechten Machinima-Boom kommen kann? Daniel P. Schenk: Es ist sicherlich ein sehr interessantes Feld und auch eine Möglichkeit, die sich da Geschichtenerzählern auftut. Eine Game-Engine als Medium zu nutzen, welches Charaktere in Bewegung versetzen und eine Handlung spielen lassen kann, ist vor allem für Filmemacher ohne große Mittel interessant. Dennoch bin ich persönlich kein Fan dieser Filme. Ob es hierzulande zu einem Boom kommen kann ist schwer einzuschätzen. Ein Trend ist auf jeden Fall erkennbar, denn es werden vermehrt solche Filme auf Spielemessen, wie auch hier bei der Olymptronica, gezeigt.
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19.11.2007 - 07:51 Uhr Andhor