Kurz vor Release des Spiels sprechen wir mit Game Designer Tri Do Dinh über das erste Werk von Clockstone.
OnlineWelten: Hallo Tri, vielen Dank, dass du dir für uns Zeit genommen hast. Stell dich und Clockstone doch bitte unseren Lesern vor.
Tri Do Dinh: Mein Name ist Tri Do Dinh und ich bin einer der ursprünglichen Mitarbeiter vom Projekt Avencast. Im Laufe der Zeit habe ich dort die Rolle des Lead Animators und Game Designers angenommen.
Clockstone ist eine kleine Firma in Innsbruck die wir im Zuge der Entwicklung von Avencast im August 2006 mit sechs Leuten gegründet haben. Zusammen mit unterschiedlichen Freelancern und anderen Mitarbeitern sind wir mittlerweile zu (zumindest für unsere Verhältnisse) zu stattlicher Größe herangewachsen.
OnlineWelten: Avencast war einst ein Hobby-Projekt. Wie es seid ihr auf die Idee gekommen, das Projekt zu starten? Welche Berufe habt ihr eigentlich vorher ausgeübt?
Tri Do Dinh: Unser Team bestand damals zu einem guten Teil aus Studenten. Berufliche Erfahrung hatten wir in den verschiedensten Bereichen, die aber nicht zwangsläufig mit Spieleentwicklung zu tun hatten, was uns den Einstieg in diese Industrie nicht unbedingt leicht gemacht hat.
Avencast wurde eigentlich als Ein-Mann-Projekt von unserem Programmierer Michael Schiestl ins Leben gerufen. Es sollte ein kleines Hack 'n Slay Spiel werden - wahrscheinlich Freeware. Das sollte allerdings nicht so bleiben, als graphikinteressierte Freunde von ihm Interesse an einer Kooperation zeigten. Der Rest ist wie man wohl sagt, Geschichte.
OnlineWelten: Wann kam der entscheidende Schritt, aus Avencast und Clockstone mehr zu machen, als nur ein Hobby?
Tri Do Dinh: Großen Einfluss hatte wahrscheinlich die Tatsache, dass wir damals mit unterschiedlichen (unglaublich unausgereiften) Demos einerseits beim Animago Award den ersten Platz in der Kategorie "Home: Game Design" belegten als auch beim Slamdance Games Festival unter die Finalisten aufgenommen wurden. Wir haben einfach gemerkt, dass sich aus Avencast mehr machen lässt als ein simples Freeware-Indie-Spiel.
OnlineWelten: In Avencast vermischt ihr zwei beliebte Genre: Hack'n Slay und Adventure. Worauf habt ihr bei der Entwicklung besonders

geachtet?
Tri Do Dinh: Hauptsächlich darauf, frischen Wind in das Genre Hack 'n Slay zu bringen, das mit Vertretern wie zum Beispiel Diablo 2 einerseits schon sehr gut bedient, andererseits aber auch auf Dauer etwas eintönig wurde. Aus diesem Grund haben wir eben beschlossen, uns zu differenzieren und Elemente aus verschiedenen anderen Genres (Adventure, Beat 'em Up, etc.) in das Design von Avencast einfließen zu lassen, damit es nicht einfach ein weiterer "Diablo-Klon" wird.
OnlineWelten: Euer erstes Projekt steht nun in den Startlöchern. Die Entwicklung ist fertig und die endgültige Version steht im Handel. Wie fühlt man sich in diesen Tagen?
Tri Do Dinh: Es ist eine wilde Gefühlsmischung aus Erleichterung - immerhin haben wir es geschafft nach 4 Jahren (zu sehr großem Teil unbezahlter) Arbeit dieses Projekt abzuschließen - und nervöser Erwartungshaltung - stellt sich doch die große Frage wie das Spiel beim Publikum ankommen wird. Langweilig ist uns auf jeden Fall nicht.
OnlineWelten: Sind schon Erweiterungen für Avencast geplant? Vielleicht ein zweiter spielbarer Charakter, ein erster
Patch oder gar ein Addon?
Tri Do Dinh: Wir würden sehr gerne ein Multiplayer
Addon machen. Auch ein zweiter Charakter ist im Gespräch. Aber das müssen wir noch alles abklären, fix ist da leider noch nichts.
OnlineWelten: Wohin geht der Weg von Clockstone? Habt ihr schon ein neues Projekt in der Mache?
Tri Do Dinh: Im Moment lassen wir es langsamer angehen und halten die Firma mit kleineren, sicher finanzierten Projekten am Laufen. Ob wir jemals wieder ein komplettes Spiel entwickeln, steht noch in den Sternen, aber wir wären dem natürlich nicht abgeneigt wenn die Bedingungen stimmen.
OnlineWelten: Seid ihr auf das Genre von Avencast beschränkt oder habt könnt ihr euch auch vorstellen, mal einen Shooter oder ein Strategiespiel zu entwickeln?
Tri Do Dinh: Wie schon oben erwähnt, wir haben noch kein weiteres Spiel geplant, aber wir können uns auf jeden Fall vorstellen auch einmal das Genre zu wechseln.

Zauberhaft: Der Feenwald sprüht vor wundersamen Geschöpfen.
OnlineWelten: Von welchen Spielen habt ihr euch inspirieren lassen? Titan Quest? Loki? Legend? Oder war eher das ähnliche Szenario von Harry Potter eine Vorlage?
Tri Do Dinh: Keines der oben genannten. Als das Design vom Spiel festgelegt wurde, kannten wir diese Spiele noch gar nicht, und auch später hatten sie keinen Einfluss auf die Entwicklung. Avencast hat zwar einen deutlichen Rollenspieleinschlag, seine Einflüsse kommen aber von den unterschiedlichsten Seiten, was an den vielfältigen Interessen unserer Mitarbeiter liegt.Die Festlegung auf vom Szenario selbst hatte nichts mit Harry Potter zu tun, sondern damit, dass wir das Projekt damals drastisch kürzen mussten und Magier spiel- und storytechnisch das größte Potential boten.