X-Blades - Unschuldsluder auf Schatzsuche

Was macht eine halbnackte Blondine, wenn sie von einem ihrer Beutezüge als Schatzjägerin ein uraltes Relikt mitbringt? Im neuen Hack'n Slay von Zuxxez gibt es die Antwort.

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Na klar, viel Haut zeigen. Hat wer gelacht? Nein? Kein Wunder, denn das neue Anime-Actionspiel von Gaijin Entertainment ist vollkommen ernst gemeint. Komisch ist es dennoch, wenn Ayumi zum ersten Mal die Bildfläche betritt. Wer sich nicht vor Lachen am Boden kringelt oder sich hormongeflasht die Augen aus dem Kopf stiert, denkt nur: Mädel, zieh dir was an! Klar, es hat (vor allem als Mann) auch seine Vorteile, ständig auf den wohlgeformten, verlängerten Rücken der lasziven Schönheit zu gucken, und selbst J-Lo könnte neidisch werden, wenn die schlagfertige Amazone freizügig ihre prallen Attribute präsentiert. Aber mal ehrlich: Man kann es auch übertreiben. Selbst Mrs. Croft, Videospielvorbild für selbstbewusst zur Schau gestellte Weiblichkeit, hatte mehr an als einen zu knappen String und übergroße Schuhe. Dabei hätte der feuchte Traum pubertierender Jungs die Fleischbeschau gar nicht nötig, denn eigentlich wird in X-Blades genug fürs Auge geboten.


Vernünftig steuern lässt sich die holde Dame sowohl mit Tastatur und Maus als auch per Gamepad.

Zahlreiche Effekte der Marke "bunt und knallig" sorgen nämlich für anerkennende Blicke. Lens-Flares, Weichzeichner und Bewegungsunschärfefilter sind natürlich nicht neu, aber zusammen mit dem zauberhaften Lichtspiel und dem geschickten Einsatz von Slow-Motions überaus ansehnlich. Vor allem das brillante Funkeln der Sonnenstrahlen auf Waffen und Rüstungsteilen oder das bläuliche Schimmern beim Einsatz von Eismagie sind optische Glanzstücke. Auch die Umgebung, der man im hektischen Treiben zwar kaum Beachtung schenken kann, trägt mit satten Farben und imposanten, wie gemalt wirkenden Hintergründen zum Anime-Feeling bei. Der fernöstliche Einfluss manifestiert sich in den blauen Kulleraugen der Heldin, spektakulären Moves und den so genannten Pistolenklingen bzw. Gunblades, die ein Wechseln zwischen Fern- und Nahkampfwaffe unnötig machen.

Aber nicht nur Final-Fantasy-Fans werden feststellen, dass man sich bei X-Blades ohne Scheu vor großen Namen ordentlich bedient hat. Eine attraktive Archäologin auf der Suche nach einem allmächtigen Artefakt? Woran erinnert mich das bloß? Sich Sprüche klopfend von einem Level zum anderen zu metzeln und dabei Seelen einzusammeln, ist auch nicht ganz neu. Aber Squall, Lara und Dante werden die Anleihen verzeihen können, denn ob Ayumi je den Kultstatus erreichen wird, den diese drei bereits genießen, ist zumindest fraglich. Zu dünn wird die Luft, sobald man hinter die hübsche Fassade blickt.

Das beginnt schon mit dem flauen und dürftigen Intro, in dem kein Wort gesprochen wird, sondern lediglich Lautäußerungen à la "Hmm" und "Huh" zu vernehmen sind. Die passende Geschichte dazu findet ihr im Handbuch. Mag man das mit künstlerischer Freiheit erklären und aus dramaturgischen Beweggründen noch verstehen, ist es dennoch verwunderlich, warum das eigentliche Spiel deutlich besser aussieht als die Rendersequenz. Ähnliche kleine Videoeinspieler im Cel-Shading-Look begleiten euch im Übrigen durch die gesamte Story und sind später sogar eine willkommene Abwechslung zum monotonen Gameplay. Das soll aber nicht heißen, dass die Weltuntergangsgeschichte rund um verfluchte Artefakte fesselnd wäre, denn das ist sie nicht.


Die pastellfarbenen Level sind in der Regel nicht sehr groß, dafür aber durchaus atmosphärisch.

Seinen Reiz zieht das Spiel vor allem daraus, alle Goodies und Power-Ups zu sammeln, Vasen und Statuen zu zerstören, den in Massen spawnenden Gegnern die Hucke voll zu hauen und neue Skills und Fertigkeiten zu lernen. Doch leider wird die ganze Angelegenheit dann mangels Abwechslung sehr schnell sehr langweilig. Da helfen auch die zahlreichen Special-Moves nicht, die ihr für gesammelte Seelen erwerben könnt. Weil immer nur vier Moves gleichzeitig auf den Hotkeys platziert werden können, wiederholen sich die spektakulären Animationen viel zu schnell, bis man sie irgendwann nicht mehr sehen kann. Auch die Möglichkeit, die Spezialangriffe über eine Art Schnellauswahl anzuwenden, ist in diesem Zusammenhang wenig sinnvoll, da das Geschehen unterbrochen wird und so der Spielfluss flöten geht. Selbstverständlich kann man den Hotkeys jederzeit andere Angriffe zuordnen, aber dann müsste man sich durch das umständliche und ziemlich hässlich geratene Spielmenü hangeln. Das User-Interface speziell für den PC noch einmal umzugestalten, hielt man offensichtlich nicht für nötig.

Dafür wurde die Steuerung über Maus und WASD erstaunlich gut gelöst, so dass auch ohne einen XBox360-Controller vernünftiges Spielen möglich ist. Mit ein wenig Übung wirbelt und hüpft Ayumi genau so, wie ihr es wollt, ohne dass ihr euch wie bei Devil May Cry die Finger an der Tastatur verknotet. Im direkten Vergleich sind dann aber auch weniger Kombos möglich, und man beschränkt sich meist darauf, mit brennenden oder elektrisch aufgeladenen Klingen die Gegner am Boden zu dezimieren, bevor fliegende Monster schussgewaltig in ihre Schranken gewiesen werden. Während so schier endlose Wellen üblen Getiers über den Jordan geschickt werden, baut sich Rage auf. Diese Energie kann dann für Spezialangriffe genutzt werden, um dem jeweiligen Levelboss gründlich einzuheizen.


Optischer Glanz kann aber nur kurzfristig von den Gameplayschwächen ablenken.

Auf Schalterrätsel oder ähnliches wurde zum Glück verzichtet. Der Karte folgend bewegt man sich lediglich von einem Abschnitt zum anderen und harrt der Dinge, die da kommen. Zwar gibt es ein paar Geschicklichkeitspassagen in Form von Fallen, denen ausgewichen werden muss, aber spielerische Herausforderungen stellen diese Minigames nicht dar. Es wirkt sogar überaus merkwürdig, wenn man plötzlich durch einen Tunnel laufen muss, an dessen Decke gut sichtbar riesige Fallbeile hängen. Aus dem Boden kommende Stacheln dürfen natürlich auch nicht fehlen, auch wenn es eine gefühlte Ewigkeit dauert, bis ihr endlich aus dem abgesperrten Raum befreit werdet.

Akustisch unterlegen rockige Heavy-Metal-Gitarrensounds die Arcade-Action, und in den Bosskämpfen beweist Ayumi mit neckischen Bemerkungen gelegentlich sogar richtigen Wortwitz, der dank sympathischer Stimme angemessen rüberkommt. Auch insgesamt geht die deutsche Synchronisation in Ordnung.

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KOMMENTARE

  

Valve

17.02.2009, 18:55 Uhr

sowas hirnloses hat aufm pc nix verloren.
auf den konsolen wirds sichs heimisch fühlen.

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IrealiTY

17.02.2009, 13:25 Uhr

Hab das SPiel von nem Kumepl geliehen... Und bin ziemlich zufrieden damit.
Jedoch das die Kamera mit der mau ÜBERempfindlich ist...

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