Wurm Online - Auf den Spuren der letzten Trapper

Crafting und Housing ist in Free-to-Play-MMOGs eher selten wirklich ausgereift. Bei Wurm Online kann man seine eigene Hütte und vieles mehr sogar komplett selbst zusammenzimmern. Was das mit Würmern zu tun hat? Überhaupt nichts.

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Ah, die Wildnis. Unberührte Wälder, verschneite Gebirgszüge und tiefe Täler. Es ist eine angenehme Freiheit, wie einst Daniel Boon durch das wilde Land zu streifen, ständig der Gefahr bewusst, dass hinter dem nächstem Baum ein müffelnder Drei-Meter-Grizzlybär sein Frühstück schnabuliert. Und keine Scheu davor hat, sein Unbehagen über eine Störung grizzlytypisch zum Ausdruck zu bringen. Abends, wenn wir genug durch den Wald gestapft sind, setzen wir uns vor unsere selbst gebaute Blockhütte, verzehren ein selbst gebratenes Steak (selbst erlegt) und schlürfen dazu ein selbst gemachtes Bier. Aus einem selbst getöpferten Becher natürlich...


Wären MMOGs Frauen, dann wäre Wurm Online klein und hässlich, hätte aber mehrere Doktortitel.

Wurm Online führt uns in ein Land, in dem Pioniergeist vorherrscht. Ein Land der Siedler und Abenteurer. Doch woher stammt der Name Wurm Online? Nun, es handelt sich dabei um den Namen der Spielwelt Wurm, in der sich das Ganze abspielt. Nach einem skeptischen Blick auf die Screenshots beginne ich meine Reise in dieses unbekannte Reich. Die Charaktererstellung gestaltet sich unspektakulär, es gibt nämlich keine. Einzig das Geschlecht lässt sich noch auf weiblich umstellen, womit sich die Charakterindividualisierung aber vorerst erledigt hätte. Da es nur eine Rasse gibt, ist es auch nicht verwunderlich, wenn einem nur Menschen in der Standarduniform begegnen. Zu Beginn ist es wichtig, dass man sich recht zügig zum in der Nähe herumlungernden Guide begibt und sich die Starter-Quest aufs Auge drücken lässt. Diese sollte man auch unbedingt absolvieren, da man während des Verlaufs eine Art Starterpack an Werkzeugen erhält, ohne die man sehr schnell aufgeschmissen wäre.

Das Spiel ist sehr realitätsorientiert: zwar gibt es Magie, aber der wird man erst im gehobenen Level und auch dann eher selten begegnen. Ansonsten sind überraschend viele Abläufe in Wurm Online so implementiert, wie man sie im wahren Leben auch erwarten würde. Will man sich beispielsweise ein Gulasch kochen, sollte man schon mal mit 20 Minuten Wartezeit rechnen. Benötigt unser Waldläufer eine Schaufel, muss er einen Baum fällen und einen Griff daraus schnitzen. Zudem braucht er für das Schaufelblatt Erz, das er in einer Mine abbaut. Dieses wird eingeschmolzen und das Stück Eisen passend zurecht geschmiedet.

Super-Duper-Items wie eine "zackige Schnellklinge des obersten Kriegsfürsten" mit x Attributs-Verbesserungen werden einem im Spiel nicht begegnen. Dafür kann man fast alle Items selbst herstellen. Außerdem hat jeder Gegenstand einen Qualitäts-, Gewichts- und Beschädigungswert. Letzterer weist darauf hin, dass fast alles im Spiel auch wieder zerstört werden kann. Werkzeuge und Waffen nutzen ab, und auch an Steinwällen nagt der Zahn der Zeit. Frische Nahrungsmittel verderben natürlich wesentlich schneller und vergammeln bereits in wenigen Tagen. Das Spiel bietet für ein MMO überraschend wenige Hilfen, keine Map, keine Schnellzugriffstasten. Ja sogar einen lumpigen Kompass muss man sich erst selbst schnitzen. Das macht es besonders Anfängern sehr schwer, sich zurechtzufinden - zumal für diese komplexe Welt relativ viel Wissen benötigt wird. Die WurmPedia ist daher auch erste Anlaufstelle für angehende Wurmianer.


"Irgendwann, mein Sohn ... wird all das dir gehören!"

Die Welt von Wurm Online ist mit 256 Quadratkilometern sehr groß. Und gefährlich. Das wird spätestens bemerkbar, wenn man sich auf der Suche nach Futter in einem Anfall von Übermut mit der erstbesten Wildkatze angelegt hat. Realistischerweise heilen größere Wunden nicht von selbst, sondern müssen behandelt werden. Doch woher bekommt man mitten im Busch einen Erste-Hilfe-Kasten oder einen studierten Mediziner? Gar nicht! Entweder es gelingt einem, aus diversen Kräutern, die man erst einmal finden muss, einen Verband zusammen zu matschen. Oder man wird vom Siechtum erfasst und darf sich zum Sterben an irgendeine Flussbiegung begeben.

Ähnlich schwierig gestaltet sich die Nahrungssuche: zwar stirbt man nicht bei ausbleibendem Futtereinwurf, aber die nicht regenerierende Ausdauer würde das Wildnisleben sehr schwer machen. Die ersten 24 Stunden Spielzeit hat man einen "All you can eat"-Freischein für die örtliche Kneipe, danach muss man sich etwas einfallen lassen. Als blutiger Anfänger bleibt einem kaum eine andere Wahl als die umliegende Graslandschaft nach Essbarem abzusuchen. Zwiebeln, Beeren und Pilze werden die ersten nährstoffarmen Nahrungsmittel sein. Damit man nicht so bald vom Fleisch fällt und immer genug Ausdauer hat, um vor dem nächsten Wildschwein davon zu laufen, sollte man sich möglichst bald mit dem Kochsystem auseinandersetzen. Dieses ist wie erwartet recht komplex, wobei der ordinäre Gemüseauflauf zunächst die erste Wahl sein wird, bis der Kochen-Skill ausgebaut ist. Später kann man mit Fleisch, Fisch, Teig, Rinderinnereien und Kräutern alles mögliche auf die Tischplatte zaubern.

Einer der Hauptaspekte in Wurm Online ist der Hausbau. Je nach Skills ist von der einfachen Bretterhütte bis zum herrschaftlichen Anwesen alles drin. In Gemeinschaft mit anderen Spielern kann man sich auch an den Aufbau ganzer Ortschaften machen. Sogar tiefe Minen kann man in den Fels schlagen und zu gewaltigen Höhlensystemen ausbauen. Darin kann man anschließend seine eigene Rasse wilder Giftzwerge züchten, um sie auf die Menschheit loszulassen. Nun ja, das vielleicht nicht. Aber die Gestaltungsmöglichkeiten sind wirklich enorm. Straßen, Zäune, Möbel und viele andere Objekte lassen sich mit den entsprechenden Skills zusammenbasteln.


Jedem seine Hazienda, oder zumindest eine Bretterhütte.

Es gibt zwei Arten von Servern - Home und Wild. Während auf dem Home-Server kein PvP erlaubt ist, darf man sich auf dem Wild-Pendant gegenseitig die Köpfe eingeschlagen. Zugänglich ist letzterer allerdings nur für Spieler mit kostenbehaftetem Premium-Account. Außerdem gibt es eine Skillbegrenzung, wenn man das Spiel nur Free-to-Play nutzen möchte. Grafisch macht es sich natürlich bemerkbar, dass der komplett in Java programmierte Client nur ca. 100 MByte groß ist. Man fühlt sich fast in die Anfänge der 3D-Spiele-Programmierung zurückversetzt. Wenn man sich damit aber arrangieren kann und eine Portion Fantasie mitbringt, wird man mit einem sehr intensiven Spielerlebnis belohnt. Durch die Möglichkeit, alles im Spiel verändern zu können, entwickelt sich ein besonderes Freiheitsgefühl, wie man es kaum aus einem anderen MMO kennt. Nichtsdestotrotz wird Wurm Online aus genau diesen Gründen ein Nischenspiel bleiben.

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KOMMENTARE

  

fantasy32

22.07.2008, 17:32 Uhr

sagtmal gibt es auch ein game in der Art mit besserer grafik und animationen ``

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Gnoos

22.07.2008, 16:40 Uhr

Respekt! Hohe Ironese!

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Hoher Irokese

22.07.2008, 10:35 Uhr

Da ist doch der Wurm drin.

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NEA

21.07.2008, 12:19 Uhr

Hab mich schon gefragt wann Wurm hier mal auftaucht.

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