World of Warcraft: Cataclysm - Special
Cataclysm versus Classic: Wir wagen den schonungslosen Vergleich
Seit fast sechs Jahren spielen wir dasselbe Spiel. Wird das nicht langweilig?
Selten. Denn die Welt, in der wir uns seit November 2004 aufhalten, verändert sich regelmäßig. Immerhin wurde die klassische Welt seit The Burning Crusade, der im Januar 2007 erschienenen ersten WoW-Erweiterung, um mittlerweile 24 Zonen vergrößert. Auch das Add-on Cataclysm wird die uns bekannte Spielwelt weiterentwickeln und verändern: mindestens zehn neue Gebiete stehen den Käufern der Erweiterung zur Verfügung. Zudem überarbeitet Blizzard erstmals alle Zonen der schon bestehenden, klassischen Welt.
Nach sechs Jahren finden sich die treuen Blizzard-Kunden also in einer komplett anderen Schöpfung wieder, während das ursprüngliche Spiel, das sie 2004 gekauft haben, schon lange nicht mehr spielbar ist.
Jedoch lassen uns nicht allein die hinzugefügten Gebiete das Classic-Feeling verlieren. Das Spielgefühl selbst hat sich mit der Zeit verändert. Die damals scheinbar endlos weitläufige Welt, in der ein Besuch weit entfernter Orte noch lange Reisen erforderte, wurde ironischerweise durch die beiden Erweiterungen immer kleiner. Portale, Ruhesteine, Greifen, das erste Reittier mit Level 20 und Flugmounts - all diese Features führen dazu, dass wir jeden Ort innerhalb schnellstmöglicher Zeit erreichen können. Egal wo wir uns befinden, kein Platz ist mehr weit davon entfernt. Azeroth schrumpft. Obwohl es beinah doppelt so groß ist wie die Originalversion.
Und noch eine vergleichsweise neue Erfindung hat die Welt und unser Gameplay nachhaltig verändert: das sogenannte Phasing. Die Technik, mit deren Hilfe sich unser Spielfortschritt auf das Aussehen der Welt auswirkt, setzte Blizzard erstmals mit Wrath of the Lich King (2008) ein. Die meisten Spieler schätzen seither Phasing - wenigstens solange es nicht ihr Zusammenspiel mit ihren Mitspielern stört.
Azeroth und das Gameplay sind mit Cataclysm endgültig grundverschieden von der klassischen Version. Wenn wir das World-of-Warcraft-Universum, so wie es mit Cataclysm erscheinen wird, mit der Original-Version vergleichen, wünschen wir uns überraschenderweise nur Kleinigkeiten zurück. Das Gefühl in einer großen, weiten Welt unterwegs zu sein, in der hinter jedem Stein ein blutrünstiger Dämon lauern könnte und Reisen noch gefährlich war, vermissen wir zutiefst. Auf die neuen Gebiete und das Phasing verzichten möchten wir jedoch nicht.
Der Charakter
Sechs Jahre älter und kein bisschen weiser? Nein. Auch unser Charakter hat sich mit den Jahren verändert. Stolz tragen wir ein Vielfaches unserer Charakterwerte, wie Ausdauer, Intelligenz oder Stärke, durch die neuen Zonen. Wir waren Besitzer vieler Tier-Sets; einige leuchteten vor Schönheit, bei anderen wären wir gern vor Scham im Boden versunken.
Nichts ist mehr wie es einst war. Bald gibt es insgesamt vier neue Rassen. Die Goblins schließen sich, wie zuvor die Blutelfen, der Horde an, die Draenei und ab Cataclysm die Worgen unterstützen die Allianz. Wem seine Rasse nicht mehr gefällt, dem steht es frei für ein paar Euro seine Rasse oder sogar die Fraktion zu wechseln. Vor fünf Jahren war das noch undenkbar. Entscheidungen, die wir fällten, waren unumkehrbar und wollten gut überlegt sein. Heute wechseln wir den Namen oder den Server öfter als unsere Unterwäsche. Ausschließlich eine andere Klasse können wir uns nicht erkaufen. Noch nicht.
Wie war es also früher, zu Zeiten als unser Ziel noch Level 60 war und die großen Instanzen Pechschwingenhort, Zul Gurub und Ahn’Qiraj hießen? Der Weg zur Maximalstufe war lang und beschwerlich, das Gold für unsere Mounts mussten wir mühsam zusammenkratzen. Beschwerlich, mühsam, lang ̶ klingt eigentlich nicht, als sei es früher besser gewesen. Doch waren es nicht genau diese zeitraubenden und anstrengenden Tätigkeiten, die das Spiel zu einer Herausforderung werden ließen? Das erste Mount, das erste epische Rüstungsteil und der erste besiegte Weltboss ließen uns jubeln und gaben uns das Gefühl, dass wir tatsächlich etwas von Wert erreicht haben. Und vielleicht war es der Wert der schwer erreichbaren Ziele, den viele vermissen, wenn sie sagen "Früher war alles besser".
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xdave78
26.08.2010, 15:47 Uhr
efx
26.08.2010, 13:52 Uhr
und noch was zu dem thema: es kommt nicht auf die bossmechaniken an sondern auf die fehlertoleranz, was bringen mir komplexe strategien wenn ich sie kaum beachten muss...da mein fehler nicht bestraft wird
Firewater
25.08.2010, 17:45 Uhr
aha...
Koibito
25.08.2010, 10:32 Uhr
Das Bild auf der ersten Seite ist aber mit dem BC Addon... weil da schon der Blutelfen Spawn ist und diese Insel da drüber^^
Aber sonst schöner Artikel^^