World in Conflict - Test
Conflict-Lösung mal anders
In der Historie siedelt sich World in Conflict ans Ende der 80er-Jahre ein. Während die meisten Konkurrenten des Titels auf echte Geschehnisse setzen, wehrt sich Sierras Taktik-Hit vehement gegen die üblichen Szenarien. Was, wenn noch immer die Mauer quer durch Berlin den Osten und Westen teilen würde? Was, wenn sich die USA und die Sowjetunion bekriegt hätten? Ein schier unendlicher Kampf zwischen den beiden mächtigsten Armeen der Welt stünde vor der Tür.
Der Singleplayer bringt uns direkt ins Geschehen. Zwar werden durch kleinere Zwischensequenzen Teilstücke der Story erzählt, viele Hintergrundinformationen muss man allerdings im Ladebildschirm erfassen. Neben diversen Telefonaten bekommt man auch wichtige Zeichnungen, interessante Nebenschauplätze und allerhand Hintergründe zu Gesicht. Schön und gut, dass man auch hier auf eher untypische Art und Weise die Geschichte vorantreibt, doch gegen schicke Zwischensequenzen in Videoform hätten wohl nur die wenigsten Spieler Einspruch erhoben.
Im Kampfgeschehen angekommen, fliegen auch schon die ersten Kugeln durch die komplett zerstörbare Welt. Häuserruinen, deformierte Feldwege und Rauchschwaden, die sich mit der oftmals idylisch wirkenden Landschaft beißen, ziehen sich durchs ganze Spiel und lassen das Kriegsgeschehen einmalig rüberkommen. Wie im Strategie-Genre üblich, ist aller Anfang schwer. Kein Wunder also, dass man erst nach und nach mit den vielen Funktionen vertraut gemacht wird. Vor allem weil World in Conflict mal so eben alle Strategieregeln über den Haufen schmeißt und man die Wörter "Basenaufbau" und "Ressourcen" getrost von der Featureliste streichen kann, ist der langsame Einstieg ein willkommener Schritt auf dem Weg zum Feldherr. Statt in einer Baracke oder einer Fabrik neue Soldaten und Kriegsvehikel zu bestellen, gehen die Mannen aus dem Hause Massive Entertainment vollkommen neue Wege.
Über eine Auswahl am rechten Bildrand ordert man die gewünschten Truppen samt Treffpunkt. So kann vor allem auf großen Karten flexibel und schnell gehandelt werden. Die Missionsziele erstrecken sich über das Einnehmen eines bestimmten Kontrollpunktes bis hin zu Nebenmissionen, die in einer vorgegebenen Zeit vollbracht werden müssen. So kommt zwar etwas Abwechslung auf, wenn man einen ganzen Häuserblock nach möglichen Feinden durchsuchen muss, doch so richtig zu Hochtouren läuft das Spiel erst im Multiplayermodus auf.
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