Wii Virtual Console - Special
Nintendo Classics: Verlorene Features
Manch einer hat so schöne Erinnerungen an das NES, dass er sogar seinen PC im Stil des grauen Kastens moddet
Ältere Semester mit einer Wii unter dem Fernseher werden sicherlich das ein oder andere Mal beim Spielen eines Virtual Console-Titels festgestellt haben, dass das Spiel selbst nebensächlich geworden ist, wenn man erst mal in einen Tagtraum voller Erinnerungen abgetaucht ist. Nostalgischer Kitsch pur, aber immer wieder schön. Fast wie ein Besuch bei Mama. Dieses Gefühl lässt sich nur schwer in einem schriftlichen Artikel festhalten oder gar beim Leser provozieren. Man kann noch so viele technische Daten in den Topf werfen und die Geschichtsbücher wälzen, Kuriositäten aufzählen und von den "guten alten Tagen" in bestem Fanboy-Stil schwärmen, aber ohne Vergleichsmöglichkeit und ein paar erzählerische Hilfsmittel wäre ein solcher Artikel so trocken wie die Sprachausgabe beim Intellivoice.
Der Nachteil dabei ist der angesprochene Zeitfaktor. Viele Einzelheiten und bekannte Games fielen somit der Schere zum Opfer oder fanden von Anfang an keinen Platz im Konzept. Daher fehlt beim ersten Teil leider der Blick auf die Konkurrenz. Letztendlich nicht so schlimm, denn Segas Master System hatte eigentlich nur in Europa und Teilen Südamerikas eine ernst zu nehmende Fangemeinde. Auch sind Mastersystem-Spiele noch nicht in der Virtual Console zu haben. Und so war es relativ leicht, Segas 8-Bitter zu ignorieren - nicht falsch verstehen, das MasterSystem hatte seine Perlen, aber es hätte keinen Sinn gehabt, euch Spiele vorzustellen, die ihr noch nicht herunterladen könnt.
Viel schmerzlicher war der Abschied von kleinen interessanten Anekdoten, die man im englischsprachigen Bereich als "Trivia" einstufen würde. Das sind lustige Kleinigkeiten, die im grunde kein Mensch wissen muss, aber trotzdem zu einem gewissen Aha-Effekt führen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass so manches NES-Spiel in Japan einen besseren Sound hatte, als in der europäischen oder amerikanischen Fassung? Die praktischen Zusatzchips, die auf Module gelötet wurden, um die Hardware zu erweitern, haben ihren Ursprung nämlich nicht erst im 16 Bit-Sektor. Allerdings war die amerikanische und europäische Version des NES aus Kostengründen leicht abgespeckt worden, und so waren unsere 8-Bitter nicht in der Lage, Hardware- Erweiterungen zu nutzen.
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Asmodee
02.04.2008, 15:38 Uhr