Warhammer Online - Special
Als wa da Stump’nz noch auf Grünhaut-Art gemoscht ham!
Wolfner: Waaagh! Zu allererst, vielen Dank dafür, diesen "Nachruf" mitgestalten zu dürfen. Ob die goldene Ära des Rollenspiels zu Ende ist, ist wirklich schwer zu sagen. Sehen wir uns das Onlinegenre heutzutage an, so ist schwer zu leugnen, dass die Post-WoW MMORPG-Generation mit der Komplexität und Handlungsfreiheit ihrer Vorfahren nicht mithalten kann. Somit sind natürlich auch die Möglichkeiten für das Rollenspiel im Rahmen der vorgegebenen Engine sehr eingeschränkt. Wo war früher beispielsweise der Fokus im Endgame eines Online-Rollenspiels? Man konnte ihn sich selbst schaffen! Ein gutes Beispiel aus Ultima Online: „"Ich spare und mache eine Taverne oder Schmiede oder sonst etwas auf.", "Ich gründe eine Gilde zum Schutz eines Dorfes vor Räubern." oder "Ich baue eine Spielerstadt auf" usw. Es war ein kreatives Selbstschaffen von Inhalten. Das hat zwangsläufig dazu geführt, dass du dich automatisch in deine Rolle innerhalb dieser Welt, in der dein Abenteuer spielte, eingefunden hast. Und das ist im Endeffekt doch das, was wir als Rollenspiel bezeichnen. Alles was du dazu gebraucht hast, waren die richtigen Werkzeuge (die Engine). Nur die bieten die heutigen MMOs nicht mehr. Nicht zuletzt, weil die absolute Freiheit in Spielen meistens auch eine sehr raue Welt mit sich brachte. Denken wir dabei an Playerkilling oder Full-Loot an getöteten Spielern. Die Leute, die um 2004 herum in das Genre kamen, wollen so etwas einfach nicht mehr.
Vor allem die RP-Events bleiben in schöner Erinnerung: Hier der Sturm auf Karak Kadrin, der seinem Namen alle Ehre machte!
Was den heutige Zustand bzw. das Ende des Servers Huss betrifft, ist dies mit Sicherheit zum größten Teil auf die anfängliche Aufsplittung der gesamten RP-Community zurückzuführen. Jene, die schon die Misere der RP-Server von WoW her kannten, wussten, dass vier Server viel zu viel waren. Einer hätte bei weitem gereicht. HdRO und Age of Conan zeigen, wie man am besten einen RP-Server innerhalb eines kommerziellen Spiels aufzieht. Diese Server sind zwar auch kein Vergleich zu dem, was etwa viele Ultima Online Veteranen oder Neverwinter Nights Spieler unter dem Begriff Rollenspielserver verstehen, aber denen von WAR und WoW sind sie qualitativ um Welten voraus. Und das hat gar nichts mit den Spielen selbst zu tun.
Dass es Warhammer Online an Möglichkeiten wie Sitzen und Gehen fehlt ist da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Hätte man die RP-Community zusammengehalten, wäre die Sache vielleicht anders verlaufen. Aber was hat man getan? Man hat Spieler aus dem RP-Server-Pool in andere Server-Ruleset-Pools transferiert und damit die Gemeinschaft noch mehr zerteilt als sie es ohnehin schon der Fall war. Wären die Spieler von Kemmler, Egrimm und Galrauch von Beginn an immer nur auf Huss transferiert, welcher dazumal immerhin der am Besten bevölkerte RP-Server war, hätten wir heute womöglich einen vollen Server.
Hyphistos: Als ehemaliger UO-Freeshard-Spieler kann ich dir eigentlich nur uneingeschränkt Recht geben. Auch ich bin seither auf der Suche nach Vergleichbarem, ohne Erfolg. Ich glaube auch, dass WoW für uns Rollenspieler mehr Fluch als Segen war. Ich will hier nicht pseudo-elitär wirken, aber dass die breite Masse für eine Randgruppe wie uns Rollenspieler keinen sonderlich positiven Einfluss hatte, ist wohl nicht zu leugnen. Es ist zwar nicht Thema unseres Artikels, aber ich bin tatsächlich gespannt, wie sich Darkfall Online als selbsternanntes Old School MMO schlagen wird. Wer weiß, eventuell leitet es gemeinsam mit Mortal Online ein Revival der Sandbox-Spiele ein. Leider habe ich jedoch bisher den Eindruck gewonnen (ohne es ausprobiert zu haben), dass es zu sehr auf PvP fokussiert ist. Und zwar in einem Maße, welches das Töten anderer Spieler über alles andere stellt. Vielleicht täuscht dieser Eindruck, aber ich glaube, dass auch dieses umgekehrte Extrem kein idealer Nährboden für RP ist. Bei UO hatte man auch natürlich auch Open PvP, aber es war nicht das Ziel, sondern nur ein Mittel um seine Ziele zu erreichen. Und zwar ein Mittel von vielen.
Nun aber genug in die fernere Vergangenheit und zur Konkurrenz geschweift, lass uns zu WAR zurückkehren. Irgendwie verstehe ich es nicht ganz. Du sagst selbst, die Erfahrungen aus WoW haben gezeigt, dass es zu viele Server waren. Wieso haben die Spieler dann nicht daraus gelernt? Huss beispielsweise wurde aufgrund der Headstart-Phase deutlich vor Kemmler gestartet. Weshalb gingen Rollenspieler dann dennoch auf Kemmler, der eigentlich nie auch nur halbwegs voll war? War es die Angst, den Startcontent mit zuviel anderen Spielern teilen zu müssen? Hätte man sich da von Anfang an koordiniert, wäre es vermutlich nie so weit gekommen. Allerdings vermute ich, dass zu Beginn einfach zu viel Euphorie da war, und man die Spielerzahlen deutlich überschätzte. Nicht nur auf Seiten GOAs, auch auf Seiten der Spieler.
Wo wir aber gerade bei Huss, Kemmler und anderen Serverzusammenlegungen sind: Obwohl die Community auf Huss nie die größte war, hat sie es dennoch geschafft, sich teilweise ordentlich zu zerstreiten. Ein Umstand, der sicherlich auch nicht förderlich für den Fortbestand des Servers war. Da dies in einer Phase geschah, in der ich inaktiv war, würde mich interessieren, ob du da eventuell mehr weißt? Woher kamen diese Konflikte? Waren es die Fraktionen der unterschiedlichen Server, oder gerieten einfach ganz generell Interessensgruppen aufeinander? Mir ist etwa durchaus bekannt, dass es immer Gruppen gab, denen der Erfolg im RvR deutlich wichtiger war als das Rollenspiel, und natürlich umgekehrt. Wie hast du die Sache erlebt?
Achja, eines möchte ich noch (nicht bezogen auf deine Aussage, sondern ganz allgemein) loswerden, weil ich das nun schon so oft gelesen habe: Nein, der Untergang der Rollenspielserver lag nicht daran, dass man sich nicht per Emote hinsetzen konnte. Meine Meinung zu dem Thema ist, dass echtes Rollenspiel keine vorgefertigten Emotes braucht. Sie sind zwar atmosphärisch nett, mehr aber auch nicht, und in WAR kenne ich wenn es gut geht maximal zehn davon auswendig.
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Ghaleon
15.06.2009, 23:04 Uhr
habe dein posting gelesen :D
Hyphistos
15.06.2009, 21:02 Uhr
Ich weiß nicht ob ich damit jetzt zuviel Interna ausplaudere, deswegen formulier ich's mal etwas unpräzise: Es ist kein Zufall, dass es allgemein zu DF bisher so gut wie keine Reviews oder Berichte gibt. Nicht nur die Spieler stehen/standen vor großteils verschlossenen Toren. Und ich persönlich habe auch das Interesse am Spiel verloren.
Saucool, ich hab jetzt ein wenig recherchiert und sogar noch ein altes Posting von mir gefunden:
http://www.old-world.de/thread.php?threadid=8428&hi
light=Hyphistos
Das muss aber schon ganz am Ende meiner Zeit auf OW gewesen sein, vermutlich war ich da eh nur noch halb-aktiv. Also scheinbar ist es eh dieses Old World: http://www.oldworld.de/
Der Shard dürfte noch am Leben sein, was mich sehr freut. Jedoch erkenne ich ihn ehrlich gesagt nicht wieder.
LeFee
15.06.2009, 20:47 Uhr
Nicht belastend sondern befreiend!
Lahme MMO wie Warhammer gehen mir auf den Senkel! Darum warte ich auf Mortal Online. Und wenn MO nicht meine sehr hohen Erwartungen erfüllt, wird es ein weiteres Lamer MMO auf meiner Liste geben.
Ghaleon
15.06.2009, 20:17 Uhr
Die meiste zeit war ich ca. 1 Jahr Asgard, dann 5-6 Jahre auf Cimmeria (char noch vorhanden und mittlerweile 8+ Jahre alt). Auch bei mir hat mich der RL-Stress vom Spielen abgehalten, die Entfremdung war weniger ein Problem, da wir doch sehr enge bande hatten da auf dem Freeshard. Aber nach über 3 Jahren inaktiv kennt man auch nur noch eine Handvoll und ist nicht mehr "Teil der Welt" irgendwie. Höchstens der Geschichte.
Mir kamen die neuen mmopgs größtenteils wie ein Rückschritt vor - konnte man doch nicht mehr alles machen was man wollte und war in den festen Strukturen eingeschlossen.
Auch das eigentlich herrlich schöne Herr der Ringe Online mit der sehr netten Community reizt mich nur ein wenig.
Ich habe da immer im Hinterkopf "Die Welt ist abgeklärt und die Handlung abgeschlossen" man kann das Schicksal der Welt nicht lenken - egal wie sehr man sich bemüht.
Damit habe ich mich völlig abgefunden und versuche halt die "campagen" bzw. den quest-themenpark der mmopgs möglichst freudig zu durchwandern. Über jedes Spiel aufgeilen weil es das oder jenes nicht hat ist nur belastend.
Hat du eigentlich in Darkfall Online reinschnuppern können ? Ich leider nicht - und ich habe es SEHR bedauert, da ich keine Kreditkarte hatte. Wegen dem Mortal-Online Verkaufsstart habe ich mir gerade heute eine neue machen lassen :-) , hoffentlich kommt die rechtzeitig an.
Etwas Interesse habe ich an DF verloren im Moment, Mortal Online wirkt irgendwie anziehender auf mich.
Gruß Ghali
Hyphistos
15.06.2009, 18:28 Uhr
Wo warst du?
Ja, Freeshards für aktuelle Spiele sind aus meiner Sicht die einzige Möglichkeit, wie ein entsprechendes RP-Feeling noch jemals wieder erreicht werden könnte. Oder was ich mir vorstellen könnte, in der Realität aber vermutlich nie existieren wird, wäre wenn sich Communities sozusagen Server untermieten könnten, und die Spieler dann z.B. ganz normal ihres Abos an den entsprechenden Publisher zahlen, die Community dafür aber machen kann, was sie will (auch die Engine verändern, etc.) Aber das klingt wohl sehr utopisch.
Ja, warum gehen wir nicht mehr nach UO zurück? Schwer zu sagen, ich für meinen Teil hab mich aufgrund des RL (Stress etc.) einfach von der dortigen Community entfernt gehabt, kannte dann kaum noch jemanden etc. Bei mir sind es gar nicht mal die technischen Ansprüche (natürlich spielen die auch ne Rolle) aber es ist vor allem das Unwohlsein sich in eine ewig existierende Community wieder integrieren zu müssen. Wäre das ganze ein Startup zu einem neuen Spiel, wäre da die Motivation ungleich größer und man kann am Mitaufbauen helfen.
Ghaleon
15.06.2009, 14:30 Uhr
Als klar war, dass die Zeit von Uo ihren technisch-bedingten Ende zugeht , haben wir aller erwartungsvoll auf WoW geblickt - dort würde es ein großes wiedersehen geben , da doch fast alle ex-uo'ler und noch uo'ler es spielen wollten. Maßlose enttäuschung folgte... 3 spielten auf dem server 2 auf dem, 5 auf dem 13 auf dem etc. Und war man doch mit ein paar auf dem gleichen server... so machte der levelunterschied und die RP-feindliche themenpark-engine (=questgeführt) ein zusammenspiel wie "in den guten alten zeiten" völlig unmögilch.
@ Hyphistos Auf welchem Freeshard warst du eigentlich ?
Ich hatte auf Drakenwald ein paar wircklich sehr nette RP-Stunden... .
Kleinlaut... möchte ich sagen, ich denke ein "WAR-RP-Freeshard" würde tatsächlich viele RP-Herzen erobern, weil das Setting doch recht RP-freundlich ist. Doch das ist ja nicht wie in uo tolleriert.
Ich frage mich auch: so sehnsüchtig wie wir auf das alte Uo blicken - wieso legt man nicht alle Freeshards zu einem neuen Projekt zusammen, wieso gehen wir nicht zurück in die Uo-Sandbox-Engine in der wir soviel spass hatten ?
Vielleicht weil wir mittlerweile verwöhnt sind oder kein Zuwachs mehr zu erreichen ist ?
Lucille
15.06.2009, 11:38 Uhr
LeFee
14.06.2009, 22:54 Uhr
Damit lassen sich Szenarien "bauen" welche man sonst nicht erleben würde. Alles hat aber seine Vor- und Nachteile.
"Edler Herr, darf ich ihnen eine reinhauen?", "Geht leider nicht, ich spiele doch einen Unsichtbaren. Du kannst mich nicht sehen!", "Ach ich vergaß mein Herr und bitte um Entschuldigung!"
Lucille
14.06.2009, 21:43 Uhr
Und mittlerweile gibt es wieder eine Art Creature Handler. Nennt sich halt nur Beast Master und kann über den Expertise-Tree gewählt werden.
Ach ja, wer sich preCU und preNGE einen Jedi erarbeitet UND hochtrainiert hat, weiß sehr wohl was Grinden ist. Und man denkt nur an den ganzen "Holo-Grind". Es gab Grinding sehr wohl ... musste halt jeder selbst entscheiden, ob er es machen wollte oder nicht. Immerhin wollten die Skillboxen auch mit Punkten gefüllt werden. ;)
Wolfner
14.06.2009, 19:57 Uhr
Der Grund für die Serverwahl war die Huhn-Regelung. Wir veranstalten gerne mal kleinere Events in den unteren Tiers und die müssten wir auf ORvR-Servern als Chaoshühnchen abhalten ;)