Warhammer: Mark of Chaos - Battle March - Test
Orks an die Front
Frisches Blut auf dem Schlachtfeld
So viel an dieser Stelle zum Spielprinzip von Mark of Chaos - zum groben Verständnis der Umgebung, in der das Addon eingebettet wurde. Battle March bietet eine neue Solokampagne, die wie schon im Vorgänger sehr linear aufgebaut ist. Auf einer Übersichtskarte rückt man von einer Position zur nächsten, rüstet zwischendurch seine Armee auf beziehungsweise rekrutiert neue Einheiten und wirft sich wenig später ins nächste Gefechte. Die Qualität der Missionen schwankt leider etwas zu stark, um vollends überzeugen zu können. Einerseits gibt es einige wirklich spannend inszenierte Einsätze, in denen man unter anderem einer Belagerungsschlacht beiwohnt oder Riesen mit übermenschlichen Kräften stellen muss. In diesen Momenten kommt immer wieder eine intensive Kampfatmosphäre auf, die teilweise von den passablen Zwischensequenzen weitergetragen wird. Allerdings gibt es dann auch wieder völlig belanglose 08/15-Missionen, die nicht mehr vom Spieler fordern, als eine Feindesgruppe nach der anderen aus dem Weg zu räumen. Es macht fast den Anschein, als hätten die Designer entweder zu wenig Zeit oder zu wenig Lust gehabt, um ein gleichbleibendes Niveau bieten zu können.
Schade eigentlich, denn schon allein aufgrund der beiden neu eingeführten Völker ist genügend Potenzial für mitreißende Missionen gegeben. Ja, richtig gelesen: Zwei zusätzliche Fraktionen mischen ab sofort bei den Konflikten in Mark of Chaos mit. Da wären einerseits die grünhäutigen Orks, die sich furchtlos auf jeden noch so stark wirkenden Gegner stürzen. Die im Nahkampf gefürchteten Schwarzorks sowie die aus der Distanz agierenden Speerwerfer sind gefährliche Widersacher im Kampf. Weniger grobschlächtig aber nicht minder tödlich gehen die Dunkelelfen zu Werke. Diese schicken Zauberkundige und Echsenritter in den Kampf, greifen oftmals zu perfiden Tricks. Ähnlich unterschiedlich präsentieren sich auch die entsprechenden Helden der beiden Fraktionen. Während der Orkanführer Gorbash mit einem riesigen Zweihänder die Köpfe seiner Gegner spaltet, greift die Hexe der Dunkelelfen auf hinterhältige Gedankenkontrolle zurück. Schon diese wenigen Beispiele machen deutlich, dass die beiden neuen Völker frischen Wind in Spielgeschehen bringen - vor allem in den nach wie vor unterhaltsamen Multiplayer-Partien. Zwar kommandiert man auch innerhalb der Solokampagne beide Fraktionen, doch das volle Potenzial entfalten diese erst im Netzwerk respektive dem Internet.
Beim Anblick dieser Horde wütender Orks sollten selbst erfahrene Strategen die Beine in die Hand nehmen.
Die Kapitelüberschrift sollte man allen Entwickler von Black Hole Entertainment eigentlich an die Monitor heften - denn sie haben genau das nicht getan. Denn wenn doch, hätten sie aus den Fehlern des Hauptspiels gelernt und diese beseitigt. So ärgert man sich nach wie vor über die teilweise ziemlich dämlich agierende KI. Diese marschiert beispielsweise auf dem Weg zu einem Helden mitten durch eine komplette Feindesgruppe und lässt sich ohne jede Gegenwehr abschlachten. Hinzu kommt die mäßige Wegfindung, die noch immer einige Probleme mit dem Gelände hat.
Apropos Gelände: An der Präsentation hat sich im Vergleich zum Hauptspiel ebenfalls so gut wie nichts verändert. Orks und Dunkelelfen wurden thematisch passend in Szene gesetzt und passen sich nahtlos ins bestehende Fantasy-Gefüge ein. Auch die Zaubereffekte machen nach wie vor einen guten Eindruck und sind stellenweise sehr beeindruckend. Dem gegenüber stehen allerdings die nach wie vor etwas hakeligen Animationen der Figuren sowie detailarme Boden- und Gebäudetexturen. Diesbezüglich war schon vor anderthalb Jahren Luft nach oben, was sich bis zum heutigen Tag natürlich nicht geändert hat - das Gegenteil ist der Fall. Seltsamerweise wurden die Systemanforderungen dennoch etwas nach oben geschraubt. Warum dem so ist, wissen wohl einzig und alleine nur die Entwickler.
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19.06.2008, 18:20 Uhr