Warhammer 40.000: Dawn of War - Test
Ein Hammerspiel für alle Strategen mit Sinn für Action
Man sollte sich schon ein wenig im Warhammer-Universum auskennen, wenn man schnell in das Spiel starten möchte; wenn man aber ein Neuling in der Materie ist, dann braucht es einige Zeit, bis man die Story vollends versteht. Spielt man aber auch die TableTop-Variante von Warhammer 40.000, dann findet man sich schnell zurecht und wird von der Umsetzung der Charaktere und Völker sicherlich begeistert sein. Behilflich ist für alle Neulinge dagegen ein wirklich hervorragendes und detailreiches Intro, welches auf die folgenden Szenarien einstimmt. Die Freiheit der Völker auf dem Planeten Tartarus scheint bedroht, denn immer mehr Meldungen machen die Runde, dass Einheiten der imperialen Großmacht durch die Orks angegriffen werden. Eindeutig, dass der Imperator Nachrichten von überfallenen Siedlungen und ermordeten Zivilisten nicht gerne hört, und so weist er seine Armee an die Orks mit aller Kraft zu bekämpfen, doch immer mehr Einheiten scheinen zum Feind überzulaufen, und so kommen die Blood Ravens ins Spiel -eine Elite-Gruppe der imperialen Armee - von welcher der Spieler der Kommandant ist. Doch kaum sind die ersten Angriffe der Orks abgewehrt, steht das Imperium vor einer zusätzlichen Bedrohung, denn auf dem Kriegsschauplatz tauchen die Eldar auf, als ob dies nicht schon genug sei, macht der Spieler als Kommandant Gabriel die grausame Entdeckung, dass Menschen als Opfer gebracht werden. In dieser schweren Zeit kommt es auch noch zu Zwiespalt in den Führungsrängen und so sind Misstrauen und Intrigen auch in den eigenen Reihen keine Seltenheit, so dass man keinem außer sich selbst vollends vertrauen sollte. Ist das Intro abgelaufen, kann man sich schon ein gutes Bild von der Lage auf dem Planeten machen, und so folgt darauf die weitere Einführung in das Spiel, nun aber nicht in gerenderter Form, sondern in Spielgrafik. Der Kampf gegen die Aggressoren auf dem Planten Tartarus kann also beginnen.
Langeweile? – Nein, Danke!
Zugegeben es geht auf dem Spielbrett meist nicht sehr actionreich zu, doch wird gerade dieser Kontrast zwischen der langen Planung beim TableTop-Spiel und der PC-Umsetzung, bei der der Spieler schnell reagieren muss, sicherlich bei der Fangemeinde von Warhammer ankommen, denn endlich werden die taktischen Züge bildlich dargestellt, und es kommt zu wirklichen Massenschlachten, die vor Tempo nur so strotzen. Eine weitere Verbindung dieser beiden Arten von Warhammer ist, dass beide ihresgleichen suchen, denn selten gab es auf dem Computer ein Strategiespiel, welches so schnell ablief. Man verschwendet keine Stunden mit dem Aufbau von Basen und Errichten von Verteidigungsanlagen, sondern findet sich schon nach wenigen Minuten in der ersten Schlacht wieder, die schon entscheidend für die gesamte Partie sein kann. Dieses schnelle Tempo wird dadurch möglich, dass Gebäude und Einheiten nur dann gebaut werden können, wenn man bestimmte Kontrollpunkte auf einer Karte besetzt hält, verliert man diese, dann kann man bestimmte Gebäude oder Einheiten nicht mehr bauen, bis man den Kontrollpunkt wieder eingenommen hat. Dementsprechend groß sind die Anforderungen an den Spieler, dass er die Kontrollpunkte verteidigt und schon so früh wie möglich erobert. Die zweite Grundlage für eine erfolgreiche Kriegsführung ist Energie, die man durch Plasmageneratoren beziehen kann, die rund um die Basis errichtet werden können. Ein weitere Lieferant für die Ressource Energie sind zwei „Slag“-Vorkommen auf jeder Karte. Diese sind natürlich, wie die Kontrollpunkte, von allen Seiten heiß begehrt und so ist es sehr schwer, diese zu verteidigen. Damit man aber nicht zu Beginn schon benachteiligt ist, wenn man viele Einheiten im Kampf verliert, ist es möglich, einfache Kämpfer schon zu Beginn in der Hauptbasis zu erschaffen. Im weiteren Verlauf kann man die Trupps, die aus mindestens vier Kämpfern bestehen müssen, mit neuen Waffen und Kriegern ausstatten. Der Clou an der Truppenzugehörigkeit ist, dass man, wie in der TableTop-Variante, Verbände hat, die gewährleisten, dass nicht einzelne Einheiten auf der Karte umherirren. Ebenfalls von Vorteil ist, dass man später neue Einheiten den Truppenverbänden zuweisen kann, und diese dann sofort zu den Truppen überstellt werden und große Transportwege entfallen. Besonders in Schlachten kann man so schnell reagieren, indem man Verbänden, die angreifen oder unter Angriff stehen, durch neue Kämpfer unterstützt.
Nicht auf die Anzahl, sondern auf die Technik kommt es an.
Im Spielverlauf ist es fast nachteilig, wenn man viele Kämpfer der
ersten Entwicklungsstufen hat, denn diese können im weiteren Verlauf einer Schlacht immer weniger ausrichten und sind so fast uneffektiv, denn in Dawn of War gibt es ein ausgeprägtes Schadenskonzept, welches in Teilen auch auf dem Brettspiel beruht. Alle Kriegsparteien entwickeln mit der Zeit neue Techniken, und so haben Kämpfer mit Maschinengewehren später keine Chance, wenn ein gewaltiger Kampfroboter anzugreifen droht. Man sollte so also immer ein Auge darauf haben, dass man die erreichte Technikstufe auch auf dem Schlachtfeld ausnutzt, denn was nützen erforschte Kampfstufen, wenn man diese nicht anwendet. Die letzten Einheiten und Gebäude sind meistens nach rund 45 Minuten Spielzeit erforscht und können angewandt werden. Pro Volk gibt es meist knapp zehn Gebäude und rund ein Dutzend Einheiten. Zusätzlich können all diese noch durch Weiterentwicklungen im Einzelnen verbessert werden. In der Kampagne kommt man aber leider nur in den Genuss der Einheiten und Gebäude der imperialen Streitmächte und kann die anderen Völker nur im normalen Gefecht oder Multiplayermodus befehligen. Die Helden spielen in Dawn of War ebenfalls eine besondere Rolle. Jeweils einen Helden kann man während eines Szenarios im Spiel unter Befehl haben, der sich durch besondere Kampftechniken und einen starken Kampfwillen von anderen Einheiten unterscheidet. Setzt man den Helden richtig ein, dann kann er dafür sorgen, dass eine scheinbar verlorene Schlacht noch eine Wendung findet.
Für mehrere Spieler geschaffen
Im Ursprung war Warhammer schon immer für mehrere menschliche Spieler gedacht, und in Dawn of War wird dieser Grundgedanke aufgegriffen, denn der Multiplayermodus ist sehr umfangreich gestaltet. Auf den Spieler warten nicht nur alle Völker, die in der Kampagne leider nicht alle einzeln gespielt werden können, sondern auch über 21 bereits mitgelieferte Karten. Auf diesen darf man dann entweder mit bis zu sieben Computerspielern in die Schlacht ziehen, oder wahlweise darf man sich auch der Herausforderung stellen sieben menschliche Gegner im Internet oder im Netzwerk zu bekriegen. Im Multiplayermodus warten auch noch weitere Spielmodi. Der Spieler kann unter anderem festlegen, dass derjenige Sieger ist, der alle Kontrollpunkte unter seiner Herrschaft hat oder bestimmte Artefakte auf der Karte eingesammelt hat.
Sounderlebnis wie im Kino
Die Lobeshymne auf Dawn of War nimmt auch bei den Soundeffekten kein Ende. Diese sind erstklassig in das Spiel integriert worden und ein 5.1 Soundsystem vorausgesetzt, fühlt man sich schnell auf das Spielfeld versetzt und hat ein Erlebnis wie im Kinosaal. Der Einschlag von Raketen und das Donnern der Maschinengewehrsalven werden so zu einem einzigartigen Erlebnis. Ebenfalls sehr gut gelöst wurde die Lokalisierung der Dialoge der einzelnen Völker. Oft hapert es hier an schlechten Synchronsprechern, die nur halbherzig bei der Sache sind. In Dawn of War hat man den Quantensprung der Lokalisierung geschafft. So erwarten den Spieler erstklassige Stimmen und besonders auf die Orks sollte man achten, denn diese glänzen durch eine Sprache, die man nur als passend bezeichnen kann. Die brachiale Art dieser Wesen wird auch an der kräftigen und rauen Aussprache deutlich, die gemischt mit einem gewissen Slang ein Genuss ist.
Die Grafik in Warhammer 40.000 – Dawn of War sucht im Moment noch seinesgleichen. Zwar gibt es auch hier hin und wieder kleine Schwächen, doch erkennt man durchgehend, dass sich die Entwickler in jedes Detail verliebt haben. Schon beim Einstieg in das Spiel wird man von der Grafik überwältigt. Steht die erste Schlacht auf dem Programm, so ist man spätestens jetzt oder umso mehr von der Grafik überzeugt. Selbst in der höchsten Zoomstufe erkennt man, dass es zwischen Dawn of War und anderen Strategietiteln einen fulminanten Unterschied gibt. In Dawn of War stehen sich die Einheiten noch einzeln gegenüber, und so ist es ein Erlebnis, wenn man näher ins Geschehen eintaucht und die Einheiten beim Kampf für einen Moment beobachtet. Die Bewegungen laufen nicht nach einem immer gleichen 08/15-Schema ab, sondern sind abwechslungsreich wie nie zuvor. Dabei gehen die Einheiten miteinander nicht um wie mit rohen Eiern, sondern schrecken nicht vor brutalen Schlägen zurück, so dass der Monitor oft mit dem ein oder anderen Blutspritzer versehen zu sein scheint, wenn eine Einheit zerstückelt und anschließend durch die Luft geschleudert wird.
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