Viva Pinata - Test
Die freundlichen Papiertiere sind zurück!
Endlich ein Wiedersehen mit all den knuddeligen Pinatas, die man schon auf der Xbox 360 ins Herz schließen konnte.
Schon auf der Xbox 360 stand vor dem kunterbunten Paradies ein ganzer Haufen Arbeit. Mein Garten erinnert tatsächlich mehr an einen Hinterhof im düstersten Brooklyn. Überall liegt Müll herum, und es wäre nicht verwunderlich, wenn das Erdreich giftige Substanzen beinhaltet. Also die Ärmel hochgekrempelt, die Schaufel rausgeholt und ordentlich auf den Boden eingeschlagen. Warum wir nicht graben oder den Unrat in den Container schmeißen? Ganz einfach: Das wäre tierisch langweilig. Mit dem Stylus planiert ihr das gesamte Areal binnen kurzer Zeit - ein Vorteil der Bedienung, die sehr viel einfacher und vor allem schneller von der Hand geht als mit dem Controller an der Konsole. Durch das wirklich sehr ausführliche Tutorial zu Beginn ist eigentlich jeder Handgriff noch einen Schritt flinker umgesetzt. Mit leichtem Antippen setzt ihr Samen in den Boden. Nur um nach einem kurzen Schauer aus der Gießkanne einen Baum oder Strauch aus dem Boden schießen zu lassen. Besonders witzig ist, mit dem Stylus das Gras selbst zu malen. Das sind schöne Ideen, die das Spiel aufblühen lassen.
Sprießt und gedeiht der Garten erst mal, kommen auch schon die ersten Pinatas. Sie futtern zunächst euer Gemüse oder Obst auf, und wenn es ihnen bei euch gefällt, werden sie heimisch. Die Ansprüche der Tiere sind dabei sehr unterschiedlich: Einige wollen einen Teich, um überhaupt bei euch vorbeizuschauen, und natürlich will jede Familie auch ein Heim haben. Die Bienen verlangen nach einem Bienenstock, die Enten nach einem kleinen Haus am Wasser. Witzig ist nicht nur das Auftreten der Pinatas, sondern auch ihre Namensgebung. Die Enten heißen beispielsweise Quackberry und kleine Würmer Whilm. Einen Schmunzler dürften einem die Kreationen immer wieder entlocken. Leider versprüht der Nintendo DS durch die geringere Hardwareleistung aber nicht die Detailstärke der Xbox 360. Das raubt dem Spiel leider etwas seines Charmes.
Ein blühender Garten ist nicht gerade billig. Wie im wahren Leben kosten eure Landschaftswünsche ordentlich Geld. Und das regnet leider nicht vom Himmel. Mit dem Verkauf von Gemüse, aber auch dem Nachwuchs eurer Pinatas könnt ihr Spielgeld verdienen. Dadurch finanziert ihr immer neue Bauten, Pflanzen und allerhand Zubehör für euren Garten. Nach einigen Stunden merkt ihr spätestens, dass Viva Pinata nicht das einfache Kinderspiel ist, das es auf den ersten Blick sein will. Leicht kann man zwar alle Funktionen abrufen, muss aber nach und nach immer mehr Bereiche im Blick haben. Sind zu viele Kreaturen im Garten, gehören Revierkämpfe zum Alltag, wobei die Tiere nicht selten krank werden. Schnell rufe ich den Doktor, der mit ein wenig Medizin mein erkranktes Tier heilt. Aber was ist das? Nur einen Wimpernschlag später watschelt eine Art Quacksalber durch den Garten und verteilt saure Drops. Die bekommen den Mitbewohnern nicht gut. Im schlimmsten Fall sterben sie nach dem Fressen sogar - gerade bei seltenen Arten eine traurige Angelegenheit. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo ihr Helfer braucht. Die stellt ihr zum Gießen oder Ordnung-halten an, um euch das Leben zu erleichtern. Sehr schön ist die Minikarte, die euch immer zu genau dem Punkt bringen kann, an dem gerade Tumult herrscht. Durch die Touchscreensteuerung funktioniert das Konzept noch schneller als auf der Xbox 360 - ein klarer Pluspunkt für den Nintendo DS, auf dem Viva Pinata in vielen Teilen noch ein Stück schneller wirkt. Doch auch traurige Momente gibt es in der Welt der stets lustigen Tiere. Um die Fortpflanzung zu beschleunigen, müsst ihr nicht nur Würmer an die Vogelarten verfüttern, sondern auch den Füchsen mal eine Ente vorsetzen. Vor allem in den ersten Spielstunden macht es einen traurig, wenn der treue Wegbegleiter einfach aufgefuttert wird. Kommt dann jedoch Nachwuchs oder wird eine neue Art heimisch, entschädigt das für fast jeden Verlust. Übrigens ist das Paarungsritual weiterhin kindgerecht inszeniert. Turteltauben schweben über dem verliebten Paar, ein Schwall kleiner Herzchen hier, und wenige Momente später ist auch schon ein Ei mit dem Nachwuchs da.
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