Venetica - Special
Der Tod steht ihr gut
Scarlet fühlt sich völlig normal und ist doch anders. Auf Friedhöfen findet sie oft ein Portal zur Unterwelt.
Ein skrupelloser Schwarzmagier hat sich über die geltenden Konventionen hinweg gesetzt und haucht in seinem ambitionierten Streben nach unumstößlicher Allmacht selbst dem Tod Angst und Schrecken ein. Es liegt also an uns, der Flut an Untoten Einhalt zu gebieten und das sensible Gleichgewicht zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten wieder herzustellen. Scarlet hat ihrer Abstammung entsprechend auch einige Schattenreich-Fähigkeiten geerbt, die im Laufe des Spiels neben den normalen Skills erlernt werden können und bei der Erfüllung dieser Aufgabe hilfreich sind. So kann sie beispielsweise jederzeit in das Totenreich übertreten. Aus dieser neuen Sichtperspektive sind zum einen versteckte Türen, Fallen und Schätze zu erkennen, und zum anderen eignet sich der kleine Trick, um taktisch geschickt Gegner auszuspielen. Seid ihr im Totenreich-Modus, können diese euch nämlich nicht wahrnehmen, so dass ihr euch strategisch günstig hinter den Schergen positionieren könnt. Anschließend taucht ihr wieder in die Normalwelt, und einige gezielte Hiebe beenden das diesseitige Dasein eurer Feinde. Selbstverständlich variiert die Kampfkraft der einzelnen Opponenten, und im Verlauf des Spiels ist nicht nur Kleinvieh zu beseitigen. Riesige Bosse kreuzen nämlich auch den Weg des Spielers. Wer meint, es reiche, den üblen Kreaturen im Diesseits den Garaus zu machen, der irrt. Anschließend ist auch im Jenseits Kampfgeschick gefragt. Die gerade in den Hades geschickten Wesen offenbaren nun ganz unverhohlen ihr monströses Inneres und überragen Scarlet oft um ein Vielfaches. Mit wilden und kopflosen Angriffen erreicht man in diesem Fall wenig. Es gilt die Schwächen der gemeinen Kreatur zu finden und diese dann erbarmungslos auszunutzen, um das Geschöpf der Hölle über den Jordan bzw. den Styx zu schicken.
Die Bossbegegnungen sind spektakulär in Szene gesetzt und dauern auch eine ganze Weile an, da jeder Endgegner mehrere Kampfphasen besitzt. Habt ihr dem Monster zum Beispiel die Beine abgehackt und anschließend den übergroßen Kopf vom Rumpf getrennt, kann es sein, dass dieser immer noch nach euch schnappt, ehe ihr den endgültigen Todesstoß ansetzen könnt. Wie viele Bosse es genau in Venetica geben wird und welche Fähigkeiten sie besitzen werden, steht noch nicht abschließend fest, allerdings kann man bei einem Gesamtumfang von circa 25 bis 35 Stunden Spieldauer von fünf bis sechs Bossen ausgehen. Kämpfe und Quests sollen sich dabei ungefähr die Waage halten. Trotz deutlicher Action-Komponente habt ihr also auch genug Zeit, euch einfach in der Spielwelt umzusehen, und Venedig hat einiges zu bieten. Die Metropole mit ihren sonnengefluteten Terrassen, engen Gässchen, glitzernden Kanälen und romantischen Gondeln wurde exzellent eingefangen. Majestätisch erhebt sich im Hintergrund der Palast, während detailliert ausgearbeitete Schiffe im Hafen ankern. Ihr könnt die Charaktere der Großstadt bei ihrem Tagwerk beobachten und sie auf dem abendlichen Heimweg zu ihrer Wohnung begleiten oder heimlich verfolgen - der Tag-Nachtwechsel funktioniert natürlich dynamisch. Wer nicht als Stalker auffallen will, der verhält sich einfach ganz normal und verbessert z.B. Waffen und Ausrüstungsgegenstände zu üblichen Geschäftszeiten beim Schmied oder lernt neue Skills bei unterschiedlichen Trainern. So werdet ihr im Laufe der Zeit immer weitere Stadtteile freispielen und auch die dunklen, heruntergekommenen Ecken kennenlernen. Schäbige Hütten, ungemütliche Gesellen und knallharte Intrigen gehören ebenfalls zu einer lebendigen Stadt, und das Elend in den Armen-Vierteln ist ebenso greifbar wie die prunkvolle Pracht, die euch anfangs begrüßt.
Aber wie viel Rollenspiel steckt in Venetica? Die grundsätzliche Richtung in Hinblick auf die Charakterentwicklung ist vorgegeben. Zwar könnt ihr euch einer von insgesamt drei Gilden anschließen, aber Scarlet gegen ihr Naturell einen bitterbösen, gar boshaften Anstrich zu verpassen ist nicht möglich. Auch auf ständige Begleiter in Form von Party-Mitgliedern müssen gestandene Rollenspielfans verzichten. Die ausgefallene Geschichte, die schicke Optik und die Einsteigerfreundlichkeit sollen hier den Weg zum Erfolg ebnen. Ob dieses Konzept aufgeht, werden wir noch dieses Jahr in Erfahrung bringen, denn Venetica erscheint voraussichtlich im Herbst 2009. Obwohl noch einiges an Arbeit vor dem Entwickler-Team liegt, befindet man sich laut Claas Wolter genau im Zeitplan. Wenn es Ende des Jahres soweit ist, wird auch eine Demo-Version erscheinen, die erste Eindrücke vermitteln wird.
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Arren
09.04.2009, 22:17 Uhr
Aber ja, wenn die selbe Komik noch drin steckt....
Ghaleon
08.04.2009, 09:17 Uhr