Vanguard: Saga of Heroes - Special
Update 4 - Vanguard als Geheimtipp?
BradMc Quaid und Jeff Buttler, beide maßgeblich an der Entwicklung von EverQuest beteiligt, gründeten 2002 ihr eigenes Studio und begannen mit Microsoft im Rücken die Entwicklung von Vanguard. Langsam aber sicher wurden Spieler auf das MMORPG-Projekt aufmerksam und Sigil veröffentlichte viele Hintergrundinformationen zu Telon, der Welt von Vanguard - von Concept-Zeichnungen, bis hin zu zahlreichen Kurzgeschichten - wodurch schon vor Release eine atmosphärische Welt erschaffen wurde. Auch im Forum waren die Entwickler selber aktiv, denn so konnten Fans hautnah an der Entwicklung teilhaben. Doch was nicht publik gemacht wurde, waren die Probleme, in die sich Sigil Games mit der Zeit manövrierte. Im Mai 2006 kauften sie von Microsoft die Rechte zurück und bestimmten Sony Online Entertainment als ihren Co-Publisher. Entscheidungen über Inhalt und Gameplay sollten weiterhin bei Sigil liegen, trotzdem waren zahlreiche Fans von diesem Zusammenschluss nicht gerade angetan.
Anfang letzten Jahres war es dann soweit, die Tore von Vanguard öffneten sich, Vorbesteller durften sogar drei Tage früher die Luft einer der drei Kontinente schnuppern. Abseits der extremen Hardwareanforderungen wurde schon nach einigen Tagen klar, dass dieses Spiel gut und gerne noch ein paar Monate Entwicklungszeit hätte vertragen können. Besonders im höheren Bereich fehlte Inhalt, dafür fand man Bugs in fast überall. Jahrelange Vorfreude wurde bei Vielen binnen weniger Stunden zu Nichte gemacht. Doch nicht alle wandten sich von Vanguard: Saga of Heroes ab. Verständlich, denn trotz der Mängel waren an allen Ecken und Enden die guten Vorsätze der Entwickler spürbar, wie zum Beispiel bei den drei Sphären: Kampf, Handwerk und Diplomatie. Letztere gab es so noch nie in einem MMOG, denn diese diplomatischen Gefechte laufen wie ein Kartenspiel ab und haben Auswirkungen auf ganze Landstriche. Böse Zungen behaupten heute, dass die ganze Entwicklung eine einzige Fehlplanung gewesen sei und Brad McQuaid, dass Aushängeschild von Sigil, kaum noch etwas mit Vanguard zu tun gehabt habe. Ob diese Behauptungen der Wahrheit entsprechen, lässt sich schwer sagen. Tatsache ist nur, dass Sigil vier Monate nach Release von SOE geschluckt wurde und die meisten Mitarbeiter dort dann weiter werkelten und immer noch werkeln, um Vanguard zu dem zu machen, was es eigentlich längst sein sollte: Ein MMORPG mit enormer Spieltiefe.
Und heute?
Ganz gleich welchen Ruf SOE bei MMOG-Spielern besitzt; seit sie die Entwicklung von Vanguard übernommen haben, wurden etliche Bugs ausgemerzt, die Performance wurde stark verbessert und neue Inhalte, gerade im Endgame, wurden hinzugefügt. Heute wollen wir uns aber nicht die vergangenen Verbesserungen im Detail anschauen, sondern uns auf das, auch mit Skepsis betrachtete, Game-Update 4 konzentrieren.
Nach Abschluss einer bestimmten Quest steht euch dieser majestätische Greif als Flugmount zur Verfügung.
Alles in allem kann man sagen, dass Vanguard: Saga of Heroes sich langsam zu einem Geheimtipp mausert - sicherlich nicht für den Massenmarkt, aber darauf war es auch nie ausgelegt. Wer nach einer Alternative zu bekannten Größen wie WoW oder Guild Wars sucht und einfach in eine atmosphärische Welt eintauchen möchte, sollte Vanguard eine Chance geben. Denn gerade die deutsche Community auf dem europäischen Server ist Neulingen gegenüber sehr hilfsbereit und SOE liefert in regelmäßigen Abständen Updates.
Allen, die sich das ganze lieber mal in Bewegung anschauen, kann ich noch unser Vanguard-Video-Special ans Herz legen. Dort werden sämtliche Neuerungen, wie die Helme oder Reittiere, ausführlich vorgestellt.
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Beasthole
07.04.2008, 14:31 Uhr
So läufts nunmal. Wer kauft sich denn ein Spiel wie Vanguard noch nach einem solchen Start?