Unreal Tournament 3 - Test
Im Test-Labor an der Killing-Spree
Wo der Einzelspielerpart gnadenlos versagt, kommt ihr beim Anblick der prachtvollen Maps aus dem Staunen kaum heraus. Die gewohnt glänzenden und dicken Rüstungen der Kämpfer beeindrucken wieder mal auf voller Linie. Um auch der mittlerweile beliebten Individualisierung Rechnung zu tragen, könnt ihr euren Charakter nun ganz nach eurem Geschmack einkleiden. So richtig anders wird der Stil des Outfits allerdings nicht, sind die protzigen Einzelteile doch fast schon Merkmal für typische Unreal Tournament-Soldaten. Für uneingeschränkten Spielspaß hat Epic Games nicht nur äußerst detailierte, liebevolle und neue Maps ins Spiel gebracht, sondern auch Klassiker ordentlich aufgepeppt. Das legendäre Deck 17 zum Beispiel erstrahlt im neuen Glanz und ist kaum wieder zu erkennen. Auch das Waffen-Arsenal erfuhr "nur" ein optisches Update - pfui, keine Neuerungen? Alles altbacken? Kein neuer Spaß? Nein, aber den braucht ein Unreal Tournemant, das seit Jahren für prall gefüllte Multiplayer-Server sorgt, auch nicht. Nicht nur Veteranen werden sich zwischen Minigun, Biorifle und Link Gun pudelwohl fühlen, auch Neulinge freuen sich über die schnellen und abwechslungsreichen Waffen, die für actiongeladene Duelle sorgen.
Da man einen Nachfolger nicht gänzlich ohne neuen Inhalt anbieten kann, werden euch schnell die neuen Fahrzeuge auffallen. Neben diversen Flugeinheiten wie beispielsweise dem flinken Axon Raptor könnt ihr auch mit diversen Mitspielern den Hellbender besetzen und euren Gegnern einheizen. Als mächtigste Bodeneinheit der Necris stolziert der Darkwalker auf drei Tentakeln langsam durch die Landschaft. Doch wehe, das haushohe Ungetüm setzt zum Schuss an. Dann bleibt kaum ein Gebäude, ein Soldat oder Fahrzeuge länger als ein paar Sekunden heil. Ansonsten bedienen sich die Necris meist agiler Einheiten, die mit allerhand hinterlistigen Waffen gespickt sind. Vollkommen rassenunabhängig dagegen ist das Hoverboard. Wenn ihr euch schon immer mal auf das coole schwebende Skateboard in "Zurück in die Zukunft" schwingen wolltet, habt ihr nun in Unreal Tournament die Chance dazu. Mit dem Hoverboard ist man nicht nur ziemlich schnell unterwegs, man kann auch gewagte Manöver vollführen und dem einen oder anderen Gegner entkommen. Aber auch hier ist wie bei allen anderen Einheiten Vorsicht geboten, denn während man sich auf dem fliegende Brett durch die schicken Maps schwingt, ist man ein gefundenes Fressen für Widersacher, weil man während dem Flug keinerlei Waffen bedienen kann. Ein kleiner Trost ist dabei, dass man nicht gleich beim ersten Abschuss stirbt, sondern erstmal scherzhaft vom Board gestoßen wird.
Widmen wir uns dem akustischen Part, der abermals ein zweischneidiges Schwert ist. Während die Musik samt den Effekten der Waffen überzeugen und für reichlich Stimmung sorgen, wirkt die Vertonung der Soldaten eher lächerlich. Im Englischen sind Begriffe wie "Killing Spree" oder "First Blood" mittlerweile schon Kult. Dass sich diese coolen Begrifflichkeiten aber nicht so einfach ins Deutsche übersetzen lassen, beweist Unreal Tournament 3 eindrucksvoll. Ein lang gezogenes "Erstes Blut" stört ungemein und lässt die grafische und spielerische Wucht ein bisschen lächerlich erscheinen. Schade, mit der englischen Synchronisation wäre das mit Sicherheit nicht passiert.
Die Grafik der Xbox 360 Fassung steht der PC-Version nur wenig nach und ist quasi identisch mit dem, was man auf der PS3 zu Gesicht bekommt
Etwa ein halbes Jahr nach dem PC-und PS3-Release von UT 3 erreicht uns endlich eine Xbox 360 Fassung des schnellen FPS-Gemetzels. Unterschiede zur PS3-Version sucht man allerdings mit der Lupe. Grafisch offensichtlich geklont und im Spielaufbau völlig unverändert, flimmert es auch auf Microsofts Daddelkiste in absolut konstanter Framerate über den Bildschirm. Wobei ein Vergleich mit der PC-Fassung natürlich müßig ist. Auch wenn die meisten Details den Sprung auf die Konsole überlebt haben, ist deutlich zu sehen, dass so mancher Effekt abgespeckt werden musste. Slowdowns oder Lags bei Onlinebegegnungen sind dabei extrem seltene Gäste, ließen sich aber offenbar nicht vermeiden. In den neu implementierten Split Screen-Fights, die auch im System-Link bzw. Online für Spaß sorgen, sind solche technische Einbrüche natürlich öfter anzutreffen, doch halten sie sich selbst hier in Grenzen.
Schade nur, dass Maus und Tastatur nicht verwendet werden können, wie es den PlayStation 3-Spielern eingeräumt wurde. Wer die äußerst intuitive und erstaunlich leichtgängige Steuerung per Joypad erstmal verinnerlicht hat, dürfte aber auch ohne die PC-übliche Bedienung hervorragend zurechtkommen. Zudem werden sich Microsoft-Konsoleros darüber freuen, neben den drei Maps, die auf PC und PS3 als DLC zu erwerben waren, fünf weitere exklusive Karten als Dreingabe auf der Disc zu finden. Das ist allerdings kein Ersatz für den mangelnden Usercontent, der Xbox 360-Jüngern komplett verwehrt bleibt. Eigene Karten zu erstellen bzw. vorhandene zu modifizieren, ist weiterhin PC- und PS3- Spielern vorbehalten. Das mag den Spielspaß nicht mindern, sehr wohl aber die Vielseitigkeit und die Langzeit-Motivation.
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