Transformers: The Game - Test
Reif für die Schrottpresse?
Der Spieler amüsiert sich indessen zu Tode. Er sitzt lachend vor dem mit blendenden Effekten besudelten Monitor, lässt sich von seinem wummernden 5.1-Soundsystem beschallen und legt in Windeseile eine ausgewachsene Großstadt in Schutt und Asche - er ist der viel zitierte Dritte; er freut sich, dass er einem solch packenden Spielerlebnis beiwohnen darf. Rein theoretisch, denn leider wird aus dem cineastischen SciFi-Spektakel schnell ein ödes Prügelgelage, das hier ein paar GTA-Elemente aufgreift, dort einige Schlägereien serviert, im Großen und Ganzen aber jeder Schlaftablette Paroli bieten könnte. Wer die Rahmenhandlung des Kinostreifens kennt, dürfte keine Probleme haben, die Story zu verstehen. Alle anderen ärgern sich darüber, dass sich das Spiel wenig Mühe gibt, Aufklärungsarbeit zu leisten. Ja, es gibt Zwischensequenzen, in denen die wichtigsten Ereignisse aufgegriffen werden. Ja, ein einigermaßen brauchbares Introvideo ist auch vorhanden. Leider machen die unmotivierten Sprecher der (menschlichen) Charaktere jeden Anflug von Atmosphäre zunichte. Außerdem wirkt es, als hätten sich zig getrennt voneinander werkelnde Abteilungen an dem Spiel zu schaffen gemacht, die bitteren Früchte ihrer Arbeit zum Schluss einfach zusammengeschmissen und mit dem Namen Transformers versehen. Die Zwischensequenzen greifen zwar vieles auf, führen die wichtigsten Charaktere oberflächlich in die maue Handlung ein, lassen aber die eine oder andere Frage offen. Kaum hat man eines dieser mäßigen Videos hinter sich gebracht, blickt man auf einen mit grobschlächtigen Buchstaben verunzierten Ladebildschirm, der die aktuellen Ziele erläutert. Im nächsten Moment befindet man sich meist schon auf offener Straße, um die eigentliche Mission in Angriff zu nehmen. Fließende Übergänge sehen anders aus...
Vielleicht präsentiert sich die spielerische Seite ja in einem besseren Licht? Leider ist auch hier überdeutlich zu spüren, dass den Entwicklern nicht Qualitätsdruck, sondern der süße Lockruf des schnellen Geldes im Nacken saß. Die Missionen sind eintönig, farblos und ermüdend. In der Autobot-Kampagne müssen meist ein paar Decepticons dran glauben, die irgendwo in der Stadt ihre Wut auslassen. Dank eines kleinen Radars am unteren Bildrand hat man den Aufenthaltsort der Unruhestifter stets im Blick. Da die Wege zu den einzelnen Missionszielen mitunter durch die halbe Stadt führen, können sich die Titanen per Tastendruck in ein Fahrzeug verwandeln und auf heißen Rädern durch die Straßen flitzen.
Zumindest bis die Fahrt irgendwo abseits der Straße endet, weil die versaubeutelte Vehikelsteuerung mal wieder zickiger reagiert als die eigene Freundin. Selbst wenn man lediglich geradeaus fährt, haben die Karren mitunter einen leichten Linksdrall; auf Richtungsänderungen reagieren sie sehr behäbig oder einfach gar nicht. Wenigstens die Animation, die beim Übergang von Roboter zum Fahrzeug abgespielt wird, wurde ganz passabel umgesetzt.Oft steht man bei den Missionen unter Zeitdruck, muss beispielsweise den von einem Hubschrauber baumelnden Bumblebee verfolgen, der wie ein Wurm am Haken durch die halbe Stadt segelt. Bleibt man zu oft irgendwo hängen oder erreicht man den nächsten Checkpoint nicht in der vorgegebenen Zeit, schiebt sich der "Kapitel gescheitert"-Schriftzug schneller ins Bild als man die Steuerung verfluchen kann. Zudem sind die im Weg stehenden Polizisten und ihre Straßensperren nur Staffage, die man ohne Probleme durchbricht wie Bud Spencers Faust eine Holztür. Selbst tonnenschwere Panzer werden durch die Luft geschleudert, als wären sie Schaufensterpuppen.
Bei aller Liebe zu den mächtigen Kolossen und ihrer unbändigen Kraft: Das lässt sämtliche Maßnahmen, die wütenden Dampframmen zu stoppen, zur lächerlichen Posse verkommen. Mehrere Minuten saust man also hinter der fliegenden Festung her, bollert die anrückenden Wagen beiseite und ärgert sich darüber, dass man das Fadenkreuz während der Fahrt nicht bewegen kann, um sie stilvoller aus dem Weg zu räumen. Gezieltes Schießen fällt also flach - wie schade.
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