Trackmania United Forever - Test
Feuer im Tank
Doch selbst Kenner der Serie kommen bei der mittlerweile recht großen Anzahl an verfügbaren Versionen etwas ins Schleudern. Bei Trackmania United Forever handelt es sich quasi um den großen Rundumschlag, der sämtliche Elemente der bisher veröffentlichten Titel vereint. Wer bereits Trackmania United besitzt, kann sich das Forever-Update als kostenlosen Download herunterladen - prima Service. Doch zurück zum hier vorliegenden Spiel: Der neueste Ableger der Rennspielserie bietet massig neues Material für tollkühne Fahrer. Das ist gleichzeitig Fluch und Segen. Wer nämlich großartige Neuerungen oder revolutionäre Ideen sucht, wird sicherlich enttäuscht sein; die gibt es hier nicht. Vielmehr bekommt man quasi mehr vom Selben geboten - wenn auch schmackhaft verpackt.
Gehen wir ins Detail: Den größten Reiz von Trackmania United Forever üben wohl die insgesamt 100 neuen Rennstrecken aus. Ein beachtlicher Teil davon (konkret: 65 Kurse) werden der neuen Nations-Kampagne zugeschrieben, bei der man in erfreulich abwechslungsreich gestalteten Stadionstrecken sein Können unter Beweis stellen muss. Hier haben die Designer nochmals alles gegeben und trumpfen mit geradezu irrsinnigen Konstruktionen samt zahlreichen Loopings, Kurven und Brücken auf. Von der ersten Minute schießt dabei Adrenalin ins Blut, wenn man mit 200 Sachen über riesige Abgründe springt oder selbst in verwinkelten Passagen versucht, die Ideallinie zu halten. Auch wenn das im ersten Moment für Einsteiger etwas abschreckend klingen mag; Trackmania United Forever spielt sich ebenso unkompliziert wie zugänglich. Da der Fokus ganz klar auf rasanten Arcade-Rennen liegt, bedarf es lediglich guter Reaktionen und Spaß am Fahren. Wer allerdings auf sämtlichen Strecken die besten Zeiten und Medaillen absahnen will, muss die Kurse auswendig lernen und hochkonzentriert ans Werk gehen. Getreu dem Motto: easy to learn, hard to master.
Ebenfalls interessant ist der neue Stunt-Modus. Hierbei gilt es eine möglichst lange und ununterbrochene Abfolge von waghalsigen Sprüngen und anderen Manövern darzubieten. Nur wer besonders kühn zur Sache geht und die Nerven behält, wird in dieser Spielvariante viele Punkte kassieren. Einen nicht zu verachtenden Haken gibt es dabei aber doch. Sollte man vor lauter Übermut außerhalb der Streckenbegrenzung landen oder das Gefährt nach einem Sprung aufs Dach setzen, war alles für die Katz. Da keine Checkpoints existieren, muss man den gesamten Stuntlauf von Beginn an wiederholen - nervig und frustrierend. Deutlich netter ist die Idee mit der beigelegten 3D-Brille. Auf Knopfdruck schaltet man im Spiel einen entsprechenden Modus frei, in dem dann Strecken und Autos besonders plastisch, ja geradezu erschreckend greifbar wirken. Für einige Runden ist das sicherlich spaßig, einen spielerischen Mehrwert bietet dieses Gimmick allerdings nicht.
Die Strecken warten mit irrwitzigen Elementen wie Doppel-Loopings und anderen Spielereien auf. Adrenalin pur!
Schade nur, dass Nadeo wohl nicht mehr allzu viel Zeit hatte, um sich der Grafik des Spiels zu widmen. Zwar gibt es einige Detailverbesserungen und die Schatten sehen einen Tick hübscher aus. Dennoch hat Trackmania auch in der neuesten Version mit leblos wirkenden Kursen sowie teilweise etwas matschigen Texturen zu kämpfen. Umso überraschender ist dabei der angestiegene Hardware-Bedarf des Spiels. Der Soundbereich bietet ebenfalls das gewohnte Niveau mit guter Musik und ansonsten etwas magerer Effektkulisse.





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