Tom Clancy's HAWX - Test
Flugangst? Nein Danke!
Binnen eines Augenschlags verändert sich die Sichtweise und ihr seht euren Jet aus mehr Distanz. Ab sofort könnt ihr feindlichem Beschuss eleganter und effektiver ausweichen. Vor allem für extreme Flugeinlagen sorgt die Perspektive für den notwendigen Überblick. Und ihr könnt im Notfall euren Flieger selbst vor dem sonst sicheren Sturz in den Abgrund bewahren. Dafür müsst ihr aber auf erleichternde Anzeigen verzichten und auf euer Augenmaß sowie Geschick verlassen. Die Teilung zwischen Assistance (Unterstützung) und Assistance-Off (Ohne Unterstützung) verläuft dabei sehr fließend. Bereits nach wenig Spielzeit könnt ihr abschätzen in welchen Situationen der jeweilige Modus die bessere Wahl ist. Beispielsweise behelfe ich mir beim Angriff von Gegnern in versteckten Lagen gerne mit der Computerunterstützung. Das Ziel ist schnell fixiert, den virtuellen Toren lässt sich auch in halsbrecherischen Winkeln irgendwann sehr gut und wenn dann noch im letzten Moment vor dem Hochreißen die Raketen ihrem Ziel entgegensausen hat der Gegner keine einzige Chance mehr. Durch diese Taktik treffen die tödlichen Geschosse sehr viel schneller ihr Ziel und dennoch bleibt die Missionserfüllung weiterhin eine Herausforderung. Mit spielerischen Reizen alleine lockt Ubisoft aber nicht aufs virtuelle Rollfeld. Im Hangar erwarten euch die modernsten Düsenjäger unserer Zeit. Ob ein F-22 Kampfjet oder mit dem Eurofighter der Stolz der Europäischen Streitkräfte, zum Repertoire gehören die innovativsten neuen Techniken genauso wie ältere Maschinen der Marke Mig-29. Mit weit über 50 Donnervögeln offenbart sich eine unglaublich großes Angebot an realistisch inszenierten Maschinen. Übrigens haben die Entwickler bei den Darstellungen sehr eng mit den weltweit größten Waffenfirmen zusammengearbeitet und alle verwendeten Lizenzen atemberaubend genau abgebildet. Das setzt sich auch dabei fort, dass ihr nicht wie in alten Luftkampfspielen nur eine Waffenauswahl habt. Euch stehen die unterschiedlichsten Raketenarten mit den vielfältigsten Zielfindungssystemen bereit. Für flinke Wiesel am Himmel ist vor allem der schnelle Schuss mit einzelnen Raketen sehr gut, doch wer lieber auf Nummer sicher geht greift vielleicht zum Mehrfachschuss und holt seine Feinde ganz bestimmt vom Himmel. Dann heißt es aber Obacht: Wer zu viele Schuss sinnlos verballert, hat schnell ein echtes Problem: Munitionsmangel. Und mit der Bordkanone alleine kann vielleicht ein kurzer Nachladevorgang überwunden werden, aber eine Luftschlacht entscheidet sich nur damit sicherlich nicht. Erstaunlich bleibt auch die Vielfalt der Missionen. Ob ihr nun eine Raffinerie im nahen Osten verteidigt, in Süd-Amerika dabei helft, dass den Metropolen des Kontinents die Freiheit bewahrt bleibt, oder wiederum die Air-Force-One über dem Britischen Luftraum den Kragen rettet, ihr erlebt an den verschiedensten Orten des Globus die vermutlich waghalsigsten Abenteuer. Halt. Wie soll das denn eigentlich gehen? Klar, die Amerikaner sind auf eigentlich jedem Kontinent mit Truppen vertreten, aber längst nicht überall so offen im Einsatz. Verliert HAWX also den Boden zur Realtität? In gewisser Weise schon. Um nicht zu weit aus dem Weltgeschehen zu entschweben, aber eine große Vielfalt bieten zu können, hat sich Ubisoft eine clevere Story überlegt. Darin übernehmen künftig Private Militär Firmen (PMC) Teile des kostspieligen Kriegsspektakels der Welt. Und genau damit ist eigentlich jeder Einsatz auf der Welt denkbar und ihr düst ebenso über das weiße Haus wie über heißen Wüstensand. Auf der Basis von Satelliten-Bildern erstellt sind die Landschaften dabei auch noch eine optische Augenweide und nicht nur eine gelungene Abwechslung im Spiel-Alltag. Löst sich eine Raketen mit Zischen vom Jet, bahnt sich ihren Weg durch die von der Wüstenhitze flimmernde Luft in Richtung eines Panzers und dringt in einem glutroten Feuerball in den Kern des Fahrzeuges ein, ist an viel mehr Realismus kaum zu denken. Viele der heutigen Möglichkeiten nutzt HAWX aus und bietet einen ordentlichen Augenschmaus. Hier und dort könnte es gerade bei den Stadt-Missionen noch mehr Abwechslung geben, aber wer nicht unbedingt eine unfreiwillige Landung im Stadtkern hinlegt, kann darüber hinwegsehen. Zu schön ist es am blauen Himmel von Rio zu fliegen und Ausschau nach dem nächsten Ziel zu halten. Vor allem mit den vielen unterschiedlichen Gegnern macht beinahe jede Mission kräftig Spaß. Dabei müsst ihr nicht einmal alleine abheben. Bis zu vier Spieler dürfen sich gemeinsam durch die Herausforderungen schlagen. Je nachdem wie viele menschliche am Start sind, verändern sich die Ansprüche. Dabei ist das Angebot an Gegnern mit eher langsam Hubschraubern, rasanten Jets, schleichenden Bombern, stationären Bodentruppen und auch Panzern verdammt abwechslungsreich. Wenn ihr dann auch noch in den richtigen Mehrspieler-Part einsteigt und in den unterschiedlichen Modi wie Deathmatch eurem neuen Piloten-Job frönt, habt ihr auf Monate spannende Zeiten vor euch.
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