Mit Überschallgeschwindigkeit der Sonne entgegenfliegen und durch gekonnte Manöver den feindlichen Angriffen entgehen. Was könnte schöner sein? Man fühlt sich beinahe wie Tom Cruise in Top Gun - nur die Sonnenbrille fehlt.
Elegant wie ein Adler schraubt sich unser Düsenjet von Sekunde zu Sekunde höher in den Himmel. Die Sonne ist beinahe zum Greifen nah. Wir halten den Steuerknüppel weiter am Anschlag und ziehen immer höher. Es kommt wie es kommen muss: Fast wie in der Sage von Ikarus riskieren wir zu viel. Bei einem Ausweichmanöver fallen die Düsen aus und wir befinden uns im Sturzflug auf das Meer. Der Schweiß rinnt von der Stirn, die Angst steht uns im Gesicht und doch retten wir den Donnervogel wenige Meter vor dem sicheren Tod. Klingt nach einer kräftigen Portion Action? Sicherlich, aber in Tom Clancy´s H.A.W.X. ist das nur eine packende Szene unter Dutzenden.
Was auf den ersten Blick überladen wirken mag, zeigt sich im Luftkampf als sehr aufgeräumt und überschaubar.
Nachdem wir uns im Sommer einen ersten Eindruck der Flugsimulation verschaffen durften, machten wir uns in diesen Tagen erneut auf, um die endlosen Weiten der Lüfte zu erkunden. Im Londoner Museum der Royal Air Force präsentierte UbiSoft die aktuellste Version des im Frühjahr 2009 erscheinenden Spiels. Dabei bestätigte man uns erneut, dass der Releasetermin definitiv gehalten wird. Zuletzt waren Gerüchte aufgekommen, dass sich Jet-Piloten bis in das zweite Quartal gedulden müssten. Alles Schnee von Gestern und längst abgehakt.
Ob im Nahen Osten die Verteidigung eine Raffinerie oder die erbitterte Verteidigung der Air Force One, die Missionsziele könnten unterschiedlicher kaum sein.
Das Herzstück des Spiels ist der Story-Modus, indem ihr eine packende Geschichte erlebt. Dabei gibt es sogar immer wieder Verbindungen zu vielen weiteren Tom Clancy-Spielen. Freut euch auf ein Wiedersehen mit den Ghosts, die eure Hilfe brauchen, oder entdeckt einige der Einheiten aus dem erst kürzlich erschienenen EndWar. Mit sinnvollen Verknüpfungen schaffen es die Entwickler Spieler aufhorchen zu lassen und dabei die Welten nicht langweilig Welten zu inszenieren. Um den Adrenalinschub genauso wie die Schubkraft des Jets am Anschlag zu halten, reißen euch Videosequenzen nur selten aus dem aktiven Spiel. Fast alle Briefings erhaltet ihr direkt in der Mission und dreht beispielsweise über der Skyline von Chicago eine erste Runde, bevor ihr die Missionsziele genannt bekommt. Neben der US-Stadt warten die unterschiedlichsten Territorien auf ihre Entdeckung. Vom Mittleren bis zum Nahen Osten startet ihr mit einem der über 50 Jets auch in Cape Canaveral oder erfüllt mit der Unterstützung von HAVOCS-Aufklärungsflugzeugen der NATO Aufträge in Süd-Amerika.
Im Royal Air Force Museum im London durften wir uns in den Luftkampf stürzen. Das Ambiente offenbarte dabei alte und neue Wunderwerke der Technik.
Mit einem enormen Detailgrad von der Spiegelung am Cockpit-Fenster bis zum rauchenden Abfeuern der Raketen begeistert HAWX einfach jedes Fliegerherz. Und darüber hinaus dürften auch die unterschiedlichsten Waffenfirmen ein freundliches Lächeln im Gesicht haben. UbiSoft konnte in der Entwicklung beispielsweise mit Dassault oder auch Lockheed Martin zusammenarbeiten. Experten der Unternehmen standen zur Seite, um Detailfragen zu beantworten und den Realismus noch einen großen Grad nach vorne zu bringen. Alleinegelassen seid ihr in der Luft nie. Meist fliegt ihr mit einigen Kameraden an eurer Seite ins Feindgebiet. Solltet ihr dabei lieber auf die Kampfkraft eines menschlichen Spielers setzen, dann lasst ihn doch einfach einsteigen. Mit bis zu vier Teilnehmern lassen sich an einer Konsole und auch online sämtliche Aufgaben meistern. Die Schwierigkeit passt sich entsprechend an, damit ihr nicht nach ein paar kleinen Dogfights schon wieder die nächste Mission starten müsst.
Der Luftkampf mit heißen Dogfights ist ebenso spannend wie das Ausschalten von Bodeneinheiten. Der Mix lässt HAWX trotz der Premiere durchaus glänzen.
Wir konnten in London mit vier Kameraden aufbrechen, um die Brasilianische Großstadt Rio de Janeiro vor gefährlichen Angriffen zu beschützen. Nachdem wir gemeinsam gestartet sind, teilten wir uns automatisch auf und attackierten zunächst die feindlichen Jets. Ein automatisches System zeigt dabei mit farblichen Kennzeichnungen, ob außer uns noch jemand das Ziel anvisiert hat. So ersparen wir uns viel unnötige Absprachen im Vornherein und konzentrieren uns auf andere Ziele. Zugleich vermindern die Entwickler das Problem fehlender Kommunikation in Onlinegefechten mit Unbekannten Mitstreitern. Mit einem Donnern krachen unsere Raketen auch schon in den Rumpf der ersten gegnerischen Jets. In einem Feuerball stürzen sie zu Boden und zerschellen auf der Meersoberfläche. Lange können wir uns an dem tödlich schönen Anblick nicht ergötzen. Wir sind in das Visier einer Boden-Luft-Rakete geraten. Irgendwo zwischen den Häuserschluchten muss eine verdammte Angriffsbatterie sitzen. Mit einem schnellen Manöver retten wir unsere Haut und versuchen den Feind ausfindig zu machen. Leichter gesagt, als getan.
Aus ganz Europa reiste die Fachpresse an, um sich einen ersten Eindruck des Spiels zu verschaffen. Wir konnten uns bereits zum dritten Mal in die Luft erheben.
In der dicht bebauten Stadt kommen wir selbst mit unserer zunehmenden Erfahrung an die Grenzen des Machbaren. Haben wir vorher im Assistance-Off-Modus gespielt und für eine bessere Übersicht aus einer distanzierten Kameraperspektive auf Hilfestellungen verzichtet, schalten wir den nützlichen Helfer nun doch lieber wieder ein. Und genau jetzt merken wir, warum uns die Entwickler vor einigen Wochen noch begeistert von dem Zusammenspiel beider Einstellungen vorgeschwärmt haben. Das automatische System zeigt uns einen Beispielweg, mit dem wir unser Ziel ganz sicher treffen. Klingt nach Jet-Fliegen für Dummies? Rein gar nicht, denn mit fliegerischem Können müssen wir fiktive Tore in der Luft durchfliegen und uns dann im Sturzflug in Richtung Boden stürzen. Wer hier nicht aufpasst, verwandelt die edle Penthouse-Wohnung eines reichen Brasilianers in den Schrottplatz eines Jets und unseres Grabs.
Selbst Einsteiger finden sich sofort zurecht. So entbrennt in jedem Spieler sofort die Sucht der Höhenluft.
Wir haben noch einmal Glück gehabt und im kühnen Sturzflug einen kühlen Kopf bewahrt. Mit einem Zischen lösen sich die Lenkraketen und hüllen unseren Feind in einem Donnergrollen in einen feuerroten Explosionsball. Zeit zum Ausruhen bleibt aber nicht. Schlag auf Schlag ändert sich die Lage in Rio und nach den Luftangriffen machen sich auch noch Panzer auf den Weg, um uns von der Befreiungsaktion abzuhalten. Erneut lösen sich die Raketen und verwandeln den massiven Tank in eine zerbeulte Konservendose. Und während auf dem Schlachtfeld die letzten Wracks noch brennend lodern, haben wir ein breites Grinsen im Gesicht. Erneut haben wir eine Mission erfolgreich hinter uns gebracht. Dabei war der Ausflug in die südamerikanische Millionenstadt nur ein kleiner Anteil am Gesamtkonzept. In einer weiteren kooperativen Mission durften wir aufbrechen, um die Air Force One vor feindlichen Fliegern zu beschützen. Hätten wir George W. Bush damit noch abstürzen lassen, sichern wir in HAWX für den neuen Präsidenten im Spiel den Luftraum. Vor allem mit einem steigenden Schwierigkeitsgrad sowie einer passenden Abwechslung der stets mörderischen Missionen sorgt die Luftkampfsimulation immer wieder für neue Motivationsschübe.

Die Luftkämpfe sind genau nach meinem Geschmack. Selten zuvor habe ich dermaßen unterhaltend und vor allem actionreiche Szenarien in der Luft erlebt. Vor allem die leichte Zugänglichkeit für Einsteiger macht HAWX zu einem schon jetzt sicheren Erfolg im Videospiel-Frühjahr 2009. Werkelt UbiSoft noch an ein paar Feinabstimmungen der Jets, der Interaktion sowie KI der Gegner und kann auch auf Dauer mit Abwechslung und Spannung fordern, steht langen Luftschlachten nichts mehr im Wege. Ich bin gespannt auf das hoffentlich bald fertige Werk für PC, Xbox 360 und PlayStation 3.
Kull
15.01.2009, 00:26 Uhr
Aber das hier sieht und klingt doch eher nach dumpfer Arcadeballerei in der Luft, überspielt mit einem glänzenden Äußeren. Mal in der Videothek ausleihen ist drin, aber ein G-Loc 2009 brauch ich nun wirklich nicht.
Rochenkoenig
14.01.2009, 20:02 Uhr
Ghaleon
12.01.2009, 20:08 Uhr
Rochenkoenig
11.01.2009, 17:07 Uhr
luziver01
11.01.2009, 17:01 Uhr
pzy
08.01.2009, 11:30 Uhr
Rochenkoenig
08.01.2009, 10:04 Uhr
ICH WILL ES!