TimeShift - Test
Zeitspiel prägt Spielzeit
Auch wenn die Story etwas mau daherkommt und man in der futuristischen Stadt Alpha District mit dem namenlosen Helden für Recht und Ordnung sorgen muss, weckt der coole Zeitreise-Anzug sofort Interesse - Erinnerungen an den Nano-Suite aus Crysis inklusive. Konnte man als kaltschnäuziger Max Payne nur durch die Bullet-Time seinen Widersachern trotzen, hat das wertvolle Kleidungsstück in TimeShift gleich drei Varianten inne: Neben einer Slow-Motion kann die Zeit auch schlicht angehalten oder gar zurückgespult werden. Klingt komisch? Ist es auch, denn versperrt eine eingerissene Wand mal den Durchgang, genügt ein Knopfdruck, um die Explosion der Fassade rückgängig zu machen. Das sieht nicht nur ziemlich imposant aus, sondern sorgt auch für einen Weg ins Freie. Großartig Spielraum für das Weiterkommen hat man nicht. Die Laufwege sind alle ziemlich linear gehalten und bieten keinen Platz für Ausflüge durch die Stadt.
Das Waffenarsenal bedient sich der Grundregeln für einen waschechten Shooter: Granaten, Maschinen- und Scharfschützengewehre stehen zum Ballern bereit. Ein bisschen mehr Abwechslung wäre schon wünschenswert gewesen. Hier und da kann man sich zwar hinter eine festmontierte Wumme klemmen und ordentlich Salven verteilen, der Reiz geht aber spätestens beim dritten Geschütz flöten. Etwas Einfallsreichtum mehr hätte es auch beim Design der Charaktere sein dürfen. Im Prinzip gibt es nur zwei Outfits: Eins für die Kollegen und eins für die bösen Buben. So lassen sich Widersacher und Kollegen zwar wunderbar unterscheiden, dem Gesamteindruck tut die monotone Darstellung aber nicht gut. Das eher durchschnittliche Gameplay erfährt nur durch die tollen Zeit-Spielereien des Anzugs - der übrigens automatisch eine der drei Zeitvarianten auswählt - eine große Aufwertung.
Lauert man zum Beispiel wieder mal hinter einem Felsvorsprung, aktiviert man die Zeit-Funktion und der Spielspaß steigt ins Unermessliche: Schnell hervorsprinten, dem Gegner in Slow-Mow ordentlich das Gewehr an die Kinnlade hauen, freudig zuschauen, wie der Helm des Gegenübers wegfliegt und der Kopf nach hinten knallt. Ja, so macht das Leben Spaß. Und gerade weil ab und zu auch ein bisschen Grips vonnöten ist, um voran zu kommen, kann TimeShift überzeugen.
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