Sebastian Thor | 25.10.2007, 17:26 Uhr
The Witcher
Ein polnisches Wunderkind?
Fazit zum Test von The Witcher
Gelungener Zauber mit DetailschwächenWie herrlich, wie schön, wie aufregend. Ich liebe es, das erwachsene, angenehm obszöne Flair dieser dämmrigen Welt, in der niemand ein Blatt vor den Mund nimmt. Hier gibt es keine langen Vorreden oder aufgesetzte Höflichkeiten. Ein fester Händedruck? Zum Teufel damit. Hier sprechen die Leute noch Tacheles miteinander; und wer zwischen den finsteren Gestalten den Schwanz einzieht, bekommt mit graziöser Leichtigkeit ein Messer in die Rippen. Ja, die Welt von The Witcher kann auch ein hartes Pflaster sein. Außer dem schnellen Rubel rollt hier schon mal der Kopf eines armen Teufels. Wo Gothic 1 zwecks USK 12-Plakette die Zügel stramm halten musste, fängt dieses polnische Abenteuer erst an. Hier wimmelt es nur so von "Missgeburten" und "Hurensöhnen", die sich "ins Knie f****n", bevor sie sich an die Gurgel gehen. Schade, dass die Story ihre Trümpfe zu schnell verjubelt, die Welt unter der harten Oberfläche einige Inkonsequenzen verbirgt und das Kampfsystem nicht wirklich fordernd ist. Mit ein paar Bugs kann ich leben, den Klongesichtern auch. Aber die Einbindung der Charaktere hätte schon besser vonstatten gehen können. Und das Motiv der Amnesie wurde bereits vor Jahren in Planescape Torment oder KotOR wesentlich besser aufgegriffen. Trotzdem habe ich The Witcher gern durchgespielt, denn es besitzt ein Herz und entführt in eine weitgehend glaubhafte Welt, die endlich mal wieder ohne den seelenlosen Griff in die überfüllte Klischeekiste auskommt. Die Tage werden kürzer, die Nächte immer kälter. Worauf wartet ihr also noch? Dreht die Heizung auf, zieht euch warme Socken an und lasst euch von Geralt verzaubern.
Pro
- derbes Flair
- Monsterdesign
- lange Spielzeit
- rasanter Einstieg
- witzige Minispiele
- Architektur der Stadt
- knisternde Katakomben
- melodischer Soundtrack
- angenehm freie Karriere
- klasse Kampfanimationen
- übersichtliches Tagebuch
- imposant gestaltete Menüs
- Figurenverhalten der Bewohner
- umfangreiches Alchimie-System
- finstere u. sehr erwachsene Welt
- moralische Entscheidungen mit Tragweite
- landschaftliche Gestaltung der Schauplätze
- umfangreiche Monster-, Charakter- u. Weltbibliothek
- sowohl in 3rd-Person als auch isometrischer Ansicht spielbar
- Unmengen an Quests...
Kontra
- die leider oft nach dem üblichen Haudrauf-Prinzip ablaufen
- einige Abstürze
- vereinzelte Bugs
- viele gleiche Gesichter
- Diebstahl nicht geahndet
- oft sehr passive Dialoge
- einige Sprecher zu abgehackt
- verschenktes Storypotenzial
- wenig forderndes Kampfsystem
- Figurenverhalten inkonsequent
- happige Lade- u. Speicherzeiten





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Monin
29.10.2007, 22:32 Uhr
Waldgeist
28.10.2007, 10:40 Uhr
Da die Grafik-Engine ( aka Renderer ) nicht nur komplett neu geschrieben wurde, sondern sogar ein Schnittstellenwechsel von OpenGL zu DirectX vollzogen wurde, glaube ich kaum das da auch nur ein Schatten von Aurora zurückblieb :).
seb
27.10.2007, 19:04 Uhr
Und danke für den Hinweis mit der Engine.
Alex
27.10.2007, 18:49 Uhr
Sind wir aber Mal ehrlich, ist ja nur ne Kleinigkeit. Also weg gedacht. Spiel ist geil :D
Waldgeist
27.10.2007, 17:07 Uhr
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch. Die Aurora Engine ist die GAME Engine, nicht die Grafik Engine :), die wurde komplett 100% neu geschrieben und deswegen ist es unnötig ständig zu betonen das es auf der betagten Engine beruht, denn Game-Engine technisch ist Aurora sicherlich excellent und auch die Basis für NwN2 gewesen.
Gruß
Waldgeist