The Chronicles of Spellborn - Interview
Spell(is)born
Christian "Kelas" Witte: Nach vollbrachtem Werk saßen wir mit dem Kernteam zusammen und haben noch ein paar Bier geköpft. Aber natürlich bleibt bei einem großen Onlinerollenspiel-Projekt am nächsten Tag auch immer noch eine Menge zu tun.
OnlineWelten: Spellborn hat mehrere Jahre der Entwicklung auf dem Buckel, wahrscheinlich sogar mehr als viele andere MMOs. Wie blickst du auf die letzten Jahre der Entwicklung zurück? Warum hat es insgesamt so lange gedauert?
Christian "Kelas" Witte: Die Entwicklungszeit war für ein Rollenspiel und insbesondere für ein MMORPG nicht wirklich lange. Im Jahr 2005 begann die Arbeit und nun hat Ende 2008 der Release stattgefunden. Einige Verzögerungen entstanden durch die Überarbeitung der Engine von Spellborn. Dies war nötig, um zu gewährleisten, dass auch bei vielen Spielern gleichzeitig auf einem Server keine Lags auftreten. Denn unser Kampfsystem setzt ja auf manuelles Zielen und Ausweichen. Damit sind viel mehr Abfragen im Netzcode nötig, als man dies aus anderen MMORPG's her kennt. Denn der Server muss ja ständig Positionsbestimmungen aller Spieler vornehmen, ähnlich wie bei einem Shooter - nur nicht mit 32 Spielern, sondern theoretisch mit Hunderten oder sogar Tausenden von Spielern. Außerdem erlaubt uns die Überarbeitung der Engine nun viel einfachere Eingriffe in die Spielmechanik. Damit haben wir die Implementierung und Überarbeitung von Quests und Ingame-Events erheblich vereinfacht.
OnlineWelten: Was macht Spellborn so einzigartig? Warum sollten Spieler statt zu Wrath of the Lich King oder Minen von Moria zu Spellborn greifen?
Christian "Kelas" Witte: Die größte Besonderheit ist natürlich das erwähnte Kampfsystem. Manuelles Zielen und Ausweichen bringen ein für ein Onlinerollenspiel völlig neues und intensives Spielgefühl mit - sozusagen mittendrin statt nur dabei! Es entscheiden die Fähigkeiten des Spielers und nicht dessen Ausrüstung. Somit haben auch Spieler eine gute Chance, die weniger Zeit investieren können. Ebenfalls besonders ist, dass man bereits bei der Charaktererstellung viele Ausrüstungsgegenstände auswählen kann. Diese können später im Spiel mit Siegeln aufgerüstet werden, ebenso wie Waffen. Man sieht im kompletten Spiel genau so aus, wie man es gerne hätte. Werteverbesserungen erhält der Spieler in Spellborn durch Siegel und ist nicht etwa gezwungen, eine hässliche Rüstung zu tragen, nur weil sie die besseren Werte bietet.
Das rotierende Skilldeck ist die nächste große Besonderheit. Es bietet unzählige Möglichkeiten der taktischen Ausrichtung für die Kampfgestaltung und die Konfiguration diverser Kombo-Sequenzen. Anstatt stumpfer Item-Jagd liegt der Reiz in Spellborn für Spieler in der taktisch idealen Zusammenstellung ihres Kampfdecks für jede Situation.
Aber natürlich bietet Spellborn noch viel mehr, zum Beispiel eine komplett unverbrauchte Hintergrundgeschichte und eine ganz eigenständige Fantasywelt, Reisen in die Vergangenheit, Abenteuer auf gigantischen Splitterwelten und Splitterschiffen. Diverse Quests, Dungeons, PvP-Arenen und all das, was zu einem guten MMORPG gehört sind natürlich ebenfalls dabei. Nicht zu vergessen die Hohen Häuser, denen man sich mit Ruhmstufe neun anschließen kann und die alle andere Ziele verfolgen und Ausrichtungen haben. Dies sorgt für eine zusätzliche Tiefe in der Spielwelt und weitere Questlinien.
OnlineWelten: In diesen Tagen hat NCsoft bekannt gegeben, dass Tabula Rasa eingestellt wird. Wie denkst du über die Einstellung des Projekts? Wie kann es sein, dass solch großen Spiele floppen?
Christian "Kelas" Witte: Es wird immer wieder Titel geben, an die im Voraus große Erwartungen geknüpft sind und die die hoch gesteckten Ziele nicht erreichen können. Eine hundertprozentige Garantie auf Erfolg gibt es eben leider nicht. Nichtsdestotrotz denke ich, dass wir Spellborn nun auch aufgrund der Verschiebungen mit allen Kernfeatures in einem sehr robusten Zustand auf den Markt bringen konnten, was gegenüber vielen anderen eingestellten Titeln schon einmal einen großen Unterschied darstellt. Man muss sich vor allem bei einem Rollenspiel oder MMORPG besonders viel Zeit lassen und vielleicht auch die ein oder andere längere Verschiebung hinnehmen, damit man ein Produkt auf den Markt bringen kann, was bei der Größe der Welt, dem enormen Umfang und der hohen Komplexität eines solchen Projekts auch für die Spieler ein möglichst fehlerfreies und spaßiges Erlebnis bietet.
OnlineWelten: Nach Hellgate: London ist Tabula Rasa also das zweite Onlinespiel, bei dem möglicherweise die Steuerung nicht überzeugte. Auch ihr habt im Vergleich zu klassischen Fantasy-MMOs eine außergewöhnliche Steuerung. Kannst du unseren Lesern die Besonderheiten erklären?
Christian "Kelas" Witte: Das Steuerungssystem von Spellborn ist auch gegenüber den beiden genannten Titeln sehr unterschiedlich. Es gibt im Kampf kein Target-Lock oder sonstige Zielhilfen. Möchte ich jemanden mit meinem Bogen treffen oder mit meinem Zauber, muss ich mit einer Art Fadenkreuz manuell Zielen, muss in der korrekten Reichweite sein und schlussendlich darf das Ziel in just dem Moment nicht ausweichen in dem ich meinen Pfeil abfeuere. Sonst passiert es auch schnell, dass man den dahinterstehenden Feind anlockt oder plötzlich mehreren Gegnern gegenüber steht. Allein dies ist eben schon ein ganz anderes und neues Spielgefühl.
Ebenso reicht es nicht, vor dem Feind zu stehen und seine Skills zu verwenden. Man muss in Bewegung bleiben, den Feind umkreisen und möglichst von der Rückseite her zuschlagen um Gegnern keine Angriffsfläche zu bieten. Somit ist manuelles Zielen und Ausweichen wichtig, um Erfolg im Kampf gegen menschliche Spieler aber auch gegen die Tierwelt oder NPC's im Spiel zu haben.
OnlineWelten: Die Entwicklung bei MMOs endet eigentlich nie. Selbst wenn das Spiel kein Add-on erhalten sollte (wir hoffen natürlich dennoch auf eine Erweiterung), seid ihr mit Patches und Updates beschäftigt. Werkelt ihr schon jetzt an ersten Neuerungen?
Christian "Kelas" Witte: Natürlich ist ein MMO in diesem Sinne nie fertig. Auch Spellborn NV arbeitet bereits an den ersten größeren Updates und einer Erweiterung der Features. Dazu gehören zum Beispiel weitere Rüstungsgegenstände, Kleidung und Waffen speziell für die Magier unter den Spielern, Reittiere und Belohnungen für PvP-Spieler, sowie spezielle weitere PvP-Modi. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den Dingen, die wir planen und als nächstes umsetzen möchten. Außerdem lässt sich unsere Welt sowohl von der Hintergrundgeschichte her als auch vom Konzept der Splitterwelten sehr einfach und auch sehr glaubwürdig mit neuen Gebieten erweitern. Im Deadspell lauern noch viele Überraschungen!
OnlineWelten: Im Vorfeld gab es wilde Spekulationen um eine free2play-Version des Spiels, die einer klärenden Meldung bedurften. Ist eine kostenlose Variante des Spiels ausgeschlossen?
Christian "Kelas" Witte: Wir starten ganz klar mit einer Abo-Variante, außerdem gibt es ab sofort die kostenlose Testversion, mit der Spieler den Starterbereich inklusive der ersten zwei Zonen ohne Zeiteinschränkung anspielen können. Zusammen mit den preisgünstigen Box-Varianten geben wir Spielern wirklich alle Möglichkeiten, Spellborn ausführlich zu testen, bevor sie ein Abo abschließen.
OnlineWelten: Vielen Dank für deine Zeit! Wir wünschen euch einen erfolgreichen Start und viel Glück mit Spellborn! Sofern du willst, kannst du unseren Lesern noch einen Gruß hinterlassen und sie aufs Spiel heiß machen.
Christian "Kelas" Witte: Da kann ich nur sagen: Wenn ihr wirklich mal was Neues spielen wollt, schaut es euch an. Spellborn hat sich die Zeit genommen, an Reife zu gewinnen. Jetzt macht es wirklich sehr viel Spaß zu spielen. Und durch die neue kostenlose Testversion ist die Einstiegshürde denkbar gering!
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Hiruath
10.12.2008, 21:13 Uhr
Ich selbst besitze die Premium Vesion mit 3 Monaten(!) freier Spielzeit und bin nach wie vor begeistert. Vor allem kümmern sich die Entwickler und Community Manager sehr intensiv und zügig um die Belange der Community. *Lob*
In diesem Sinne frohes Antesten allen anderen da draußen, wir sehen uns im Deadspell ;)!