The Book of Unwritten Tales - Test
Deutsches Adventure-Schwergewicht
Die Allianz der freien Völker führt Krieg gegen die finstere Schattenarmee. Zahlreiche Schlachten werden gewonnen und verloren, aber einen entscheidenden Vorteil konnte bisher keine der Konfliktparteien erringen. Der alte Archäologe MacGuffin jedoch ist auf ein legendäres Artefakt gestoßen, dessen Macht den Krieg beenden und dem gegenseitigen Töten Einhalt gebieten kann. Der runzelige, grüne Wissenschaftler kann eine gewisse Ähnlichkeit mit einem gewissen Jedi-Meister kaum abstreiten, stellt sich aber im direkten Kampf deutlich ungeschickter an. Kaum hat er die fabelhafte Entdeckung niedergeschrieben und seinen Gehilfen Bechtel zum Erzmagier nach Seefels geschickt, damit dieser sich der Waffe annehmen kann, wird der weise Gremlin vom Sohn der Erzhexe Montroga entführt. Als attraktive Waldelfe Ivo, die den Gewaltakt zufällig mitbekommt, ist es eure Aufgabe, den armen Wicht aus den Fängen des Transportdrachens zu befreien. Das ist nicht allzu schwierig, denn das kleine Vorgeplänkel hat Tutorial-Charakter. Die Steuerung wird kurz erklärt, ist genretypisch, kinderleicht und einprägsam. Darüber hinaus stellt man fest, dass es generell eine gute Idee ist, sich nach jeder gemachten Entdeckung mit den anwesenden Personen zu unterhalten. Diese beglücken einen nämlich oft mit witzigen Weisheiten, manchmal mit neuen Erkenntnissen und ab und zu sogar mit wichtigen Inventargegenständen.
Ist diese erste Prüfung gemeistert, folgt zunächst einmal das Intro, das zwar hauptsächlich aus den Credits besteht, aber durch die ergreifende Musik die Grundstimmung für die weitere Story legt. Die bestreitet ihr aber nicht in der schönen Haut Ivos, sondern schlüpft zunächst in die Rolle des Gnoms Wilbur. Der kleine Knirps ist ein wenig aus der Art geschlagen und träumt davon, als großer Magier Heldentaten für die Allianz zu vollbringen. Doch noch fristet er als Laufbursche eines trinkfesten Zwergenbraumeisters ein weniger heroisches Dasein. Nachdem einige Hilfsarbeitertätigkeiten erfolgreich abgeschlossen wurden und der eigene Großvater überzeugt werden konnte, verlässt der Dreikäsehoch allerdings die entvölkerte Zwergenfeste und macht sich ebenfalls auf den Weg nach Seefels, um seinen Beitrag zum andauernden Krieg zu leisten.
Als Spieler hüpft man so von Episode zu Episode und spielt auch den draufgängerischen Piraten Nate sowie das Vieh - Nates glubschäugigen, fellbedeckten Begleiter, bis sich die Handlungsstränge vereinen und die Alter Egos auch parallel genutzt werden können. Bis es jedoch so weit ist, gilt es erst einmal jede Menge Rätsel zu lösen, die abwechslungsreich und schlüssig sind. Die Herausforderungen bestehen zu einem großen Teil aus Kombinationsaufgaben. Der Schwierigkeitsgrad ist einfach genug, dass Frustmomente ausbleiben, ohne dass die Lösung jedoch von Beginn an offensichtlich wäre. Natürlich erhält man zahlreiche Hinweise, die einen in die richtige Richtung lenken, aber das Geheimnis liegt darin, dass euch zumeist mehrere Aufgaben gestellt werden, die in einem überschaubaren Bereich gelöst werden müssen. In Verbindung mit der Hotkey-Funktion zum Anzeigen der Interaktionsmöglichkeiten gibt es auch für Einsteiger genügend Möglichkeiten, immer wieder Erfolgserlebnisse zu feiern. Dadurch, dass weniger wichtige Interaktionspunkte, die bereits betrachtet wurden, nicht mehr angeklickt werden können und auch aus der Hotspot-Übersicht verschwinden, ist es kaum denkbar, stecken zu bleiben. Eine Besonderheit der Steuerung macht es darüber hinaus unmöglich, Dinge falsch zu kombinieren. Nur wenn eine Schlussfolgerung wenigstens entfernt Sinn ergibt, kann der Versuch unternommen werden, die entsprechenden Objekte zusammen zu nutzen. Sollte es dann doch nicht so funktionieren, wie man sich das vorgestellt hat, wird man entsprechend informiert. Eine "Das funktioniert so nicht"-Litanei bleibt euch somit erspart.
Optisch fallen vor allem die zahlreichen Charakter-Animationen und die ausgefallenen Hintergründe auf. Kräftige Farben, fantasievolle Gebäude und viel Liebe zum Detail prägen die über 60 Schauplätze, in denen euch zahlreiche skurrile Personen über den Weg laufen. Obwohl die Comicgrafik die Geschichte hervorragend transportieren kann, sollte man jedoch an die Animationen, speziell die Gesichtsmimik, nicht allzu große Erwartungen knüpfen. Teilweise wirken die Bewegungen nämlich etwas abgehakt bzw. im Gesicht übertrieben. Auch die Zwischensequenzen in Spielgrafik gehen in Ordnung, setzen aber keine neuen Maßstäbe.
Anders sieht es in puncto Vertonung aus: Die eingespielte Musik ist erstklassig und unterstreicht gekonnt den jeweiligen Zusammenhang, ohne sich bewusst in den Vordergrund zu spielen. Auch bei der Synchronisation wurde kompromisslos auf Qualität gesetzt. Zahlreiche Stimmen bekannter Namen wie George Clooney, Ben Stiller, Whoopi Goldberg etc. hauchen den Figuren das Leben ein und passen hervorragend zum jeweiligen Charakter. Die etwas rauchige Stimme und der Berliner Slang des Schankwirts passen zu einem Zwerg genauso gut wie die melodische Aussprache zu einer Elfe oder der aggressive Befehlston zu einem alten Gnomen-Colonel. Durch die richtigen Sprechpausen und die hervorragende Betonung wird der allgegenwärtige Witz auch gut transportiert.
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MEOWAN
28.04.2009, 18:55 Uhr Großartig!
Wartock
17.04.2009, 17:04 Uhr
Wie geil waren die Zeiten als es noch Monkey Island 1 und 2 gab oder Simon the sorcerer :)
Das waren noch Zeiten wo man mit Disketten hantieren mußte xD
Nuuri
15.04.2009, 18:36 Uhr
Werds mir mal anschauen.
Mal wieder so'n klassisches Point&Click Adventure als Abwechslung zu den ganzen 3D-Actiongames,Shooter,MMO kann nicht schaden.
Zunaba
15.04.2009, 15:14 Uhr
Ghaleon
15.04.2009, 11:12 Uhr
Valve
15.04.2009, 00:39 Uhr