The Agency - Preview
Kleider machen Agenten
Die Charaktererstellung fängt demnach logischerweise nicht mit der Wahl einer Rasse an, sondern mit der Frage: ParaGon oder U.N.I.T.E.? ParaGon ist eine weltweit operierende paramilitärische Söldner-Einheit. Hier trifft man eher auf Rambo als auf einen charmanten und eleganten britischen Geheimdienst-Mitarbeiter. Dicke Wummen, unkonventionelle Mittel und wenig Skrupel zeichnen die Mitglieder dieser Organisation aus. Wer also lieber seine Waffen für sich sprechen lässt, ist hier bestens aufgehoben. U.N.I.T.E. dagegen beherbergt Agenten, die weniger die Muskeln spielen lassen, sondern viel mehr Wert auf Seriosität und Subtilität legen. Auch wenn sich beide Fraktionen nicht sonderlich freundlich gegenüberstehen, soll es laut den Entwicklern ein paar Missionen geben, in denen sie ihre Spannungen für kurze Zeit über Bord werfen und gemeinsam Jagd auf die Bösewichte machen.
In The Agency durchstreift ihr keine Fantasywelten, sondern Schauplätze, die allesamt realen Orten nachempfunden sind.
Neue Missionen bekommt man von den eigenen Kontaktleuten. Und die damit verbundene Kontaktliste wächst im Laufe des Spiels automatisch, je mehr NPCs man kennenlernt. Generell spielen die vom Computer gesteuerten Charaktere in The Agency eine wichtigere Rolle als in manch anderem MMOG. So kann man bis zu hundert verschiedene NPC-Agenten "sammeln", die einem in bestimmten Situationen weiterhelfen können. Oder man lässt seine Spione nach einer geheimen Verbrecherbasis suchen, und einige Tage später winkt dadurch schließlich eine neue Mission.
Nach der Entscheidung für ParaGon oder U.N.I.T.E. würde der gemeine MMOG'ler als nächstes wohl die Wahl der Klasse vermuten. Aber auch hier geht The Agency einen anderen Weg - ganz nach dem Motto: "Du bist, was du trägst!". Das bedeutet, dass allein die Wahl der Ausrüstung über die Fähigkeiten des eigenen Charakters entscheidet. Man sollte sich beim Abwägen vor dem Kleiderschrank also nicht nach dem Wetter richten, sondern vielmehr danach, welche Herausforderungen die nächste Mission vermutlich mit sich bringen wird und für welche Ausrüstung sich die Gruppenmitglieder entschieden haben. Kugelsichere Weste oder doch lieber den Tarnanzug? Die Entscheidung liegt ganz bei euch. Ein interessanter Ansatz, denn so ist niemand an eine vorgefertigte Klasse gebunden und kann seine Rolle innerhalb des Spiels jederzeit anpassen oder gegen eine gänzlich andere tauschen. Eine Gruppe kann momentan aus bis zu vier Spielern bestehen. An dieser Zahl könnte sich bis zum Release allerdings auch noch etwas ändern.
Das Kampfsystem ähnelt stark einem herkömmlichen Shooter. Das Zielen wird dem Spieler hier nicht abgenommen.
Sind die Angriffswellen der Terroristen abgewehrt, taucht ein rotierendes Symbol auf. Der Spieler, der es als erstes erreicht, löst den so genannten "Agency-Moment" aus. Der ist im Prinzip nichts weiter als eine kurze abschließende Cutscene, in der der Spieler eine entscheidende Rolle einnimmt, der das Symbol zuerst erreicht hat. In unserem Fall hechtet er z.B. spektakulär auf einen flüchtenden Lieferwagen der Terroristen und sorgt dafür, dass dieser in einer ordentlichen Explosion in die Luft geht. Auf jeden Fall ein Missionsende, das bedeutend spektakulärer in Szene gesetzt ist als man es sonst aus MMOGs gewohnt ist. Eine weitere Besonderheit ist, dass das Agenten-Leben auch offline und fernab des PCs weitergeht. Wer sich für einen entsprechenden Zusatz-Service anmeldet, könnte so z.B. mitten beim Einkaufen im Supermarkt plötzlich eine SMS aufs Handy bekommen, in der es um Kidnapping und Lösegeld geht. Absender: The Agency. Wer will, kann auch direkt per SMS Anweisungen geben und im Falle unseres Beispiels entweder das Lösegeld zahlen oder nicht. Wer darauf keine Lust hat, kann diesen Service auch einfach deaktivieren. In dem Fall erhält man dieselbe Nachricht - aber eben erst dann, wenn man sich das nächste Mal ins Spiel einloggt. Einen Nachteil soll man dadurch nicht bekommen.

An neuen Ideen mangelt es den Entwicklern von The Agency offensichtlich nicht. Es ist zudem schön zu sehen, dass jemand das Risiko wagt und ein MMOG in einem gänzlich unverbrauchten Setting angeht. Im Gegensatz zu Tabula Rasa dürfte Sonys Herangehensweise auch deutlich mehr Shooter-Fans anlocken, da es kein automatisches Zielen gibt und die Kämpfe sich daher wie in einem typischen FPS spielen. Zum Rest lässt sich nach der relativ kurzen Präsentation leider noch kaum etwas sagen. Auch wenn The Agency sicher kein WoW-Killer wird, könnte das Agenten-MMO von SOE nicht nur dank fehlender Konkurrenz eine durchaus rentable Nische im Online-Genre besetzten. James Bond-Fans gibt es schließlich mehr als genug.
Mehr zu The Agency:
-
News: Release wohl erst in der zweiten Jahreshälfte 2011 (20 News insgesamt)





Fan werden
Newsletter 
RSS 



aRGh
28.08.2008, 18:02 Uhr
Amrac
28.08.2008, 12:54 Uhr
Und gut ist ja alles andere als schlecht, auch wenn unser netter OW-Kopf da leider immer ziemlich grimmig guckt. ;)
Es wäre einfach verfrüht bei The Agency schon jetzt von einem potentiellen Hit zu sprechen. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen. :)
aRGh
28.08.2008, 12:26 Uhr
Was mich noch interessiert, warum nur Ersteindruck: gut ? konnte im Beitrag keine Negativ Aspekte finden ? Gibts da was zu berichten ?