Age of Empires Online - Erste Vorschau auf die Kelten

Denis Brown | 22.12.2008, 10:13 Uhr

Symphonic Shades - Special
Zeugnis eines Meisterwerks

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Ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art: Die offizielle Symphonic Shades-CD ist endlich erschienen und versüßt Hülsbeck-Fans die kalten Wintertage mit warmen Orchesterklängen. An ein Exemplar zu kommen könnte zu diesem Zeitpunkt bereits schwierig werden, denn die knappe Auflage von eintausend CDs ist so gut wie vergriffen. Da hilft wohl nur noch unser Gewinnspiel...
Ich bin kein besonders geduldiger Mensch. Mir kamen diese dreieinhalb Monate Wartezeit wie eine kleine Ewigkeit vor, dabei war ich erst Ende August mit unzähligen weiteren Hülsbeck-Fans und Retro-Gamern nach Köln gereist, um am Symphonic Shades-Konzert teilzuhaben. Das WDR-Rundfunkorchester, der Filmharmonische Chor aus Prag und viele weitere namhafte Künstler verwöhnten uns mit wunderschön orchestrierter Musik aus Chris Hülsbecks Lebenswerk. Hauptsächlich eingängige, liebenswerte Melodien bekannter C64- und Amiga-Klassiker, die vor bis zu zwanzig Jahren nur von primitiven Soundchips reproduziert wurden, ertönten in einer raffiniert arrangierten Sinfonie 120 begabter Musiker. Ein Traum unter der Regie von Produzent Thomas Böcker, Hauptarrangeur Jonne Valtonen und Dirigent Arnold Roth. Nicht nur für den anwesenden deutschen Kult-Komponisten, der mit diesem Event geehrt wurde, sondern auch für seine Fans.

Bereits als Highlight auf dem Regal ist diese CD ein Schmuckstück. Im Inlay findet ihr eine Hand voll Bilder sowie ein kurzes Interview mit dem Soundmagier.

Nach den beiden ausverkauften Aufführungen blieb nur noch die Frage, wie man die Zeit bis zur Fertigstellung der CD-Aufnahme überbrücken konnte. Youtube-Videos und ein niedrig codierter Mitschnitt der Webradio-Übertragung verrichteten ihren Dienst als Trostpflaster, konnten die Magie des Klangspektakels aber nur begrenzt einfangen.

Nun endlich ist die offizielle CD bei MAZ Sounds erhältlich - und beinahe schon wieder vergriffen, denn lediglich eintausend Exemplare haben das Presswerk verlassen. Mir bewusst, ein echtes Sammlerstück in den Händen zu halten, lasse ich die Hülle dieses Kleinods durch meine Finger gleiten und erfreue mich am elegant schlichten Design. Ein formschön abgerundetes und edel wirkendes Jewelcase fängt das Bild eines in klaren Linien gezeichneten Turrican ein, der sich euphorisch dirigierend der Musik hingibt. Fast schon zu schön zum Öffnen.

Diese Disc hat selbstverständlich einen gesonderten Platz auf meinem Regal verdient. Pragmatisch, wie ich bei solchen Sachen bin, schere ich mich aber einen feuchten Kehricht um den Sammlerwert. Eine CD ist zum Hören da, also wird das schmucke Stück aus seinem Zellophan-Gefängnis befreit, das Licht gedämmt und der Silberling in die Stereoanlage gelegt. Ich mache es mir auf dem Sofa gemütlich, lasse Stille und Dunkelheit auf mich einwirken und drücke Play auf der Fernbedienung.

Chris Hülsbeck ist der "Soundmagier" einer ganzen Generation von Videospielen. Seine Kompositionen für diverse C64- und Amiga-Spiele sind legendär.

"Bumm, ba-da-da-Bamm!" - da sind sie, die Pauken, die den Grand Monster Slam eröffnen. Bläser, die so fein ausgesteuert und akustisch präsent sind, dass man sie zählen kann, antworten auf den Paukenruf und tragen mich bereits nach wenigen fanfarischen Takten zurück nach Köln in das Funkhaus Wallrafplatz. Obwohl ich den Webradio-Mitschnitt bestimmt 50 Mal gehört habe, bläst mich die Stimmgewalt des klar ausdefinierten Orchesters völlig aus den Socken.

Trotzdem ist Überproduktion für Symphonic Shades ein Fremdwort. Vielmehr wurden Hülsbecks Werke von den Arrangeuren stilvoll geschliffen. Selbst in bombastischen Passagen hat jede Orchestersektion ihren angemessenen Platz, so dass man in Apidya II auch als Japanisch-Unkundiger mühelos syllabische von melismatischen Gesangseinsätzen unterscheiden kann. Wer diese hauchfein eingefangenen Klangschichten mit einem niedrig codierten MP3-Downmix in einen zweidimensionalen Soundbrei verwandelt oder gar durch blecherne PC-Boxen jagt, gehört geteert und gefedert.

Natürlich ist dies nicht die erste Orchester-Aufnahme, deren digitaler und (dennoch) lupenreiner Klang mir Gänsehaut bereitet, schließlich brachte mich schon so manche Opern-Koloratur zum Staunen. Ich bin auch mit Sicherheit nicht der allergrößte Fan von Chris Hülsbeck und seinem spürbaren Hang zu John Williams, denn meine persönliche Top 5 der Spiele-Komponisten wird von den Herren Hubbard, Koshiro, Uematsu, Kondo sowie Frau Yamane angeführt. In dieser hohen Qualität wiedergegeben erscheint mir Symphonic Shades dennoch als die beste Symbiose aus Videospiel-Komposition und Orchesterklang, die mir je zu Ohren gekommen ist. Dass Hülsbecks Werke bereits im Original echte Klassiker mit Ohrwurm-Qualität sind, bleibt unbestritten, doch wurden sie von den drei Arrangeuren dieses Projekts perfektioniert. Hier stimmt einfach das ganze Paket, von der Virtuosität über den Einfallsreichtum bis zur Motivation aller Beteiligten.

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