Tobias Ritter | 10.03.2010, 13:56 Uhr
Star Trek Online
Der Weltraum, endliche Weiten
Fazit zum Test von Star Trek Online
Ein Weltall im SchuhkartonformatStar Trek Online fühlt sich an wie eine halbfertige Enterprise im Raumdock, nachdem wahlweise Kirk oder Picard den Stolz der Sternenflotte mal wieder schrottreif geflogen haben. Hier und dort ein Loch in der Story, da mal ein fehlender Quest-Trigger und eine Klingonen-Fraktion die eigentlich gar keine ist – sondern nur eine halbe. Hier setzt sich ein durchaus grenzwertiger Trend fort, von dem in der Vergangenheit schon so manch ein MMOG gezehrt hat: Online-Rollenspiele reifen erst beim Kunden.
Aber – und das muss man Cryptic zu Gute halten – die Reifung geht äußerst schnell von statten. Ein erster Schritt zur Besserung stellen etwa die sogenannten Special-Task-Force-Missionen dar, die mit einem der letzten Patches eingeführt wurden. Hier dürft ihr euch mit vier weiteren befreundeten Captains an einer ganzen Questreihe austoben, und müsst dabei knackige Herausforderungen bestehen. Eine willkommene Neuerung, nachdem nun bereits zahlreiche Spieler den höchstmöglichen Rang des Admirals erreicht haben und sich lediglich mit wiederholbaren Quests beschäftigen konnten.
Im Gesamtbild überwiegen allerdings leider die negativen Eindrücke, und bestätigen die bereits im Vorfeld gehegte Befürchtung, dass zwei Jahre Entwicklungszeit einfach zu wenig waren – trotz bereits vorhandener Engine. Die Übersetzung ist zum Teil einfach nur peinlich, und stellenweise sogar schlechter als in so manchem aus Asien importierten F2P-MMOG. Die Klingonen wirken wie lieblos in das Spiel geklatscht, um die Rückseite der Verpackung mit einem weiteren Feature aufpeppen zu können. Gleiches gilt für die begehbare Brücke, die während des Beta-Tests vehement von der Community gefordert wurde, in ihrer jetzigen Form aber einfach absolut überflüssig ist. Kleinere Bugs wie fehlende Quest-Trigger und die bei Stoßzeiten grenzwertige Server-Performance reihen sich nahtlos weiter in die Negativliste ein.
Dabei zeigt Star Trek Online wirklich gute Ansätze. Die Weltraumgefechte machen trotz zwischenzeitlicher Hänger wirklich Spaß. Das Feature der Brückencrew ist innovativ und motiviert ungemein zum Weiterspielen. Gleiches gilt für den Aus- und Aufbau des eigenen Charakters. Und an dieser Stelle sei auch noch der Charaktereditor hervorgehoben, der in Sachen Umfang und Komplexität im Genre wirklich seines gleichen sucht. Auch die Episoden sind spannend und abwechslungsreich gestaltet – leider gibt es davon nur viel zu wenige.
All diese guten Ansätze werden dann aber auch schnell schon wieder von einigen wirklich gravierenden Mängeln zunichte gemacht. Die Bodenmissionen sind ein einziger Krampf, und irgendwie will generell nie das Gefühl aufkommen, ein waschechtes MMORPG zu spielen - und das ist der wirklich größte Kritikpunkt. Vielmehr fühlt sich Star Trek Online aufgrund der horrenden Instanzierung und der unzähligen Ladebildschirme an wie ein Singleplayerspiel mit Online-Koop-Elementen. Ein wenig mehr als nur 50 Spieler pro Instanz dürften es dann doch gerne sein. Und gegen etwas weniger als die zehn Ladebildschirme auf dem Weg von der Missionsannahme zum Ort des Missionsgeschehens hätte sicherlich auch niemand etwas einzuwenden.
Was unter dem Strich bleibt ist ein Spiel, das der großartigen Lizenz nicht wirklich gerecht wird. Cryptic hätte einfach viel mehr aus diesem prestigeträchtigen Namen machen können – ja, müssen. Star Trek Online in der jetzigen Form ist leider nur eines: Enttäuschend.
Pro
- aufwändige Charakter-Erstellung
- mächtige Lizenz mit Potential
- Originalschauplätze und bekannte Charaktere
- gelungene Raumkämpfe mit taktischem Tiefgang
- viele Individualisierungsmöglichkeiten
- entwickelbare Brückenoffiziere
- Sound, Sprache und Musik vermitteln Star-Trek-Feeling
Kontra
- übermäßige Instanzierung
- zu viele Ladebildschirme
- Cash-Shop zusätzlich zum Abo-Modell
- wirkt stellenweise unfertig
- saudämliche KI bei Außenmissionen
- wenig fordernde Bodenmissionen
- hässliche Charakter-Animationen
- fehlende PvE-Inhalte bei Klingonen
- zu kampflastig für Star Trek
- alibihaftes Crafting-System
- extrem mangelhafte Übersetzungen
- schlechte Performance der Server zu Stoßzeiten
- mangelnde Freiheit im Weltraum (Begrenzung des Steigungswinkels)





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sofaaa
06.02.2012, 14:14 Uhr
vincentgdg
24.03.2010, 12:02 Uhr Ich war auch extrem enttäuscht...
r-ein-flop/
Ich habe so lange auf ein Weltraum MMO gewartet, was Action und Tiefe bietet... an dem Preisverfall des Titels bei Amazon sieht man schon, wie mies die Umsätze sind. Bald bekommt man es geschenkt.
antiSith
23.03.2010, 20:37 Uhr ich hatte es auch
hatte dabei 2 wochen head start spielen bekommen (2 wochen vor release termin spielen)
und erst ab dann sollte ich meinen key aus der packung eingeben
in den 2 wochen fast endlevel erreicht und lust verloren
habs wieder verkauft....
zwar nur vür 66€ aber wenigstens nicht komplettverlust
es ist einfach jnicht ausgereift
flosN
23.03.2010, 16:30 Uhr
Epic-satz
Triffts gut, hör auf dich zu rechtfertigen :-) Wer es spielt, wird es aus irgendwelchen Gründen dennoch mögen und großzügig über die krassen Mankos hinwegsehen. Ich hätte es gespielt, wäre es ein MMO geworden. Ist es nicht - und für ein Solo-/ Koop-Game einfach zu schlecht.
jm2c
VirtualZeraphine
11.03.2010, 15:19 Uhr
"warum wurden "übermäßige instanzierung" und "zu viele ladebildschirme" als sepperate kontra punkte aufgeführt? das eine geht ja wohl mit dem anderen einher! O.o"
- Es gibt auch in instanzierten Spielen Unterschiede. Z.b. läd es in Pirates of the Burning Sea auch sehr oft, jedoch nicht noch einmal als Zwischenschritt (SOL Station Sektor Raum laden (1), Sol Station anfliegen (2) Sol station andocken (3).
Und zum Cash Shop:
Warten wir mal ab, Geld reagiert die Welt. ;-) Und nicht nur in Onlinespiele, auch in Redaktionen ;-)))
xXkeNNyXx
11.03.2010, 15:07 Uhr
Jetzt weiß ich echt nicht ob ich das mal tun sollte:D
Morin
10.03.2010, 22:32 Uhr
Nestro
10.03.2010, 19:13 Uhr
Klar kann man, wenn gewüscht, bei konkreten Fragen Details über Bewertungsaspekte erleutern, aber hier finde ich ist der Ton allzu oft nicht sehr einladend.
Alurian
10.03.2010, 18:57 Uhr
Das mag durchaus sein, relativiert den negativen Beigeschmack dieser Tatsache aber keineswegs, und wird auch bei zukünftigen Spielen, die auf diese Methode setzen, negativ in die Bewertung einfließen.
Schon, aber in STO kommen derartige Ladesequenzen in kaum erträglicher Häufigkeit vor. Daher die Aufführung als extra Conta-Punkt. Weiteres siehe unten...
Leider ist STO allerdings kein F2P-Spiel, Cash-Shop hin oder her... :) Dass es andere noch schlechter machen, ist zudem auch kein Argument dafür, die Problematik bei STO nicht als negativ anzusehen.
Ich finde die Grafik von STO übrigens an sich durchaus gelungen. Lediglich die Animationen stechen äußerst negativ heraus...
Irgendwelche Anomalien scannen, und das gewonnene Wissen bei der Wissenschaftsakademie gegen irgendwas eintauschen, ist für mich alibihaftes Crafting. Da hätte es durchaus Möglichkeiten gegeben, das ganze Star-Trek-Konform aufzuziehen - wenn man sich die entsprechende Zeit genommen hätte...
*macht zu den drei kreuzen von marco noch eins dazu* ;)
Nicht ganz. Mit übermäßiger Instanzierung ist unter anderem auch die maximale Spieleranzahl von 50 pro Instanz gemeint. Die Ladebildschirme sind mir zusätzlich zu dieser Problematik äußerst negativ aufgefallen. Bei AoC beispielsweise gibt es auch viele Instanzen, allerdings tummeln sich darin auch mehr Spieler und ich empfand beim Spielen die Ladebildschirme als nicht ganz so gravierend. Bei STO nimmt das aber wirklich Überhand, deshalb wollte ich das gerne als separaten Punkt aufführen. :)
Nestro
10.03.2010, 18:52 Uhr
schlecht für Cryptic XD