Sins of a Solar Empire: Trinity

Shock and Awe

Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, postulierte der preußische General Clausewitz im 19. Jahrhundert. 200 Jahre später sieht Entwickler Ironclad das offenbar etwas anders.

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23.05.2010, 09:30 Uhr

Statt zu reden und dann zu schießen, greift ihr in Sins of a Solar Empire erst zu den Waffen und verhandelt später. Immerhin ist das Erstlingswerk der Kanadier trotz Echtzeitaspekt ein waschechter Vertreter der 4X-Fraktion (eXplore, eXpand, eXploit, eXterminate). Von Diplomatie steht da nichts. Dementsprechend aggressiv geht es seit 2008 zwischen den verfeindeten Fraktionen der Trader Emergency Coalition, den Advent und den Vasari zur Sache. Die eingetretenen Wege sind klar definiert: Planet befestigen, Flotte bauen, zum nächsten Planeten ziehen, Planet erobern, Planet befestigen usw.

Um dieses Muster aufzubrechen, wurde im Februar 2010 die zweite Erweiterung Diplomacy veröffentlicht, die Strategen nun befähigt, Botschaftsschiffe auszusenden und Pakte zu schmieden. Als Lohn für die Mühe warten Vorteile an der Rohstofffront und selbst die Kampfkraft der eigenen Einheiten lässt sich auf diese Weise anheben. Nebenbei droht unverbesserlichen Kriegstreibern, die auf den riesigen Karten nicht aus ihrer Erobererhaut schlüpfen können, bei Aktivierung der diplomatischen Siegbedingung ein böses Erwachen. So beeinträchtig jeder Konflikt das Ansammeln der entsprechenden Punkte, während friedliche Koexistenz belohnt wird. Ist eine festgelegte Summe erreicht, steht der Sieger der Partie fest, egal ob die militärische Dominanz in anderen Händen liegt.


Der Screenshot täuscht, denn die wahre Faszination von Sins of a Solar Empire liegt nicht in der Grafik.

Verschlagenen Taktikern, die den eigenen Verbündeten nicht trauen oder sich einfach alle Optionen offen halten wollen, ist es darüber hinaus möglich, Piraten anzuheuern. Die erledigen hinter den Kulissen und frei von politischen Konsequenzen die Drecksarbeit, beschneiden durch massive Angriffe die Ambitionen von Möchtegernimperatoren und stellen auf diese Weise sicher, dass immerwährender Frieden eine Utopie bleibt. So gilt es weiterhin, sich zu rüsten, zu forschen und zu expandieren.



Neu ist hingegen die mit Diplomacy erschienene Trinity-Edition, die seit Anfang Mai nun auch bei uns erhältlich ist. Neben dem Hauptspiel und der angesprochenen letzten Erweiterung enthält die Version auch das erste Addon Entrenchment. Ihr haltet somit das gesamte Solare Imperium in eurer Hand. Natürlich lohnt sich das Paket nur für diejenigen, die der Versuchung bisher widerstanden haben, die Zusatzinhalte separat zu erwerben. Denn obwohl den Silberling ein großes Poster des Forschungsbaums sowie ein detailliertes und umfangreiches Handbuch begleiten, blieb das Spiel vollkommen unverändert. Ich betone das so, weil ein grundlegender Kritikpunkt, der die Serie von Anfang an begleitete, noch immer nicht behoben wurde.

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