Simon the Sorcerer 5 - Eine Plaudertasche auf Reisen

Simon the Sorcerer gehört zu den Klassikern des Adventure-Genres. Silver Style versucht sich nach Teil 4 ein weiteres Mal an der Materie und kann mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein.

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Kaum zu glauben, dass bereits 15 Jahre vergangen sind, seit es Teenager Simon ins Zauberreich verschlagen hat. Dass er trotz seines lockeren Mundwerks in der Zeit auch einige Freunde gefunden und sich sogar eine Gefährtin angelacht hat, liegt an seiner plumpen und zugleich sympathischen Art. Der vorlaute Zauberer steht in seinem fünften Abenteuer vor keiner geringeren Aufgabe, als die Welt zu retten. Anders als Greenpeace geht es ihm aber nicht um den Klimawandel und die Verringerung von Treibhausgasen. Die Bedrohung kommt aus dem All. Kleine, grüne, schießwütige Aliens gefährden das friedliche Zusammenleben der beschaulichen Stadt. Wobei man allerdings anmerken sollte, dass überall wo Simon auftaucht, die Harmonie flöten geht. Auch zwischen ihm und seiner Freundin Alix kriselt es bereits. Während er pizzafutternd vor dem Fernseher hockt und den Macho raushängen lässt, kümmert sie sich um den Haushalt. Das sich entwickelnde Kakerlaken-Problem ficht den Möchtegern-Proleten auch nicht an und entsprechende Winke mit dem Zaunpfahl werden geflissentlich ignoriert. Wenn der Gute nicht aufpasst, verliert er seine bessere Hälfte schneller als ihm lieb sein dürfte.


Bei pistolenschwingenden Aliens schrillen bei Jedem die Alarmglocken...

Aber ehe es soweit kommt, dass ein Nebenbuhler die Bühne betreten kann, tauchen besagte Aliens auf und kidnappen die holde Maid mit einem kosmischen Transportstrahler. Simon wie er leibt und lebt denkt erst einmal an das eigene Wohlbefinden und bringt sich in Sicherheit, eh er sich auf Rettungsmission quer durch die Galaxie begibt. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass er in gewohnter Manier an allen möglichen Stellen aneckt. Auch im neuesten Streich von Silver Style gilt es jede Menge Rätsel zu knacken, widerspenstige Gesellen zur Mitarbeit zu bewegen, sowie Ohrfeigen und Tritte in die Weichteile für rotzfreche Kommentare auszuhalten. Das Adventure knüpft dabei an die Tugenden, die die Serie beliebt gemacht haben, an. Wie von Fans erwartet und geschätzt, plappert der Held in spe nämlich wie ihm der Schnabel gewachsen ist - ohne Rücksicht auf Verluste. Das lose Mundwerk bringt aber nicht nur Probleme, sondern öffnet im wahrsten Sinne des Wortes Türen.

Ein ums andere Mal unterhaltet ihr euch mit skurilen Wesen und lauft von einem merkwürdigen Geschöpf zum nächsten, bis diese endlich kooperieren. Wer jetzt endlose Dialogmarathone befürchtet, kann aber beruhigt aufatmen. Zu keinem Zeitpunkt werden die Gespräche unnötig in die Länge gezogen, und auch wenn an einigen Stellen der Humor gewöhnungsbedürftig ist und teilweise ein wenig an Esprit vermissen lässt, bietet das Spiel insgesamt spaßige Unterhaltung. Besonders Simons trocken eingestreute Kommentare sorgen für Heiterkeit. Auf die vorwurfsvolle, rhetorische Frage, wie viele leere Pizzaschachteln man in einer Wohnung wohl stapeln könne, wird beispielsweise bissig und gelassen zugleich geantwortet. Er gedenke, es herauszufinden. Zynismus und Sarkasmus gepaart mit einem leichten Touch Ironie sind ein wahrer Quell der Freude, aber kommen aufgrund offensichtlicherer Kalauer und Witzeleien stellenweise zu kurz. Sind Maulwürfe im Secret-Service-Look noch überaus cool und ein Doktor mit sprechender Socke oder ein Sauflieder trällernder Wolf ebenfalls ganz witzig, wirkt Rotkäpchen auf dem Emanzipationstrip einfach fehl am Platz.


...aber wer würde denken, dass sich hinter diesen Schlappohren und Kulleraaugen eine fleischfressende Bestie versteckt?

Das gilt leider auch für das aufklappbare Inventar, das sich am oberen Bildschirmrand deutlich besser gemacht hätte. Zwar kann das automatische Ausklappen im Menü unterbunden werden, aber immer wieder die Tastatur bemühen zu müssen, ist auch nicht das Wahre. So aber kommt es mit einiger Regelmäßigkeit dazu, dass ein Klick, mit dem ihr euch eigentlich fortbewegen wolltet, das Sammelsurium der verstauten Gegenstände ans Tageslicht befördert. Da ein magischer Hut auch reichlich Platz für allerlei Krimskrams bietet, kann man den Schwierigkeitsgrad der Rätsel durchaus mit knackig beschreiben. Kommt ihr anfangs noch zügig voran, ist im weiteren Spielverlauf deutlich mehr Hirnschmalz notwendig. Wer ein wenig um die Ecken denken kann und den zahlreichen Hinweisen Beachtung schenkt, sollte der Herausforderung aber gewachsen sein. Damit auch bei allen anderen keine Frustmomente aufkommen, können per Tastendruck alle relevanten Hotspots aufgelistet werden. Ein Tagebuch gibt darüber hinaus Auskunft über erledigte und noch zu erfüllenden Aufgaben.


Charaktere und Hintergründe passen so gut zusammen, dass man teilweise meinen könnte, dass beides gezeichnet wurde.

Gesteuert wird das Spiel ganz konventionell. Per Linksklick kann man sich bewegen, mit der Umgebung interagieren oder Items kombinieren. Mit einem Rechtsklick wird alles genau unter die Lupe genommen. Kurze Laufwege sowie die Möglichkeit, per Doppelklick zu rennen, erlauben es, sich auf die Problemlösung zu konzentrieren, anstatt unnötige Zeit beim Ortswechsel zu verplempern. Auch die erstaunlich kurzen Ladezeiten schonen die Nerven. Dass Silver Style in der Lage ist, vor allem optisch sehr atmosphärische Adventures zu produzieren, haben sie mittlerweile mehrfach unter Beweis gestellt. Simon the Sorcerer 5 bildet da keine Ausnahme. Die Cel-Shading-Charaktere sehen fast aus wie gezeichnet und fügen sich hervorragend in die wunderschönen Hintergründe ein. Zusammen mit ein paar bewegten Objekten entsteht so eine glaubhafte und lebendige Comic-Welt, die durch ihren Detailreichtum sowie eine Vielzahl von Ansichten und Animationen glänzt.

Musikalisch übt man sich in Zurückhaltung und unterlegt das Geschehen mit gediegenen Klängen. Die Synchronisation ist erwartungsgemäß gut, denn gleich eine ganze Riege erfahrener Leute, die unter anderem den Hollywoodgrößen Tobey Maguire, George Clooney oder Robin Williams ihre Stimmen leihen, konnte ins Boot geholt werden. Eine Investition, die sich gelohnt hat.

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