Video des Tages - Was mit einer Portal Gun in Super Street Fighter II passiert

MEHR ZUM SPIEL

Test zum Spiel: Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin Spiel-Test

DETAILS ZUM SPIEL

Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin bei Amazon kaufen

Fan werden Fan werden

Newsletter

RSS

Plattformen:
PC
Release:
PC: 3. Quartal 2007
Status:
keine Angabe
Publisher:
keine Angabe
Entwickler:
Frogwares
Genre:
Adventurespiel
USK:
keine Angabe
Offizielle Seite:
sherlockholmes-spiel.de
Fanseite:
keine Angabe
Fan werden auf Facebook

Sven 'cobra79' Hollunder | 15.11.2007, 16:42 Uhr

Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin - Test
Hochkarätiges Duell

1

Wer heutzutage Frankreich gegen England hört, denkt vermutlich zuerst an Fußball. In Sherlock Holmes IV wird das Duell jedoch nicht auf dem Rasen, sondern im London des 19. Jahrhunderts ausgetragen.
Statt 22 stehen sich nur 2 Männer gegenüber, die auch keine Stollen und Shorts, sondern Anzug und Krawatte tragen. Berühmt sind beide dennoch.
Auf der einen Seite Sir Arthur Conan Doyles Meisterdetektiv und auf der anderen Seite Maurice Leblancs Meisterdieb. Die Paarung verspricht Spannung und, soviel kann ich schon verraten, enttäuscht nicht. Die Geschichte beginnt mit einer an Holmes' gerichteten Herausforderung. In einem vor Hohn und Arroganz triefenden Brief stellt der Franzose die Intelligenz der Inselbewohner in Frage. Er kündigt an, das Britische Empire vor den Augen der Welt zu blamieren, indem er fünf kostbare Objekte stiehlt. Die Frage, warum er das kundtut, beantwortet er gleich selbst - ein Künstler brauche eben einen Experten, der das Kunstwerk zu schätzen wisse.

Oh Mon Dieu! Nun packt mich auch der Ehrgeiz, den eingebildeten Franzmann von seinem hohen Ross zu stoßen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn Lupin trägt den Ruf als Meister seines Fachs nicht umsonst und ist mir stets einen Schritt voraus. Sei es in der Nationalgalerie, dem Londoner Tower, dem Britischen Museum oder dem Buckingham Palast. Die wirklich spannende und glaubhaft erzählte Geschichte vermag zu fesseln und versteht es, die Motivation das gesamte Spiel über aufrecht zu erhalten.

Während die Story vermutlich jeden begeistern kann, ist die Ansicht Geschmackssache. In 3D-Shooter-Manier bewegt ihr euch durch die virtuelle Welt und steuert dabei nicht nur Sherlock Holmes, sondern mitunter auch den guten Dr. Watson oder Inspektor Lestrade. Ist man nahe genug an einem Gegenstand von Interesse, erscheint ein Interaktionssymbol, welches durch einen Linksklick aktiviert werden kann. Pixelgenaues Absuchen des Bildschirms ist also nicht nötig. Dennoch müsst ihr die Augen offen halten, denn einige Spuren sind leicht zu übersehen. Ein kleiner Tipp: Öfter mal auf den Boden oder an die Decke schauen!

Die Grafik hinterlässt dabei einen zwiespältigen Eindruck. Obwohl sie teilweise recht detailliert ist (so gefallen mir z.B. die Pferde recht gut), wirkt die Umgebung oft leblos und steril. Während die Tauben im Intro noch zur Futterstelle flatterten, bleiben sie später beharrlich auf Ihrem Fleck, um zu picken - auch wenn man fast auf sie tritt. Spiegel geben weder Spieler noch Umgebung wieder, während Bäume und Pflanzen ohne jegliche Regung wie konstruiert in der Gegend stehen. Türen, die man nicht öffnen kann, sind genauso wie das Gras bloße Texturen. Ein paar nette Grafikeffekte wie flackernde Schatten im Fackellicht oder Rauch, der der Bewegung der Zigarre folgt, können diesen Gesamteindruck leider nicht verhindern. Die Figuren wirken ebenfalls etwas starr, bewegen aber beim Sprechen den Mund und muten durch ihr Blinzeln zumindest im Gesichtsbereich recht natürlich an. Positiv bleibt festzuhalten, dass das Spiel auch in der Maximalauflösung mit allen Details flüssig spielbar ist.

Bonuspunkte gibt es für die hervorragende deutsche Sprachausgabe, an der man offensichtlich nicht gespart hat. Nachdem schon das englische Original in der Preview überzeugen konnte, bin ich positiv überrascht, dass es auch den deutschen Sprechern gelingt, das nötige Feeling rüberzubringen - wenn auch nicht immer synchron. Die Musikuntermalung besteht vornehmlich aus langsamen Klavier- und Geigenstücken, wobei immer wieder das Grundthema aufgegriffen wird. Das ist zwar durchaus stimmig und passt auch gut zur Viktorianischen Zeit, wird aber vor allem, wenn man mal nicht weiterkommt, schnell nervig. Apropos "weiterkommen" - die Rätsel haben es teilweise ganz schön in sich und was am Anfang jeder Dienstbote erledigen könnte, bedarf am Ende doch eines aufmerksamen Detektivs. Die Puzzles sind derart gestaltet, dass man nach der Lösung einer Aufgabe das angenehme Gefühl verspürt, etwas erreicht zu haben. Die wenigen Interaktionsmöglichkeiten hinterlassen jedoch den Eindruck, man würde einen interaktiven Film spielen. So lässt sich Holmes z.B. beim falschen Kombinieren von Inventory-Items keinen Kommentar entlocken und die Dialoge laufen nach Vorgabe eines Stichwortes ab.

Die Schätzung der Spieldauer ist naturgemäß schwierig, aber aufgrund des Umfangs und der knackigen Rätsel dürften sogar gestandene Knobelexperten mehrere Wochenenden beschäftigt sein. Unfair oder unlogisch wird das Spiel dabei nicht. Wichtige Orte, die ihr bereits betreten habt, könnt ihr einfach mit einem Klick auf die Karte besuchen. Die geführten Dialoge stehen jederzeit zum Nachlesen bereit. Dass die Entwickler - im Gegensatz zur Preview - nun auf die Schnörkel in der Handschrift von Arsène Lupin verzichten und den geneigten Leser nicht mehr unnötig malträtiern, habe ich erfreut zur Kenntnis genommen.

Weniger kooperativ ist der nun vorhandene Kopierschutz. Das Spiel sendet während der Installation eine individuelle Hardware-ID und den Registrierungscode an einen externen Server und ist somit nur auf einem einzigen Computer spielbar. Dass man als Käufer so gegängelt wird, ist schon schlimm genug. Da das Spiel aber auch mit einigen Systemkonfigurationen Probleme zu haben scheint und somit nicht einmal auf einem anderen Rechner getestet werden kann, ist fast schon unverzeihlich. Da hilft es auch nicht, dass der Support den Fehler in kürzester Zeit gefunden und für Abhilfe gesorgt hat. Meine kompletten Systeminformationen an Dritte weiterzuleiten, hat einfach mit Detektivarbeit - wie ich sie im Kopf hatte - wenig zu tun.

1




Hochkarätiges Duell Kommentare (0)

Um Kommentare zu schreiben, musst du dich zuerst anmelden.
Du besitzt noch keinen Account? Dann registriere dich im Forum!

Mehr zu Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin: