André 'Zitronenhai' Bergmann | 13.05.2010, 14:00 Uhr
Sam & Max
Ein ruckhafter Lachanfall
Fazit zum Test von Sam & Max
Zwei weinende AugenBevor es abschließend zu einer Bewertung kommt, sei zuvor noch einmal klargestellt, dass man mit Sam & Max – Season Two: All-zeit bereit kein neu entwickeltes Spiel in Händen hält, sondern lediglich eine lokalisierte Sammlung bereits 2008 veräußerter Produkte. Wieso Atari dennoch fast zweieinhalb Jahre brauchte, um das Spiel auf den Markt zu bringen, bleibt unklar. Dies wirkt insbesondere überraschend, da die Qualität der Synchronisation nur mäßig gelungen ist. Zwar bleibt der im wahrsten Sinne des Wortes herzzerreißende Charme und der sarkastische Humor der beiden irrwitzigen Detektive erhalten, dennoch hakt es sprichwörtlich an manchen Ecken und Enden. So ist die Dialogregie unzureichend. Zum einen ist der deutsche Text oftmals kürzer beziehungsweise länger als die gezeigte Videoanimation, zum anderen wirken die Dialog teilweise steril, fast wie kontextfrei von einem Blatt abgelesen. Ein Witz kann nur dann seine volle Wirkung entfalten, wenn er anständig vorgetragen wird. In einem Computerspiel, welches von seinen Witzen, von ironischen Einlagen und Anspielungen lebt, beinahe ein technischer K.O. Ärgerlich sind zudem die auf der Wii mitunter längeren Ladezeiten sowie die ständig bei Einspielern auftretenden Ruckler und Verzögerungen.
Trotz der zuvor genannten Punkte gibt es im Spiel immer wieder Pointen, die einfach zum Wegschreien sind. Dank Sam und Max lernen wir, dass es 20 Gebote gibt, die Arche auf den Osterinseln strandete, Zombies gerne Bier trinken und es selbst in der Hölle keinen heißen Kaffee gibt. Weitere die Bauchmuskeln strapazierende Dialoge sowie bärenstarke, da gänzlich abstruse Charaktere bilden die offensichtlichen Stärken des Spiels. Gespräche mit dem stets grimmig dreinschauende Flint Paper oder mit dem riesigen Steinkopf von Abe Lincoln lohnen sich eigentlich immer – auch unabhängig vom aktuellen Handlungsstrang. Äußerst gelungen sind auch die ins Spiel integrierten Hilfestellungen. In den Optionen lässt sich so jederzeit der Schwierigkeitsgrad ändern, in dem man die Häufig- und Deutlichkeit der Hinweise reguliert. Angenehm dabei ist, dass dies innerhalb des Spielkontexts zum Beispiel durch einen lockeren Spruch von Max geschieht. Ein langes, wahlloses Umherirren entfällt so bei Wunsch gänzlich.
So bleibt beim Tester ein mit Tränen gefülltes Augenpaar. Das eine sind Freudentränen, das andere Tränen der verpassten Chance, ein rundum gelungenes Spielerlebnis zu erfahren. Abschließend kann ich dennoch jenen, die Sam und Max lieb gewonnen haben aufgrund des akzeptablen Preis/Leistungsverhältnisses die Season Two empfehlen.
Pro
- Einstellbarer Schwierigkeitsgrad
- Einzigartiger Humor
- Preis/Leistung
Kontra
- Unzureichende Dialogregie
- Ladezeiten
- Regelmäßig rucklelnde Animationen





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