Saints Row 2 - Special
Heiliges Kanonenrohr!
Nach der Landung mussten wir uns dann erst einmal in Geduld üben, denn bei der ersten Präsentation gab es für Kenner der Materie nur wenige Neuigkeiten. Kurz erläuterten die Produzenten das Spielprinzip, und die Charaktererstellung wurde vorgestellt. Im Gegensatz zu GTA kann man seinen alter Ego nämlich ganz seinem Geschmack anpassen. Nach einer Stunde braven Zuhörens durften wir endlich an einer der bereitgestellten XBox 360 Platz nehmen und selber Hand an unser Äußeres legen. Nach wenigen Minuten konnte sich das Ergebnis des Hantierens mit den zahlreichen Schiebereglern und den anklickbaren Auswahllisten sehen lassen - der Charakter auf dem Bildschirm war mir wie aus dem Gesicht geschnitten. Der werte Kollege neben mir, der dem Spiel im kooperativen Mehrspielermodus beitrat, erkannte mich in der virtuellen Welt sofort wieder.
Eigentlich kein Wunder, denn von den blau uniformierten Vollzugsbeamten unterschieden wir uns auf den ersten Blick durch knallig orangefarbene Sträflingsanzüge. Zumindest die ersten Spielminuten lassen sich also noch nicht mit gemütlichem Cruisen im Cabrio verbringen. Stattdessen beißen während der harten Schule des Knastes - nennen wir das Tutorial einmal so - zahlreiche Gefängniswärter und Polizisten ins Gras, sogar einen Hubschrauber holen wir vom Himmel. Kein Wunder also, dass unser Ausbruch das beherrschende Thema in den Abendnachrichten ist. Der Sender WTF17, die Entwickler beweisen Humor, zeigt unser Bild in Großaufnahme. Doch wie konnte es so weit kommen?
Kenner der Materie wissen, dass Saints Row kein gutes Ende nahm, doch entgegen jeglicher Prognose überlebte unser Held. Saints Row 2 beginnt mit der Charaktererstellung praktisch beim Schönheitschirurgen, der das Äußere des Protagonisten wiederherstellt. Nach dem Gefängnisausbruch müssen wir erst einmal unsere modische Kleidung gegen etwas Unauffälligeres tauschen, also machen wir uns auf den Weg zum nächsten Klamottenladen. Während mein Charakter die süße Verkäuferin anspricht und gemütlich shoppen möchte, ballert der übermotivierte Mehrspielerkollege unhöflich im Laden herum. Die Verkäuferin sprintet in den Nachbarraum, drückt einen Knopf und der Alarm schrillt los. Wenige Augenblicke später rollt ein Polizeiwagen vor. Toll gemacht! Wir eröffnen das Feuer und Blut spritzt literweise über den Asphalt. Weitere Einsatzkräfte eilen herbei, Granaten fliegen, Fahrzeuge explodieren. Kurzum: Die Hölle bricht los.
Seite an Seite spucken unsere Pistolen und Shotguns Blei. Geht einmal jemand zu Boden, lassen sich Mitspieler durch das Einflößen von Alkohol wiederbeleben, nach der Nahtoderfahrung steht man dann ohne Blessuren wieder auf und kann weiterkämpfen. Als wir die Cops endlich los sind, haben wir zumindest eines gelernt: mit Schusswaffen sollte man in Saints Row keine Scherze treiben. Nach dieser Erkenntnis folgt eine weitere Einsicht: Zwei Mann sind noch keine Gang. Folgerichtig gilt es Missionen zu erfüllen, um Respekt zu erlangen und so neue Bandenmitglieder anzulocken. Außerdem brauchen wir ein paar ordentliche Hoods, in denen sich die Saints ausbreiten können. Anfangs können wir uns nichts wirklich Beeindruckendes leisten. Mit Waffengewalt vertreiben wir ein paar Penner für alle Ewigkeit aus einem Kellersystem und richten uns anschließend mehr oder weniger wohnlich ein.
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LongdongJohnson
05.10.2008, 11:41 Uhr