Stellt euch vor, es ist Krieg und alle machen mit. Bevor jedoch die Panzerkolonnen ins Rollen kommen und die Infanterie im Häuserkampf zerbombte Straßenzüge erobert, wurden an anderer Stelle die Weichen über Sieg oder Niederlage bereits gestellt – im Stab. Als Mitglied der militärischen Führungsriege lenkt ihr in R.U.S.E. die Geschicke alliierter Einheiten des Zweiten Weltkrieges. Wir nehmen die Preview zum Anlass, das Spiel und uns einer Generalprobe zu unterziehen.
Als Feldherr in Echtzeit Einheiten auszuheben und über virtuelle Karten gegen nationalsozialistische Horden zu führen, klingt nicht gerade nach überragendem Innovationsgeist. Aber was das Setting von R.U.S.E. vermissen lässt, macht das Gameplay wieder wett. Das kommende RTS von Eugen Systems, wirft ein paar althergebrachte Genre-Konventionen über den Haufen, besticht trotz riesiger Karten durch seine Übersichtlichkeit und rückt den taktischen Aspekt des Kriegshandwerkes in den Fokus. Statt euch hektisch um das Wohl und Wehe einzelner Soldaten zu kümmern, ist es wichtiger, die Gesamtsituation im Auge zu behalten, gefährdete Flanken rechtzeitig zu erkennen und durch List und Trug, die gegnerischen Befehlshaber zu falschen Aktionen zu verleiten: Links antäuschen, rechts durchstoßen.
Klingt einfach und ist es auch. Nicht zuletzt, da R.U.S.E. ein etwas gemächlicheres Tempo an den Tag legt, als erfahrene Echtzeitstrategen gewohnt sein dürften. Statt im Stakkato 120 Befehle pro Minute zu bellen, sollte man sich eher die geografischen Begebenheiten anschauen, Aufklärung betreiben und strategisch günstige Positionen befestigen. Aber nicht nur die richtige Aufstellung ist wichtig, sondern auch die Wahl der Truppen. Infanteristen z.B. können sich in Wäldern verstecken und aus dem Hinterhalt heraus sogar schweren Panzern arg zusetzen. Greift man die Kettenfahrzeuge hingegen direkt mit Fußeinheiten an, dann schießt ein einziger Stahlkoloss eine ganze Armee zusammen. Auch ein MG-Nest stellt für vorrückende Schützen ein schier unüberwindbares Hindernis dar, während mechanisierte Einheiten dem Spuck schnell ein Ende bereiten.
In R.U.S.E. könnt ihr stufenlos soweit rauszoomen, dass die Umgebung des Hauptquartiers sichtbar wird.
Nicht immer korrespondiert das Stein-Papier-Schere-Prinzip aber notwendigerweise mit der Realität. Wenn zum Beispiel Panzerjäger oder Panzerabwehrkanonen sich beharrlich weigern, auf näherkommende Infanterie zu schießen, dann stand das Balancing im Vordergrund und nicht die akkurate Wiedergabe der Wirklichkeit. Stören tut es nicht, denn auch die namensgebenden ruses – auf Deutsch Tricks, Kniffe oder Listen – sind nur locker an reale Begebenheiten angelehnt. So könnt ihr unter anderem Panzerattrappen losschicken, die für eure Gegenspieler solange echt wirken, bis sie abgeknallt werden. Pech nur, wenn durch die Kräfteverlagerung die Verteidigungsline des Feindes so stark gedehnt wurde, dass ein Durchbruch möglich wird. Des einen Leid ist dann des anderen Freud. Oder ihr befehligt den Truppen, Funkstille zu wahren, um sich unbemerkt in Stellung zu bringen und durch einen Überraschungsangriff das Aktionsmoment voll auszunutzen. Die insgesamt zehn Listen lassen sich übrigens nur auf jeweils einen Abschnitt der in Planquadrate eingeteilten Karte anwenden. Ihr Einsatz sollte also gut überlegt sein.
Auch beim näheren Hinsehen macht die Grafik eine gute Figur und besticht durch zahlreiche Effekte, die in ihrer Gesamtheit ein detailliertes Bild vom Krieg zeichnen.
Bevor jedoch eigene Einheiten eure Interessen durchsetzen können, müssen sie zunächst ausgebildet und versorgt werden. Dafür wird der Bau einer Kaserne oder eines entsprechenden Panzerkomplexes befohlen, woraufhin sich ein Trupp Pioniere aus dem Hauptquartier in Bewegung setzt.
Ich habe es jetzt zum ersten Mal gespielt, daher hab' ich keinen Vergleich, aber vor allem die Reichweite der Artillerie hat es schon mächtig in sich. Fand ich aber nicht störend.
Koibito
11.08.2010, 18:11 Uhr
Haben die Artillerie-Kanonen und Panzer immer noch so eine riesen reichweite?
Das war das einziege was mich gestört hat sonst ist das echt sehr geil
Gamer2000
12.08.2010, 07:21 Uhr
Dann kann ich es ja wieder bestellen, ich hatte es bei A....... schon abbestellt und mich geärgert.
CoolKakashi
11.08.2010, 23:19 Uhr
Dann kannst es ja kaufen, denn Ubisoft nutzt bei RUSE Steamworks! Also online steam! Sie verzichten zum ersten ma auf ihren eigenen Kopierschutz!
Gamer2000
11.08.2010, 22:10 Uhr
cobra79
11.08.2010, 19:02 Uhr
Koibito
11.08.2010, 18:11 Uhr
Das war das einziege was mich gestört hat sonst ist das echt sehr geil