Runaway: A Twist of Fate - Test
Aller guten Dinge sind drei
Damit ist die Aufgabe des ersten von insgesamt sechs Kapiteln bereits umrissen, und wie einst Prinzessin Leia in einer anderen Trilogie hat Gina zunächst den Mann an ihrer Seite aus seiner misslichen Lage zu befreien. Hmm, Star Wars? LucasArts? Gutes Adventure. Q.E.D. Okay, das war nichts, aber Runaway 3 hat mehr zu bieten als die wirren Assoziationsketten eines müden Redakteurs. Da wäre zum einen das Offensichtliche – nämlich die Grafik. Wie seine Vorgänger setzt das Ende der Serie auf handgezeichnete und farbenfroh colorierte Hintergründe, die zusammen mit den Cel-Shading-Akteuren für einen ansprechenden Comic-Look sorgen. Durch teils ungewöhnliche Blickwinkel und einen interessanten Mix aus realistischer Kulisse und überzeichneter Darstellung, bieten die Locations genug fürs Auge, so dass kaum auffällt, dass sich eigentlich recht wenig bewegt. Abgesehen von ein paar 3D-Modellen sind die Animationen eher in den zahlreichen, großen und kleinen Zwischensequenzen zu finden, die perfekt getimt immer wieder für Auflockerung sorgen. Ein weiterer positiver Aspekt sind die Vordergrundobjekte bei scrollenden Hintergründen, die sich leicht versetzt bewegen und so Tiefenwirkung erzeugen.
Auch die kurzen Ladepausen beim Ortswechsel stören nicht. Zum einen sind sie selbst auf schlechten Rechnern binnen Sekunden erledigt und zum anderen kann man sich die Zeit durch die vernünftige Beam-Funktion wiederholen. Damit ist nicht nur die schnelle Überführung mittels Doppelklick auf einen Ausgang gemeint, sondern auch der Transfer innerhalb einer Szenerie. Keine Lust auf lange Laufwege? Zwei Mal schnell ins Bild geklickt und der Charakter materialisiert an der gewünschten Stelle – natürlich nur wenn diese auch zugänglich ist. Das ist deshalb so praktisch, da die Rätselkost erfahrenen Spielern, die nicht gleich beim ersten Hänger die Flinte ins Korn werfen, vermutlich wieder besser schmecken wird als kompletten Neueinsteigern, und der häufige Schauplatzwechsel ohne Schnellreisefunktion schnell zur Qual mutieren könnte. So muss man nämlich durchaus um Ecken denken können und die Geduld mitbringen, bereits besuchte und erkundete Örtlichkeiten erneut zu inspizieren. Anders als jedoch in The Dream of the Turtle werdet ihr nicht mit obskuren und an den Haaren herbeigezogenen Aufgaben malträtiert.
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