Rise of Flight - Test
Grüß' mir die Sonne!
Genau an diese Klientel, erfahrene PC-Piloten, richtet sich Rise of Flight des kleinen russischen Entwicklers neoqb. Statt hochgezüchteter Flugzeuge klettert ihr hier in die klapprigen Maschinen aus Holz und Stoffbahnen, die sich während des ersten Weltkrieges in die Luft erhoben. Damals war eine Menge Mut nötig, überhaupt den Motor anzuschmeißen. Die Flugzeuge waren alles andere als zuverlässig, Motoraussetzer und Tragflächenbrüche bei Überbelastungen kamen regelmäßig vor und nicht einmal eine Cockpitkanzel zum Schutz vor Ruß oder Fliegen zwischen den Zähnen gab es für die Piloten. Moderne Errungenschaften wie "Fly by Wire"-Systeme, selbstdichtende Treibstofftanks oder gar Raketen waren pure Science Fiction. Die Ritter der Lüfte mussten Krafteinflüsse auf das Flugzeug von Hand mit dem Steuerknüppel ausgleichen, mit den Maschinengewehren aus wenigen Metern Entfernung feuern und wenn der Gegner die bessere Ausgangsposition im Gefecht hatte, war das Ende nah.
Dementsprechend ist die Box-Version von Rise of Flight auch gut ausgestattet. Neben einem kleinen Handbuch, das die wichtigsten Steuerungslektionen beinhaltet, findet man ein gedrucktes Tastaturlayout und eine Faltkarte der Westfront von Lille über Arras, Amiens und Reims bis Metz, auf deren Rückseite die Dicta Boelcke gedruckt ist. Die Lehraussagen des Fliegerasses bestehen aus acht Punkten, die den Luftkampf über Jahrzehnte taktisch prägen sollten. So wurde den Fliegern nahegelegt, nach Möglichkeit aus der Sonne heraus anzugreifen und nur aus nächster Nähe zu feuern. Dankenswerterweise bleibt der Spieler mit diesen Tipps nicht alleine, sechs ausführliche Tutorialmissionen zeigen, wie man das theoretische Wissen in die Tat umsetzt.
Animierte Charaktere in Spielegrafik drücken in den Einführungsvideos der Flugschule die Schulbank und anschauliche Grafiken demonstrieren, was wir zu tun haben. Dazu wird eine ausführliche Missionsbeschreibung geliefert, außerdem zeigen uns in diesem Stadium der Pilotenkarriere noch grüne Ringe und Pfeile in der Luft an, wo es lang geht. Wir lernen den Geradeausflug, Starts und Landungen, Manöver am Belastungslimit und natürlich auch Kampfeinsätze zu meistern. Dabei fällt früh auf, dass Rise of Flight trotz des einstellbaren Schwierigkeitsgrades kein Arcade-Flugsimulator ist. Eine ungeschickte Ruderbewegung während des Start- oder Landevorganges und die empfindliche Maschine liegt auf dem Rücken. Auch in der Luft spürt man jede Bewegung am Joystick. Ohne guten Steuerknüppel lässt sich Rise of Flight praktisch nicht sinnvoll spielen. Im Idealfall sollten sogar Ruderpedale, ein Schubhebel und TrackIR oder das Freeware-Pendant Freetrack vorhanden sein. Letzteres dient dazu, die Blickrichtung des Spielers zu erfassen und im virtuellen Cockpit umzusetzen. Gerade im Luftkampf ohne Komfortfunktionen wie einem Heads-Up-Display eine unglaubliche Erleichterung.





Fan werden
Newsletter 
RSS 




DXhardhaus
15.09.2009, 12:04 Uhr geile Flugsim
Aber sonst ganz gelungene Flugsim im 1. Weltkrieg Stil. Durchaus empfehlenswert