Resistance 2 - Test
Größer. Schöner. Besser.
Aber der Moment, in dem endlich der letzte Titan umkippt, in dem diese nervigen Chimera die Flucht ergreifen und der Kontrollpunkt-Schriftzug nach etlichen Versuchen durchs Effektgewitter dringt, ist einfach unbezahlbar. Es ist die Genugtuung für all die Bildschirmtode, die man ertragen musste. Es ist der Stolz, dass ich diese Massen an Hybriden vernichte, die sich trotz oft zahlreich um mich herumwuselnder KI-Kameraden fast ausnahmslos auf mich stürzen. Und es ist die Bestätigung, dass einer der wenigen exklusiven PS3-Shooter nicht nur funktioniert, sondern auch Spaß macht und trotz Speicherfrust immer wieder motiviert.
Insomniac hält dem tristen Grauschleier, den spärlich gesäten Höhepunkten und der schwankenden Umgebungsqualität des Vorgängers das Dreigestirn aus kreativem Leveldesign, pompösen Feindbildern und angenehmem Rhythmuswechsel entgegen. Und liefert damit den besten PS3-exklusiven Shooter ab, den die schnurrende Schwarze nach Pleiten wie Haze dringend nötig hatte. Erzählerisch knüpft man die Invasion der Chimera an, die Eng- und Russland im ersten Teil angriffen, mit einem teuflischen Virus überzogen und jetzt die Vereinigten Staaten ins Visier nehmen. Wer wäre für dieses Aufräumkommando besser geeignet als Nathan Hale, der im Intro -apathisch und von den Auswirkungen des Virus' geschunden- durch die Kälte Englands stapft und von der US-Armee aufgegriffen wird?
Kein warmer Empfang für Nathan Hale: Er darf zurück an die Front, zurück in den Kampf mit den Bestien.
Was Insomniac wenigstens nicht vom "größer, schöner, besser"-Pfad abbringen konnte. Resistance 2 sollte beeindruckender, hübscher und intensiver werden als der Vorgänger. Und genau dieses Versprechen können die Kalifornier in jedem einzelnen der insgesamt zehn Abschnitte einhalten, die rund zwölf Stunden lang bestens unterhalten und kaum Leerlauf aufkommen lassen. Die im Graubraun-Pansch versinkenden Umgebungen des Vorgängers toppen sie mit einem Leveldesign, das Angst einflößend, entspannend, monumental und angenehm verkommen sein kann. Die Kulisse, die sie dafür erschaffen, ist stilistisch fest in den 50er-Jahren verankert und entzückt mit flackernder Leuchtreklame und dem Flair zeitgenössischer Einrichtungsgegenstände - von der Tapete übers Mobiliar bis hin zur Beleuchtung. Immer wieder findet man Radios, die ein bitteres Lied der Einsamkeit singen oder euch am Leid in den Wahnsinn abdriftender Radiosprecher teilhaben lassen. Hier kann Insomniac auch ohne Cutscenes oder viel Krach packende Schicksale inszenieren, die richtig unter die Haut gehen. Warum klappt das in den Zwischensequenzen, die jetzt übrigens in der Ego-Perspektive präsentiert werden, so selten?
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LongdongJohnson
30.11.2008, 17:44 Uhr
Rochenkoenig
30.11.2008, 17:20 Uhr
wäre der spielewinter nur nicht so teuer :(