Resident Evil: The Darkside Chronicles - Test
Zombie-Hatz rund um den Globus
"Hallo? Wo sind alle hin?" Über dem südamerikanischen Dorf ruht eine Stille, die genauso erdrückend ist wie die Hitze. Vorsichtig bewegen wir uns vorwärts auf einen kleinen, verwaisten Platz zu. Die Augen fliegen aufmerksam umher, ab und zu bleibt der Blick an einer Hütte, einem Fenster, am Dorfbrunnen und auf Vermisstenanzeigen an einer Bretterwand haften. Da sind aber viele Mädchen verschollen. Es ist viel zu still. Die Sinne sind geschärft, denn das stinkt hier gewaltig. Oh ja, und wie es hier stinkt. Das ist auch kein Wunder, denn über dem ganzen Dorf liegt der Hauch des Todes.
Resident Evil: Darkside Chronicles kennt kein Pardon. Wenige Minuten nach dem Start schlurft schon der erste Zombie neugierig herbei - natürlich gesellen sich noch ein paar hungrige Kumpels hinzu. Ehe man sich versieht, nimmt man in der Achterbahn Platz und der Höllentrip geht los. Der Puls schnellt hoch, das Herz pocht wild und pumpt das Blut schneller durch die Adern. Die Zombies nehmen die Witterung auf, immer mehr strömen stöhnend herbei, sind geil auf das frische, saftige Fleisch. Die Hetzjagd durch das Hüttenlabyrinth und über die Bretterstege ist eröffnet. Ehm, was brodelte denn da eben im braunen Brackwasser unter uns...?
Rund um den Globus
Fies, da wirft uns Capcom voll ins kalte Wasser. Für Schießübungen bleibt nämlich keine Zeit. In der Haut von wahlweise Leon S. Kennedy oder Jack Krauser sind wir gerade auf einer Mission in Südamerika unterwegs. Dort müssen die beiden schmucken Kämpfernaturen einen Mann namens Javier auffinden, der in Kontakt mit einem früheren Umbrella-Wissenschaftler getreten ist. Ein Kontaktmann soll uns zu Javiers Villa im südamerikanischen Dschungel führen, doch der segnet vor unseren Augen das Zeitliche. Das war so nicht geplant.
Neben der neuen Kampagne "Operation Javier" sind noch zwei weitere Geschichten im neuen Rail-Shooter verwoben. Eingefleischte Resident-Evil-Fans dürfen in Nostalgie schwelgen, denn diese Vorkommnisse stammen aus zwei indizierten Teilen der Reihe und führen euch rund um den Globus. So besucht ihr mit Claire Redfield und Leon S. Kennedy das vom mysteriösen Virus heimgesuchte Geisterstädtchen Raccoon City. Dort legt ihr auch einen Zwischenstopp an bekannten Plätzen wie im Polizeirevier oder den Abwasserkanälen ein. Zudem verschlägt es Claire Redfield und Steve Burnside zum Gefängniskomplex auf der Rockfort-Insel und zur Umbrella-Basis in der Antarktis. Für Abwechslung ist also gesorgt und es gibt ein Wiedersehen mit den Ashfords, Ada, Birkin, Chris, dem T- und Veronica-Virus und altbekannten Bossgegnern. Neben zahlreichen Zombies betreten auch mutierte Dobermänner, hungrige Killerpiranhas, giftige Riesenspinnen und andere Viecher die Schießbuden-Bühne. Zombiejäger im Doppelpack
Wer die alten Teile bereits kennt, muss nicht fürchten, vor Langeweile einzuschlafen. Capcom wärmte die Suppe nicht einfach nur auf, sondern setzte diese etwas abgewandelt frisch auf. Wer indes die indizierten Titel nicht spielte, erhält einen kleinen Einblick in die Vergangenheit. Die damit einhergehende Story-Abweichung hat einen weiteren Grund, denn in Resident Evil: Darkside Chronicles seid ihr immer als Pärchen unterwegs. So gehen zum Beispiel Claire und Leon in Raccoon City nicht getrennte Wege, sondern gemeinsam auf die Jagd. Ob man diese kleinen Abweichungen nun verdammt, oder annimmt und einfach genießt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Der Erzählstrang ist in drei Abschnitten mit insgesamt 20 Kapiteln (es gibt noch freischaltbare Levels) aufbereitet. Je nach Geschick und Schwierigkeitsgrad ballert ihr euch jeweils zwischen 10 bis 20 Minuten durch den Parcours. Zahlreiche Zwischensequenzen gießen immer wieder Öl ins Feuer. Drei Schwierigkeitsmodi - leicht, mittel, schwer - fordern schießwütige Zombiejäger heraus. Weitere lassen sich freischalten. Den Spielcharakter wählt ihr vor den Abschnitten selbst aus, der zweite Charakter folgt euch dann automatisch durch die Levels. Allerdings darf sich auch ein zweiter Spieler einklinken und den Zweitcharakter übernehmen. Das jedoch nur lokal über die Wii, weil das Spiel keinen Online-Multiplayer-Modus bietet. Im Koop-Modus teilt ihr euch nicht nur die Zombies, sondern auch Munition und andere Goodies unter euch auf. Mitten im Level aussteigen darf euer Partner nicht. Aber der freundschaftliche Wettstreit wird wohl jeden bei Laune halten. Na? Wer hat die ruhigere Hand und den flotteren Finger am Abzug?
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