Resident Evil 5 - Preview
Mit Hirn, Darm und Kanone
In diesem finsteren Minenabschnitt ist Vorgehen im Team gefragt - einer leuchtet, der andere kämpft.
Was logischerweise bedeutet, dass er eine Begleitung hat. Eine sehr reizende übrigens: Sheva, die sich nach wenigen Momenten anschließt. Plötzlich verstummt das Treiben, die Straßen sind wie leergefegt. Eine kleine Karte am oberen Bildrand zeigt das Ziel, die erste Station nach der Ankunft, die schnell in einen Albtraum umschwingt. Womit sich bereits eine wichtige Neuerung einschleicht: Statt wie früher per Tastendruck in den Kartenbildschirm zu wechseln, könnt ihr die Minimap jederzeit einblenden und euch ohne lange Suche durch die räumlich offener angelegten Areale zum Zielort führen lassen. Das typische Resident-Evil-Tempo, das bislang eher gemächlich war, wird durch derartige Komfort-Funktionen gesteigert; schließlich geht die Suche nach dem Weg fast beiläufig vonstatten.
Der führt durch versiffte Holzhütten und Gebäude, die mit entstellten Tierleichen und Blutlachen einen düsteren Gegenpart zum sonnigen Außenbereich bilden. Obwohl lange Zeit nichts Greifbares passiert, baut Capcom mit der Umgebung, mit immer wiederkehrenden Schreien und Stimmen eine Grauen erregende Stimmung auf. Eine blutverschmierte Axt steckt in einem Tisch, überall stapelt sich der Müll in diesem Drecksloch. Die ersten Minuten stimmen einen Wechsel an zwischen beklemmenden Innenräumen und der trügerischen Ruhe unter der Sonne Afrikas. Plötzlich steht er vor ihnen, der gesuchte Kontaktmann, der die beiden mit Waffen versorgt. Er faselt etwas von einem Uruboros. Und davon, einen gewissen Irving zu finden, der die einzige Spur sei. Spätestens jetzt wird man neugierig - vor allem, weil das Geschehen langsam Fahrt aufnimmt. Wir stolpern in ein Ereignis, das uns plötzlich ein konkretes Feindbild vorhält. Zwei Kerle machen sich an einem schreienden Mann zu schaffen, pflanzen ihm einen Parasit in den Kopf. Noch ehe man sich fragen kann, was hier eigentlich passiert, sieht man in einer Nahaufnahme, wie das Opfer mutiert. Sein Gesicht verformt sich zu einem Epizentrum des Grauens; mit weit aufgerissenen, blutunterlaufenen Augen, die zu leeren Hüllen werden und ihn in ein geiferndes Monstrum verwandeln, stürzt er sich auf uns.
Wie begegnet man diesem Schrecken? Ganz klar: mit einer Ladung Blei - und zwar mitten zwischen die Augen. Wer den vierten Teil gespielt hat, dürfte mit der Steuerung sofort zurechtkommen: Noch immer muss man an Ort und Stelle verharren, wenn man Kugel um Kugel Richtung Gegner schickt; noch immer ist es der Terror aus allen Ecken anstürmender Feinde, der für Gänsehaut sorgt. Statt wie in den ersten Teilen auf die Inszenierung wohl akzentuierter Schockmomente zu setzen, ist es wie im Vorgänger die schiere Masse an stöhnenden Infizierten und das Wissen um den nicht gerade in rauen Mengen vorhandenen Munitionsvorrat, der einem den Angstschweiß auf die Stirn treibt.
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